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08/02/2016 11:34 CET | Aktualisiert 08/02/2017 06:12 CET

Was man wissen muss, bevor man CDU/CSU, SPD (statt AfD) wählt

FREDRIK VON ERICHSEN via Getty Images

Neulich war ein Artikel in der Huffington Post mit dem Titel:

"Was Du wissen solltest, bevor Du die AfD wählst".

Sehr kritisch wurde dort deren Programm (zur Wahl in Baden- Württemberg) kommentiert.

Auch wenn ich Einiges davon anders sehen würde: Auf jeden Fall ist

gut, dass man genauer schaut, was hinter den einzelnen Parteien so steckt. Hinter die Fassade.

Nur: Warum nur auf die der AfD, auch in unzähligen Medien? Warum wird nicht auch die CDU, CSU, SPD usw. weiter kritisch beleuchtet - und zugelassen, dass diese durch Kritik an der AfD von Schwächen bzw. Versagen eigener Politik ablenken können?

Wieso wird z. B. nicht genauer gefragt, ob Ankündigungen von Frau Merkel, dass sie alles tun möchte zur Vermeidung von Fluchtursachen überhaupt einigermaßen stimmen?

Wie es nur wenige tun, taten.

So etwa am 25. 8. 2015 Georg Restle, Leiter von Monitor (ARD), in den Tagesthemen mit seinem Kommentar dort:

Aber wir sollten uns nicht täuschen: Klar, die rechtsextremen Gewalttäter und ihre brav-biederen Unterstützer sind eine Schande für dieses Land.

Die eigentliche Schande aber ist die deutsche und europäische Flüchtlingspolitik. Eine Flüchtlingspolitik die die Ursachen für die Flucht von Millionen Menschen nicht bekämpft, sondern sie immer wieder aufs Neue schafft.

Und er brachte dort auch einige sehr eindrückliche exemplarische Beispiele:

Zum Beispiel im Kosovo, wo auch diese Bundesregierung ihr Versprechen gebrochen hat, dem Land nach dem Krieg wieder auf die Beine zu helfen und stattdessen ein hochkorruptes Regime unterstützt, das die Menschen in die Flucht treibt.

Zum Beispiel in Syrien, wo diese Bundesregierung die Politik eines türkischen Präsidenten unterstützt, der islamistische Mörderbanden mit Waffen versorgt. Mörderbanden, vor denen hunderttausende nach Europa fliehen.

Oder Afrika, wo der deutsche Außenminister einen Pakt mit den schlimmsten Despoten des Kontinents schließen will. Einen Pakt, der verhindern soll, dass politisch Verfolgte ihr Land verlassen können und sie stattdessen ihren Verfolgern ausliefert.

Diese Politik ist eine Schande für dieses Land. Daran müsste etwas geändert werden. Mit kernigen Parolen allein ist jedenfalls niemandem geholfen.

Ja, das ist es wirklich nicht.

Man muss wirklich die AfD sicher nicht für eine wirkliche "Alternative für Deutschland" halten. Parteien mit o. g. Politik nach Außen und nach Innen weiter Schaffen von gewaltiger ChancenUNgleichheit, immer mehr Reichen auf der einen und immer mehr Armen auf der anderen Seite usw. sind doch aber auch kaum eine wirkliche "Alternative", oder?

Klar, man sollte vorsichtig sein gegenüber Demagogen. Aber auch gegenüber o. g. Heuchlern!

Wenn nun der halbe Wahlkampf der "etablierten" Parteien etwa darauf beruht, dass man der AfD vorwirft, dass diese eventuell sogar auf Flüchtlinge schießen lassen möchte so ist das doch zudem auch blanker Hohn. Denn diese These - als Konsequenz derzeitiger Politik, die aber ja auch nicht von der AfD bestimmt wird - wird beispielsweise im aktuellen Stern von Experten bestätigt,

wenn man "Flüchtlingsströme kontrollieren" will.

So sagt im Stern (vom 28. 1. 2016), im Artikel "Obergrenze - das schaffen wir nicht" - der bekannte Migrationsforscher Vassilis Tsianos von der Universität Hamburg:

"Die Geschichte der Kontrolle von Flüchtlingsströmen zeigt eindeutig: Sie ist nur möglich mit Gewalt"

Und, unmittelbar danach, sagt er dort:

"Man muss schon bereit sein zu schießen".

Auch wenn er sicherlich kein Rassist ist und hofft, dass das nicht nötig ist - und die Politik von Frau Merkel auch etwas bewirkt.

Aber da sollte man eben auch wirklich kritischer und genauer hinschauen, denn die Politik der Bundesregierung und der EU sorgt doch bereits jetzt (wie Herr Restle beschreibt) schon alltäglich für Hunger, Not und unzählige Tote u. a. in Syrien und vielen anderen Ländern!

Teile des Kontinents driften ab! So stark sind die rechten Parteien in Europa

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