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05/02/2016 10:50 CET | Aktualisiert 05/02/2017 06:12 CET

Mustafa Kemal ATATÜRK und die Republik Türkei

OZAN KOSE via Getty Images

Die Republik Türkei wurde nach dem Befreiungskrieg der Türken unter der Führung von Mustafa Kemal Pascha von der türkischen Nation am 29. Oktober 1923 ausgerufen. Mustafa Kemal Pascha hat die Republik Türkei als Nationalstaat gegründet. Das Osmanische Reich hatte ein sogenanntes Millet-System und kannte keine Nation, wie sie in Europa üblich war.

Millets waren Religionsgemeinschaften. Auch war das Osmanische Reich kein Vielvölkerstaat, wie einige Unwissende es immer wieder behaupten. Atatürk nannte die neu gegründete Republik "Republik Türkei", und die Nation nannte er "türkische Nation".

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Atatürks Prinzipien

Atatürk sagte: "Die Bevölkerung der Türkei, die die Republik Türkei gegründet hat, nennt man türkische Nation!" In der türkischen Verfassung aus dem Jahre 1924 stand auch geschrieben, dass die Staatsbürger unabhängig ihrer Religion und Rasse als "Türken" bezeichnet werden. Die türkische Nation ist laut Atatürk also die Gesamtheit aller türkischer Staatsbürger.

Atatürks Prinzipien werden auch als Kemalismus bezeichnet. Der Kemalismus ist seit Gründung der Republik Türkei die Staatsideologie der Republik Türkei. Alle Parteien müssen laut türkischem Recht kemalistisch sein. Der Kemalismus hat sechs Prinzipien. Diese sind Nationalismus, Republikanismus, Populismus, Revolutionismus, Etatismus und Laizismus. Der türkische Nationalismus ist das Fundament der kemalistischen Staatsideologie.

Atatürk sagte: „Froh sei derjenige, der sagt: Ich bin ein Türke." Die Republik Türkei kennt keine "Völker" oder "nationale Minderheiten". Jedoch kennt die Türkei "religiöse Minderheiten". Die Minderheiten in der Türkei sind Armenier, Juden und Römer(Griechisch-Orthodoxe Christen). Diese drei Minderheiten sind Minderheiten, weil sie keine Angehörigen des Islams sind.

Türkischer Nationalismus und türkischer Nationalstaat

Wer in der Türkei gegen den türkischen Nationalismus und den türkischen Nationalstaat ist, ist und handelt verfassungsfeindlich. Der türkische Nationalismus Atatürks sieht alle türkischen Staatsbürger als Türken. Das bedeutet konkret: Kurden, Lasen, Tscherkessen, Araber etc. mit türkischer Staatsbürgerschaft sind Türken und Angehörige der türkischen Nation beziehungsweise des türkischen Volkes. Die Türkei braucht weder neue Völker noch neue Minderheiten.

Die Deutschen beziehungsweise andere Bewohner Deutschlands, die die türkische Verfassung mit ihrer kemalistischen Staatsideologie nicht kennen, bezeichnen die türkischen Nationalisten als Rechtsextremisten, Rassisten oder Faschisten. Laut dieser Logik müsste ja Atatürk auch ein Rechtsextremist, Rassist oder ein Faschist gewesen sein.

Das kann es ja wohl nicht sein, oder? Laut dieser Logik müsste die Mehrheit der türkischen Staatsbürger beziehungsweise der türkischstämmigen deutschen Staatsbürger auch Rechtsextremisten, Rassisten oder Faschisten sein. Ich hoffe, dass die Deutschen dies zur Kenntnis nehmen und nicht ständig die türkischen Mitbürger, die ja mehrheitlich Nationalisten sind, als Rechtsextremisten, Rassisten oder Faschisten bezeichnen.

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