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20/10/2015 15:07 CEST | Aktualisiert 20/10/2016 07:12 CEST

Eine humanitäre Katastrophe bahnt sich in Deutschland an

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Zustände in deutschen Flüchtlingsunterkünften als humanitäre Katastrophen

Die Diakonie Hamburg erklärt in einem Bericht des NDR am 16. 10. 2015, dass Zustände in Flüchtlingseinrichtungen und Zeltdörfern dort in

Richtung einer humanitären Katastrophe gehen - und das in einer reichen Stadt wie Hamburg
Das sei unerträglich.

In der Tat!

Auch Sozialarbeiter und Ärzte in den Einrichtungen kritisieren Zustände immer wieder, schicken Brandbriefe. Meistens zumindest viel zu lange von Zuständigen, wenn überhaupt, nicht erhört. Obwohl viele Flüchtlinge dort schwer erkrankt sind, unter anderem an Infektions- Erkrankungen. Ärzte befürchten Frühgeburten bei Dutzenden schwangeren Frauen bei kalten Temperaturen dort. Bronchitis grassiert schon.

Ein Baby soll in eigenem Erbrochenem fest gefroren sein.

Der Großteil der Flüchtlingskinder ist krank

berichtet auch das Hamburger Abendblatt in seiner Ausgabe vom 13. 10. 15.

Zelte sind menschenunwürdig, auch beheizte- Bedingungen dort können lebensgefährlich werden

Der auch in Hamburger Flüchtlingsunterkünften tätige Arzt Dr. Trautmann berichtet:

Zelte sind menschenunwürdig
Dort könne es u.a. zu Atemwegserkrankungen sowie Ohren-und Harnweg-Entzündungen kommen. Deshalb appellierte er dringend an die Stadt, dass wirklich kein Flüchtling den Winter über im Zelt verbringen muss (eine Forderung, die auch die Bundesärztekammer schon lange unterstützt).

Der renommierte Arzt und international bekannte, anerkannte Wissenschaftler berichtet, dass sich Krankheitserreger in Zelten schneller verbreiten können und auch äußerst schwer Kranke isoliert werden können. Er geht davon aus, dass die Zahlen der Krankheiten im Winter noch steigen werden, zumindest bei gleichbleibenden Lebensbedingungen in den Zelten und Flüchtlingseinrichtungen.

Er betont, dass auch beheizte Zelte keine Lösung sind, da diese nie ganz dicht zu bekommen sind. Lebensbedingungen dort gefährden die Gesundheit: Erkältungskrankheiten, die bei geschwächten Flüchtlingen und Kindern lebensgefährlich werden können, haben bereits stark zugenommen.

Und das ist kein Einzelfall, an anderen Orten ist es noch schlimmer: Erkältungs- Tote befürchtet

"Berliner Ärztekammer-Chef kritisiert Senat scharf - Katastrophale Gesundheitsversorgung am Lageso"
heißt es so beispielsweise in einem RBB- Bericht vom 18.10.2015, in der Berliner "Abendschau" über das inzwischen berühmt berüchtigte Landesamt für Gesundheit und Soziales- bzw. die Situation davor. Wo Flüchtlinge Wochen in der Kälte schlafen müssen, Ehrenamtliche und unter anderem auch die Diakonie vor Erkältungs- Toten warnten, auch möglicherweise Kinder - in der Hauptstadt eines der reichsten Länder der Erde!

Kindeswohl- Gefährdungen durch Städte, Länder und den Bund, Verantwortliche dort

Diese fatalen Missstände gibt es auch nicht nur in Berlin und Hamburg, sondern in nahezu ganz Deutschland.

So gab es etwa bereits am 30. 10. 2014 einen Bericht im "Weser-Kurier", wo Experten dort der Stadt und dem Land Bremen vorwerfen das Kindeswohl zu gefährden, wie es dort heißt :

„Planlos, fahrlässig und verantwortungslos" - so bezeichnen Flüchtlingsinitiativen die Unterbringung und Betreuung der fast 300 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Bremen. „Die Verantwortung dafür trägt die Landesregierung".

Ebenso wie in anderen Ländern, Städten, beim Bund dort Verantwortliche, Regierende und Behörden. Die Berliner Zeitung nennt im Artikel

Immer mehr Flüchtlinge in Berlin sind obdachlos
vom 30. 9. 15 so z. B. nur für Tage ausgestellte Hotel- Gutscheine als Ursache dafür, dass Flüchtlinge immer wieder zur Behörde müssen, so dort bis ins Freie in der Kälte Stunden lange Warteschlangen kommen (und Mitarbeiter gar nicht zu weiteren Bearbeitungen kommen).

In einigen Bundesländern, z. B. dem Saarland, werden Anträge in Tagen bearbeitet die anderswo Wochen dauern, ohne dass davon gelernt wird (um nur einige Beispiele zu nennen, mehr auch hier ). Aber wie auch, wenn oft gar kein Handlungsbedarf anerkannt wird?

Reaktionen der Verantwortlichen: Von Verharmlosung bis Schönreden und Menschenverachtung

In einem Bericht in der Welt vom 14. 10. 2015 ( "Protest in Hamburg - Kranke Flüchtlinge wollen raus aus den Zelten") spricht selbst dann, selbst nach vielen Brandbriefen und Überlastung- Anzeigen und Berichten über die absolut unmöglichen Zustände aus den Einrichtungen zuvor, der Sprecher der Gesundheitsbehörde noch davon, dass die Kranken "der Erkältungszeit geschuldet" seien. Das wäre nicht dramatisch. Unfassbar!

In o. g. Zeiten, Situation in der es auch in einem dem NDR vorliegenden Polizeibericht heißt, dass die Lage in der größten Hamburger Einrichtung als

"hochgradig explosiv, kurz vor dem Kippen"
gesehen wurde- man befürchtete sogar Ausschreitungen gegen Sozialarbeiter.

Eine Ärztin dort befürchtete Frühgeburten bei Dutzenden schwangeren Frauen bei kalten Temperaturen dort. Bronchitis grassiert schon. Der Brandbrief von - auch leitenden - Mitarbeiter aus Hamburger Einrichtungen zur Lage ging schon einige Zeit zuvor auch durch die Medien. Und dann so eine Reaktion?

Erst nach einem Streik der Mitarbeiter, Alarm- Meldungen der Leitungen und nachdem Flüchtlinge zuvor sogar in ihrer Verzweiflung drohten Zelte und Verwaltungs- Container anzuzünden, bereits Paletten in Brand gesetzt wurden, wurde gehandelt.

Glücklicherweise bevor noch mehr passierte, es hätte durchaus Tote geben können! Die Mitarbeiter haben lange Alarm geschlagen, dass sie unmittelbare Eskalationen befürchten - die Innenbehörde reagierte aber erst nach Tagen, wie auch der NDR recherchiert hat nach dort vorliegenden Schreiben der Leitungen. Abgeordnete berichten dort, dass erst nach Demonstrationen von Flüchtlingen "Verantwortliche aufgewacht seien".

Das Märchen, dass es nicht anders ginge: "Damit wird Willkommenskultur kaputt gemacht."

Seit Jahren schlagen Mitarbeiter und Sozialverbände, Flüchtlingsrat, Pro Asyl, die Opposition usw. nicht nur in Hamburg Alarm und machen Verbesserungsvorschläge, kritisieren tief gehende Versäumnisse etwa im "Sozialen Wohnungsbau" - nicht nur aber auch für Flüchtlinge. Kaum erhört, ignoriert.

Neulich wurde nun beispielsweise zudem bekannt, dass Hamburg etwa 3.000 Immobilien für die Unterbringung von Flüchtlingen ignorierte. Der Vorsitzende des Grundeigentümerverbands in Hamburg, Heinrich Stüven, sagte im Interview mit dem Hamburger Abendblatt:

"Nach unserer Einschätzung stehen in der Hansestadt rund 3.000 Immobilien für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung"
.

Die Verwaltung habe sich das nicht einmal angesehen. Er fordert dort auch Experten von THW und DRK , die sich in Notsituationen besser auskennen, einzusetzen.

"Leider hat die Verwaltung derartige Initiativen der Eigentümer nicht ernst genommen und viele Angebote stattdessen mit Formschreiben abgelehnt. Man hat sich die Immobilien nicht einmal genauer angeschaut. Damit wird Willkommenskultur kaputt gemacht."
In der Tat. Und Menschen, auch Kinder.

Schönrederei und Taten erst nach Eskalationen, Protesten und nicht nachhaltig -

Untersuchungsasschüsse gefordert für tiefer gehende Konsequenzen

Kürzlich an alle deutschen Landtage und den Bundestag eingereichte Petitionen - auch ohne immer nur gegenseitig Schuld- Zuschieben zwischen Parteien und Bund und Ländern- erbitten nun Untersuchungsausschüsse zu all den Versäumnissen von Bund UND Ländern usw. in der "Flüchtlingspolitik" inkl. o. g., vermeidbarer Kindeswohl- Gefährdungen durch Verantwortliche, Politiker.

Und auch Transparenz darüber und Einbezug von sozialen Verbänden sowie "Proasyl" und dergleichen und auch Flüchtlingen selbst. Wegen all diesen Umständen inklusive unzähligen Kindeswohlgefährdungen. Außerdem, in Verbindung damit, "Gefährdungsbeurteilungen" für Flüchtlings- Einrichtungen. Um tiefer gehend Ursachen für Versäumnisse zu ergründen, über Parteigrenzen hinweg, mit Information und Beteiligung der Öffentlichkeit und Flüchtlingen, Mitarbeitern, sozialen Verbänden und Experten.

Und um Gefährdungen, auch psych. Art, für Flüchtlinge und Mitarbeiter besser vermeiden und diesen vorbeugen zu können. Wozu auch Arbeitgeber, Betreiber der Einrichtungen - auch Städte, Länder, Gemeinden - nach Gefährdungsbeurteilungen verpflichtet sind, mehr dazu aufgefordert werden müssen (auch von Gewerkschaften, Personalvertretungen und Berufsgenossenschaften).

Das Arbeitsschutzgesetz -ArbSchG- verpflichtet alle Arbeitgeber, die Gefährdungen der Beschäftigten bei der Arbeit zu beurteilen. So lässt sich feststellen, welche Arbeitsschutz-maßnahmen erforderlich sind - und bessere Arbeitsbedingungen kämen dann ja auch den Flüchtlingen zugute.

Und Geld genug wäre ja eigentlich da, wenn es gut genutzt werden würde, für bessere Bedingungen.

Wohin fließen eigentlich die Milliarden Steuergelder für "Flüchtlingshilfe" ?

Und Betreiber von Flüchtlingsunterkünften machen auch Millionengewinne, wie etwa die Wiener "Kronen-Zeitung" heute berichtet am Beispiel der Schweizer ORS Service GmbH-die für das vergangene Jahr bei einer Bilanzsumme von 12,1 Millionen einen Bilanzgewinn von einer Million Euro aufweist. Tendenz vorraussichtlich stark steigend. Von dort wird u. a. die berühmt- berüchtigte Einrichtung in Traiskirchen betrieben. Als Nachfolgerin der deutschen "European Homecare". Diese hatte aber ihre Verträge gekündigt, nachdem die Umsätze nicht ihren Vorstellungen entsprachen.

Auch dies fordern die Petitionen, besser zu untersuchen, wohin das Geld fließt, wer damit auch zu viel Profit macht- ebenso wie sonst die Verwendung von Steuermitteln in dem Bereich, da zunehmend auch fraglich ist, warum es in Unterkünften am Nötigsten mangelt trotz vieler fließender Milliarden an Steuergeldern.

Und auch inzwischen vieler bekannten Fälle, wo Container- Verkäufer, Caterer, Betreiber, Mobilfunkbetreiber usw. sehr viel Geld verdienen mit Flüchtlingen- was bei anderer Politik auch vermeidbar wäre- durch oben genannte Vorschläge und auch oft anderer Organisation. In vielen Einrichtungen könnten z. B. Flüchtlinge auch viel günstiger - und besser, auch bevorzugter - selbst kochen - aber viele Caterer bedienen nun ja schon lieber Flüchtlingseinrichtungen als Schulen, da das profitabler ist ... Und es könnte W-Lan installiert werden usw.

Wenn nicht vielleicht einige Lobbys zu viel Einfluss hätten (auch von Caterern, Mobilfunkbetreiber usw.)?

Asylbewerber früher arbeiten zu lassen, würde diese auch früher zu Steuer- Zahlern machen können, statt in überteuerten Containern, Zelten hausen und krank werden zu müssen. Oder viele in die Schwarzarbeit zu drängen, was auch Dumping- Löhne unter anderen Beschäftigten fördert usw.

Ist Vieles Absicht, gar nicht anders gewollt?

Diese Frage stellen sich, wie auch o. g. Medien- Informationen zu ersehen, nicht nur zunehmend Sozialverbände, Gewerkschaften und dergleichen, sondern auch immer mehr Mitarbeiter von Einrichtungen, Ehrenamtliche und Organisationen. Es verdienen halt nun sehr viele Menschen, Gruppen mit Flüchtlingen, deren Not ... mit großer Lobby, die mit verdient.

Und klar, so gehen "lieber" Menschen wieder zurück in den Kosovo usw., bevor sie in einem der reichsten Länder der Welt - das ja auch sehr viel von Flüchtlingen und Flucht- Ursachen profitiert - das unerträgliche Leid ihrer Kinder mit ansehen müssen, die hier so krank gemacht werden.

Was ja einfach nicht hingenommen werden darf, von keinem humanistisch gesinnten Menschen (zumal auch jeder von uns per Zufall im Kosovo oder Syrien geboren sein könnte und auch Deutschen nach dem 2. Weltkrieg viel geholfen wurde) - und dass es von diesen zig Millionen in Deutschland gibt zeigte sich in den letzten Monaten ja überdeutlich. Dagegen spricht ja auch nur eine schlechte- aber auch änderbare- Politik. Die auch Vieles tut um "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt" zu verhindern-

Schweigen, verschleiern, lügen

(Flüchtlingscamp Dresden) ist so auch zurecht ein Artikel darüber in der ZEIT überschrieben, vom 8. August 2015, mit Untertitel

"In Dresden hat die Landesdirektion versagt, würdige Unterkünfte für Flüchtlinge bereitzustellen. Doch es gibt einen weiteren Skandal: die Manipulation der Öffentlichkeit"
. Ja, und - siehe oben - beides eben beileibe auch nicht nur dort.

Dem muss entgegengewirkt werden, durch Proteste gegen solche Politik und auch z. B. die besagten Forderungen nach Informationen, Untersuchungsausschüssen mit Einbezug o. g. Personen und Organisationen und der Öffentlichkeit. Denn auch diese betrifft das "Pulverfass", auf dem wir alle sitzen- aber daran sind nicht die Flüchtlinge schuld, sondern die schlechte Politik vieler deutschen Politiker. Denn, in der Tat, auch nicht nur "Rechtsradikale" sind schändlich, sondern

"Die eigentliche Schande aber ist die deutsche und europäische Flüchtlingspolitik.

Wie in einem Kommentar in den Tagesthemen Georg Restle, Leiter von (ARD-) "Monitor" am 25.08.2015 zurecht so bilanzierte und ergänzte:

"Eine Flüchtlingspolitik die die Ursachen für die Flucht von Millionen Menschen nicht bekämpft, sondern sie immer wieder aufs Neue schafft. Zum Beispiel im Kosovo, wo auch diese Bundesregierung ihr Versprechen gebrochen hat, dem Land nach dem Krieg wieder auf die Beine zu helfen und stattdessen ein hochkorruptes Regime unterstützt, das die Menschen in die Flucht treibt (...)

.. Ja, vor allem gilt es sicher endlich Waffenexporte einzustellen und eine Wirtschaftspolitik, die Armut und Kriege in Afrika, Asien, Kosovo usw. fördert.

Und dazu kommt auch noch die Politik vieler deutschen Städte und Länder, der Politiker dort - im krassen Gegensatz zur enormen Hilfsbereitschaft unzähliger Deutschen. Die auch viel mehr die Politiker dazu auffordern müssen in die Flüchtlingscamps zu kommen und dort Rede und Antwort zu stehen und eine Politik im Sinn von "wir sind das Volk" - inklusive "refugees welcome" zu machen!

Und dass das geht zeigen ja auch alle großen Erfolge bisheriger, auch zunehmender Proteste und alternativen Bewegungen, Initiativen usw. Ohne diese bewegt sich ja auch, wie beschrieben, herzlich wenig im Sinn einer humanistischeren (Flüchtlings-) Politik, anstatt einer im Sinne von Profiten auch noch durch das Leid von unzähligen Menschen, auch Kindern - auch zur Verhinderung humanitärer Katastrophen und deren Ursachen.

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