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09/01/2016 09:56 CET | Aktualisiert 09/01/2017 06:12 CET

Kundgebung und Kritiken in Köln: Gegen Sexismus, Rassismus, Demagogie auch von der Politik!

DPA

Am Dienstag ( den 5. 1. 2016) gab es eine Kundgebung vor dem Kölner Dom, bei der gegen sexuelle Übergriffe gegen Frauen in der Silvesternacht in Köln (und Hamburg) protestiert wurde.

Laut einem mir vorliegenden Bericht einer Teilnehmerin wurde dabei zudem ebenso dagegen protestiert, dass diese Angriffe instrumentalisiert und für rassistische bzw. demagogische Zwecke benutzt werden.

Etwa 300 (vor allem weibliche) Teilnehmer kamen dabei u. a. von der SPD, diversen linken Gruppen, Frauenverbänden - und Redner(innen) betonten, dass sie Gewalt gegen Frauen nicht länger hinnehmen und sich nicht als Opfer sehen wollen, sondern sich

"gegen jede Art von Sexismus zur Wehr setzen müssen".

Das erfordert sicherlich absolute Solidarität, natürlich auch von (noch mehr) Männern!

Es wurden dabei auch Bezüge zur organisierten sexuellen Gewalt gegen Frauen gezogen, die sich in Zwangsprostitution und staatlich legalisiertem Frauenhandel ausdrücken.

In dem Bericht heißt es weiter:

Eine Rednerin warf die These auf, dass die Gewalt in der Silvesternacht auch eine Form organisierter Gewalt zur Unterdrückung und Einschüchterung von Frauen war. Zugleich wurde die Kölner Polizei für ihr (Nicht-)Handeln kritisiert und die Empörung darüber ausgedrückt, dass es trotz der großen Polizeipräsenz zu solch massiven Übergriffen kommen konnte.

Ich denke, dass auf jeden Fall mehr aufgeklärt werden muss was dort geschah (und was nicht - und warum nicht).

Mit "Vertuschungen" ist ja keinem gedient - außer Politikern, die diffuse Angst, Generalverdacht schüren wollen

Dass gerade nun von Parteien die Forderung nach mehr Abschiebungen kommt, die bisher herzlich wenig gegen Sexismus - auch in eigenen Reihen - organisierte Kriminalität aus diversen Ländern usw. in Deutschland taten - und die gleichzeitig eine rigidere Asylpolitik fordern - ist ja schon merkwürdig.

Flüchtlingen dient solch eine Vertuschung natürlich nicht - denn natürlich gibt es unter diesen auch nicht nur "good guys", ebenso wie unter Deutschen. Gerade auch Flüchtlinge und Menschen mit "Migrationshintergrund" haben ja ein Interesse daran, dass die Täter dieser erbärmlichen Schandtaten ermittelt und hart bestraft werden, die natürlich viel zu viele waren, aber eben nur ein Bruchteil der in Deutschland lebenden "Ausländer".

Natürlich rechtfertigt auch absolut NICHTS Gewalt bzw. Sexismus gegen Menschen. Egal welcher Herkunft - oder auch welchen Geschlechtes, sex. Veranlagung (es gab ja auch homosexuelle Opfer, auch Männer) usw. - sie sind, Opfer und Täter.

Aber Diskriminierungen, Sexismus, Gewalt usw. gegen Frauen (oder auch Kinder und Männer) gehen ja auch von vielen Deutschen, auch Politikern aus, immer noch verdienen Frauen in Deutschland weniger, Mittel in Frauenhäusern werden gekürzt- so dass Opfer häuslicher Gewalt - natürlich auch von Deutschen - dort oft nicht mehr unterkommen können usw. - und Politiker, die das (mit) zu verantworten haben entdecken ausgerechnet nun ihr Herz für weibliche Opfer von Gewalt?

Dass nun z. B. gerade auch Politiker aus Berlin- Neukölln so großspurig Forderungen aufstellen ist auch etwas lächerlich, denn dort kann man schon sehr lange selbst tagsüber in öffentlichen Parks immer wieder sehr aufdringlicher organisierter Kriminalität begegnen, multikulturellen (inklusive Deutscher) Drogenhändler usw. Und u. a. dort fragt man sich ja auch schon lange, warum dagegen nicht endlich wirklich etwas getan wird - oder ob das auch bestimmten Interessen geschuldet ist.

Das ist natürlich zudem ein gefundenes Fressen für Leute wie Thilo Sarrazin oder ähnliche Hetzer.

Kommt nun bald der Slogan "Köln ist überall" (nach zuvor "Neukölln ist überall")?

Eine neue Welle des rassistischen Gedankengutes, geistiger Brandstifter- obwohl ja schon vor der "Flüchtlingswelle" diversen Studien zufolge etwa jede dritte Frau in Deutschland zumindest einmal in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt erfährt, natürlich auch nicht nur oder überdurchschnittlich oft von Tätern ausländ. Herkunft?

Und noch mehr Hetze gegen Flüchtlinge, obwohl diese wahrscheinlich ja kaum beteiligt waren in Köln?

Oder nun plötzlich, nach anderen Meldungen, doch wieder?

Sicher war das nur ein Bruchteil und z. B. ich wurde noch nie - wie jetzt viele unschuldige Flüchtlinge - mehr oder weniger offen gefragt, ob ich mich von solchen Übergriffen auch anderer Deutschen distanziere. Aber dazu, dass das klar wird (mit "nur ein Bruchteil") ist ja auch mehr Transparenz nötig.

Das "Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern" glaubt ja wohl inzwischen selbst ein Herr de Maizière nicht mehr. Viel mehr sorgen doch Halbwahrheiten - wenn überhaupt - und Entmündigung der Bürger für Verlust an Vertrauen, Verunsicherungen. Selbst wenn einige beispielsweise Syrer in Köln als Täter mit dabei waren würden die meisten Deutschen wohl einordnen können, dass das eine absolute Minderheit und Ausnahme ist. Wenn man anderer Meinung ist finde ich das zwar nicht richtig - trotzdem muss man natürlich aber für Meinungsfreiheit und Freiheit der Diskussion darüber sein, diese zulassen - auch durch Fakten, denn wie will man sonst seriös diskutieren, vielleicht ja doch sogar mit Ergebnissen, die nicht in mein, dein, Ihr "Weltbild" passen?

Aber, wie etwa im aktuellen Stern (2/2016) zu lesen, bezeichnenderweise mit der Überschrift

"Das Parlament der Wegducker":

Die deutsche Flüchtlingspolitik, eine humanitäre Großtat, ist vom Bundestag bislang nicht legitimiert - eine beispielslose Selbstentmachtung

Und eben auch eine Entmündigung der Bürger- bzw. Demokratie- inklusive kritischen Stimmen, auch Politiker.

Etwas zu hinterfragen heißt ja nicht unbedingt dagegen zu sein. Aber über die Köpfe, Sorgen usw. vieler Bürger hinweg zu entscheiden bzw. täuschen oder lügen - dagegen sollte man ja sicher sein!

Zumal wirklich auch auf einen großen Teil des Parlaments, der Regierung und "Opposition" (?) ja wirklich auch zumindest teilweise heute das zutrifft, was man bei Wikipedia u. a. als Definition von Demagogie findet:

„Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt."

Egal ob in Köln, Hamburg, Berlin oder Stuttgart, Düsseldorf usw. (wo es wohl auch Ähnliches gab zum Jahreswechsel) oder wo auch immer:

Die Wahrheit muss auf den Tisch, kritische Stimmen natürlich zugelassen werden, im Sinne der Opfer und für eine bessere Verfolgung und harte Bestrafung der Täter ebenso wie aus o. g. Gründen!

Und wer auch immer verantwortlich, schuldig ist - auch dass das nicht besser verhindert wurde- muss natürlich die Konsequenzen dafür tragen!

Dies allerdings bitte ja auch endlich (!) für die Pauschal- Hetze gegen "Ausländer", Flüchtlinge, geistige und andere Brandstifter - wie viele Unterkünfte und Menschen (Frauen, Kinder und Männer) müssen denn diesbezüglich noch angegriffen und gefährdet werden, bevor hier mehr getan wird und auch noch mehr Proteste gegen viel zu große Untätigkeit der Behörden, Polizei, Politik etc. dazu erfolgen?

Und auch wenn Verantwortliche bei der Polizei auch versagt haben - letztlich sind sie nun ja nur "Bauernopfer" für noch viel größere politische Versäumnisse.

Zumal ja auch letztlich Politiker verantwortlich sind für die, evtl. auch falsche, Besetzung wichtiger Stellen (wie die des Polizeipräsidenten) oder auch Stellenabbau bei der Polizei. Anstatt dass das einmal wenigstens selbstkritisch festgestellt wird gibt es aber wieder nur "Bauernopfer" und große Heuchelei.

Und selbst wenn "die vielen Flüchtlinge" das Problem wären für, wie z. B. nun im Focus benannt,

Sex-Attacken in 12 Städten: Deutschlands Nacht der Schande

so würde ja auch hier der Kommentar von G. Restle (Leiter von Monitor, WDR) in den Tagesthemen vom 25. 8. 15 zutreffen, wo er unter anderem sagt:

Die eigentliche Schande aber ist die deutsche und europäische Flüchtlingspolitik. Eine Flüchtlingspolitik die die Ursachen für die Flucht von Millionen Menschen nicht bekämpft, sondern sie immer wieder aufs Neue schafft.

Diese Politik erzwingt die Flucht vieler Menschen - natürlich auch nicht nur "Heiliger" - nach Deutschland, gleichzeitig wird immer mehr an Polizei gespart, so dass Verbrechen - natürlich auch von Deutschen - weniger bekämpft werden können und die verantwortlichen Politiker kritisieren das dann scheinheilig bzw. lassen sich für ihre "humane Politik" feiern, werden dann aber angeblich gezwungen durch die Realitäten - die sie aber ja selbst mit schaffen!- rigidere Politik und Abschiebungen umzusetzen? Das ist wirklich nur noch heuchlerisch, demagogisch, widerlich- ebenso natürlich wie die genannten Schandtaten u. a. gegen Frauen!

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