BLOG
20/12/2016 12:04 CET | Aktualisiert 21/12/2017 06:12 CET

Lichterketten gegen Terror, Fremdenfeindlichkeit (und Waffenlieferungen)- statt Heuchelei der Politiker!

Ein furchtbarer Anschlag in Berlin. Auf dem Weihnachtsmarkt vor der Gedächtniskirche, beides Symbole des Friedens. In Verbindung mit diesem Familienfest trauern nun viele Menschen um ihre Lieben. Nahezu ganz Berlin, Deutschland, die Welt trauert mit. Wie schnell können hier Ängste und Wut wachsen.

Aber zum Glück gibt es ja nun anscheinend besonnene Politiker. Nicht zuletzt unsere Bundeskanzlerin, in Eintracht mit den anderen Parteien. Führende EU- Politiker bekunden Solidarität und Anteilnahme. Widerlichen Kommentaren (Ultra-) Rechter, die das ausschlachten, wie etwa mit Fremdenfeindlichem und "Merkels Werk" - Kommentaren zu Bildern der unmenschlichen Tat wird so gleich begegnet. Mit dem Hinweis der Bundeskanzlerin, des Bundespräsidenten und vielen mehr: Das waren natürlich nicht normale Flüchtlinge oder andere "Fremde", sondern Terroristen.

Nun, das stimmt natürlich. Vor genau solchem Terror mussten ja unzählige Menschen aus ihrer Heimat fliehen. Dass diese nun wieder um ihr Wohl fürchten müssen, weil Rechtsextreme sie bedrohen könnten als "böse Islamisten" oder dergleichen ist ja ähnlich pervers wie etwa Menschen, die vor dem LKW auf dem Berliner Weihnachtsmarkt flüchteten "Terroristen" zu nennen!

Aber lassen die Politiker hehren Worten wirklich auch gute, angemessene Taten folgen? Mitnichten!

Dass wir viel zu lange "unseren" Politikern vertraut haben zeigt sich nun ja an vielen Punkten. Wenn beispielsweise nun bekannt wurde, dass es seit Wochen relativ konkrete Warnungen vor Anschlägen auf Weihnachtsmärkten in Berlin gab, warum wurde dann nichts getan? "Man kann nicht alle schützen" heißt es. Wäre zum Beispiel mein Sohn dort gestorben wäre ich mehr als wütend, wenn man mir nun so etwas sagen würde. Wenn führende Terror- Experten (wie etwa Peter Neumann vom King's College in London heute in der Berliner Zeitung) nun etwa sagen, dass Deutschland bisher nur Glück hatte. Wenn etwa in London zentrale Märkte, Orte durch technische Einrichtungen so geschützt sind, dass so etwas kaum möglich gewesen wäre. Wo es ja wirklich völlig auf der Hand liegt, dass an diesem Symbol - besetzten Ort (der Gedächtniskirche, Mahnmal für Frieden), mit dieser Zufahrt, zu dieser Zeit es kaum ein besseres Ziel für so etwas geben konnte. Wenn wohl nahezu jeder Experte davon ausging, dass es Deutschland früher oder später trifft, wahrscheinlich gerade bei so etwas. Warum wurde dann zuvor (!!!) nicht etwas dagegen gemacht?

Neumann: "Wenn es sich um einen Anschlag des Islamischen Staates oder einen sonst wie dschihadistischen Anschlag handeln sollte, dann würde er relativ gut ins Konzept passen. Das gilt für die Methode des Anschlags, Deutschland als Ziel, den Weihnachtsmarkt - das würde ins Schema passen. Es wäre jedenfalls keine Überraschung". Beispielsweise in London gibt es ja auch an zig Orten entsprechende Schutzvorrichtungen. Warum in Deutschland nicht einmal an wenigen wichtigen? Natürlich kann nicht alles verhindert werden, natürlich muss man auch aufpassen, dass nicht zu viel gemacht wird. Aber hier war es eindeutig zu wenig! Wer anderer Meinung ist möge das bitte mit Betroffenen oder Angehörigen diskutieren ...

Prof. Dr. Joachim Krause, Terror-Experte und Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel, schrieb ebenso heute (in der Huffington Post): "Der Anschlag von Berlin ist der bislang schwerwiegendste in Deutschland. Er wurde offenbar von einem Islamisten begangen, der dem Aufruf des Islamischen Staates gefolgt ist, möglichst viele Ungläubige zu töten.

Der Islamische Staat hat in seinen Netzwerken dafür explizit auch den Gebrauch von Lastwagen empfohlen. Es ist schwer nachvollziehbar, dass in Berlin Weihnachtsmärkte veranstaltet werden, bei denen keine präventiven Schutzmaßnahmen erfolgt sind. Eine Reihe von Pollern aus Beton oder Stahl zwischen dem Breitscheid-Platz und den diesen umgebenden Straßen hätte den Anschlag wahrscheinlich verhindern können. Was wir jetzt brauchen ist eine politisch aufgeklärte Debatte in Ländern und Kommunen darüber, wie man derartige Anschläge mit technischen Mitteln verhindern oder erschweren kann".

Und nicht zuletzt ist es ja Hohn und Spott, wenn Merkel und Co. sich nun wiederholt als Friedensstifter aufspielen. Auch als "Gute" etwa im Gegensatz zu Putin, Trump und dergleichen- obwohl sie immer wieder erheblich dazu beitragen, dass Not, Gewalt, Armut, Terror sich in der Welt verbreitet. Was natürlich auch Auswirkungen auf Deutschland hat, denn selbst wenn man die Grenzen nun wieder noch mehr abschottet wird auch Deutschland natürlich so nicht der letzte Stück "heile Welt" auf Erden sein können.

Millionen Deutsche haben Flüchtlingen bereits geholfen - das ist wirklich aller Ehren wert. Aber es wird wirklich endlich wieder

Zeit, dass gegen Flucht- Ursachen und eine Weltwirtschaftsordnung, Politik etwas getan wird, die zig Millionen Menschen in die Flucht oder in Hände von Terroristen treibt

Wo deutsche Waffen weltweit mit morden ... Dagegen hilft noch so viel Hilfe für einzelne Flüchtlinge herzlich wenig. Das bedarf gemeinsamen politischen Wirken von ehrlichen, echten, Christen und Angehöriger anderer Religionen, Demokraten, Frieden liebenden Menschen, Gewerkschaften und so weiter. Die unter anderem mit Lichterketten mit zig Tausenden Teilnehmern unter anderem in Berlin ein Zeichen setzen sollten: Gegen Terror, Fremdenfeindlichkeit. Aber auch gegen die genannte Politik inklusive Waffenlieferungen selbst in heikelste Gebiete, die ja immer wieder kritisiert - aber zuletzt sogar noch gesteigert- wurden. Gegen die etwa eine kleine christliche Gruppe dieses Jahr mit einer Petition vorging, leider erfolglos. Allerdings eben auch, weil sie viel zu wenig Unterstützung fand. Alleine durch Beten (oder auch nur Lichterketten, die können aber ein guter Anfang, ein Signal sein) wird sich aber kaum etwas ändern- das erfordert noch mehr politisches Engagement. Proteste von Mitgliedern der CDU, CSU, SPD, von Gewerkschaftlern, Friedensbewegungen, ... Auch gerne international, zumal es nun ja auch Planungen für ein Attentat auf einem österreichischen Weihnachtsmarkt gab, in einer Schweizer Moschee, auf den russischen Botschafter... Alleine diese Woche! Und dies eben nicht zuletzt auch gegen

eine gar nicht christliche (oder sozialdemokratische) Politik - gegen die man auch einheitlich vorgehen muss

Diesbezüglich hat der Leiter der ARD- Sendung Monitor, Georg Restle, in einem Kommentar in den "Tagesthemen" bereits am 25. August letzten Jahres passende Worte gefunden:

"Fremdenfeindliche Exzesse und Flüchtlingspolitik

Na endlich; scheint fast so, als hätten Regierung und Kanzlerin begriffen, dass man den fremdenfeindlichen Exzessen in Deutschland nicht weiter schweigend zuschauen kann. „Abstoßend", „beschämend", eine „Schande für Deutschland". Klingt entschlossen..Aber wir sollten uns nicht täuschen: Klar, die rechtsextremen Gewalttäter und ihre brav-biederen Unterstützer sind eine Schande für dieses Land.

Die eigentliche Schande aber ist die deutsche und europäische Flüchtlingspolitik. Eine Flüchtlingspolitik die die Ursachen für die Flucht von Millionen Menschen nicht bekämpft, sondern sie immer wieder aufs Neue schafft.

Zum Beispiel im Kosovo, wo auch diese Bundesregierung ihr Versprechen gebrochen hat, dem Land nach dem Krieg wieder auf die Beine zu helfen und stattdessen ein hochkorruptes Regime unterstützt, das die Menschen in die Flucht treibt.

Zum Beispiel in Syrien, wo diese Bundesregierung die Politik eines türkischen Präsidenten unterstützt, der islamistische Mörderbanden mit Waffen versorgt. Mörderbanden, vor denen hunderttausende nach Europa fliehen.

Oder Afrika, wo der deutsche Außenminister einen Pakt mit den schlimmsten Despoten des Kontinents schließen will. Einen Pakt, der verhindern soll, dass politisch Verfolgte ihr Land verlassen können und sie stattdessen ihren Verfolgern ausliefert.

Diese Politik ist eine Schande für dieses Land. Daran müsste etwas geändert werden. Mit kernigen Parolen allein ist jedenfalls niemandem geholfen".

Und auch nicht mit Parolen der Kanzlerin und anderer führender Politiker jetzt. Denn ja,

wir sollten gemeinsam einstehen für freiheitliche, demokratische Werte und gegen Terror. Aber eben auch gegen eine Politik "made in Germany", die diesen mit produziert! Für unsere Zukunft, Frieden- und die Opfer nun in Berlin oder zuvor in Paris, Nizza, Syrien oder wo auch immer.