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05/12/2016 06:22 CET | Aktualisiert 06/12/2017 06:12 CET

Wie deutsche Firmen den US-Wahlkampf mit Spenden unterstützten

Eigentlich ist es Firmen im US-amerikanischen Wahlkampf untersagt, direkt an Kandidaten für politische Ämter und Mandate zu spenden. Ebenso unzulässig sind finanzielle Förderungen von Parteien. Mit einigen Tricks und Umwegen ist es dennoch Usus, dass sich Unternehmen am politischen Geschehen der USA beteiligen - und auch deutsche Unternehmen haben ihre Finger im Spiel.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, unterstützte der Leverkusener Pharmariese Bayer - über Umwege - mit jeweils 15.000 US-Dollar den Demokraten Kurt Schrader sowie den Republikaner Rodney Davis; beide sind Abgeordnete im Repräsentantenhaus. Für den Konzern sind sie deshalb von Interesse, weil Schrader als einflussreiche Stimme in der Gesundheitspolitik gilt, Davis wiederum hat im Ausschuss in puncto Landwirtschaft einiges mitzureden: wesentliche Einflussgebiete für Bayer.

Der Trick dabei: Die Spenden kommen aus dem Einzugsbereich der Firma und nicht vom Unternehmen selbst. Firmen können sich so von Partei- und Kandidatenspenden offiziell distanzieren, nichtsdestotrotz flossen so allein aus dem Kreis des deutschen Aktienindex (DAX) mehr als 4,6 Millionen US-Dollar in den Wahlkampf.

Ein wesentliches Vehikel für derartige Spenden sind die sogenannten Political Action Committees (PAC): Fonds, die von Mitarbeitern und nicht den Firmen selbst ins Leben gerufen werden. Deren Ziel ist es, Wahlkampfspenden zu generieren. Die Unternehmen selbst dürfen wiederum an Super-PACs spenden, denen es zwar untersagt ist, Kandidaten direkt zu unterstützen, die aber eigenständig Werbung machen dürfen. Rund eine Milliarde US-Dollar wurden so erzielt.

Welche deutsche Firmen am meisten gespendet haben, lesen Sie bei YAHOO Deutschland