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28/12/2015 12:01 CET | Aktualisiert 28/12/2016 06:12 CET

Gesund abnehmen erfordert vor allem Stressreduzierung

thinkstock

Gerade auch zur Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel sind viele Menschen sehr in Stress.

Und (zudem) oft intensiv mit ihrem Gewicht beschäftigt, aber auch mit der Versuchung vieler "Kalorienbomben" konfrontiert. Dazu kommen gute Vorsätze, dass es zum neuen Jahr doch (endlich) mit dem Abnehmen klappen sollte ... Das alleine kann schon sehr großen Druck, Stress erzeugen. Das ist ein fataler Kreislauf: Denn Stress führt leider nicht, wie oft angenommen, wenigstens immerhin zum Gewichtsverlust (und wenn dies der Fall ist hat der Stress natürlich auch nicht nur Vorteile).

Zumindest chronischer Stress

- auch psychisch bedingter, also z. B. auch bei "nur" arbeitslosen Menschen-

führt bei vielen Menschen oft zur Gewichtszunahme.

Kortison- sowie Insulinwerte können dann steigen und auch der sogenannte „hedonistische Appetit", also Esslust ohne Hungergefühl, ist meistens größer.

Unzählige Menschen machen dann Diäten, die zusätzlich stressen und oft wenig bringen, sogar gefährlich werden können - wenn sie überhaupt funktionieren

Denn zu beachten ist ja immer, dass man Ursachen angehen muss - und nicht nur an Symptomen herumdoktern

Dazu ist sicherlich auch empfehlenswert, dass man medizinischen Rat nutzt - um organische Ursachen abzuklären. Beispielsweise Stoffwechselerkrankungen können ja zu Gewichtsveränderungen führen oder auch viele andere Sachen, die meistens leicht zu behandeln sind, aber erst einmal erkannt werden müssen!

Unzähligen Menschen wurden schon "psychische Probleme" angedichtet - mit dementsprechendem Kummerspeck, Frustessen oder dergleichen - die viel mehr organische, körperliche Probleme hatten!

Andererseits bekamen unzählige Menschen auch schon dadurch extremen Stress, dass sie - oft teuere, auch finanziell stressende - Diäten gemacht haben, mit mehr oder weniger Erfolg und vor allem extremen Belastungen und Entbehrungen dadurch. Was vielleicht dünner macht - aber kaum glücklicher, zufriedener, allseitig gesünder!

Denn stressen können auch viel zu hohe Erwartungen - von anderen Menschen oder auch (letztlich) von sich selbst

Diese Erwartungen können viele Quellen haben: Von überhöhten gesellschaftlichen Erwartungen, z. B. "Magermodell- Schönheitswahn", bis hin beispielsweise auch solchen in der Familie, Beziehung oder Arbeit. Mit oft dem Ziel, dass man viel zu oft "funktionieren" soll: Als "braves Mädchen" oder braver Junge bzw. Frau, Mann, Partner, Arbeiter, Angestellter usw.

Letztlich ist aber eine Grundvoraussetzung für ein gesundes Leben, dass man auch ein möglichst erfülltes und zufriedenes Leben führt!

Etwas platt gesagt: Ein (mehr) erfülltes Leben kann oft einen zu gefüllten Bauch vermeiden - und in einem gesunden Körper wohnt bekanntlich ein gesunder Geist - bzw. ein zufriedener Mensch.

Eine unerfüllte, stressende, unbefriedigende Beziehung oder Arbeit bzw. ein kaum erfülltes Leben, Träume und Sehnsüchte wird hingegen sehr oft zu Süchten oder "Ersatzbefriedigungen" führen. Sei es Alkohol, zu viel Nikotin, Frustessen oder was auch immer. "Schokolade ist gut für die Seele" heißt es ja beispielsweise - auch wegen darin enthaltenem "Glückshormon" Serotonin.

"Der Glückseffekt durch diese Stoffe ist allerdings gering"

erklärte z. B. ( auf Spiegel Online vom 06.05.2015) Michael Macht von der Abteilung für Medizinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Würzburg.

Immerhin helfen diese aber vielen Menschen etwas bei der Bewältigung von Frust etwa in Beziehungen oder im Beruf. Auf Dauer zufrieden, gesund wird man so aber kaum werden können, denn außer der Gefahr der Gewichtszunahme (und dadurch Frust oder gesundheitlichen Problemen) besteht ja weiterhin die unbefriedigende, stressende Arbeit oder Beziehung

Man muss dann jedoch auch bedenken, dass ein zu schneller "Entzug" der Seelentröster (inklusive Schokolade, Süßes usw.) auch gefährlich werden kann - eventuell nimmt man dann zwar ab, aber die Seele wird dann bei anhaltendem Stress und Unzufriedenheit "ungetröstet" weiter belastet, manchmal auch viel zu sehr. Das kann bis hin zu Suizid- Gefahr gehen!

Dann hilft auch nicht, dass man sich auch noch letzte Freuden nimmt (wie etwa Schokolade) oder diese ersetzt, etwa durch Zartbitterschokolade. Vielleicht ist ja sogar richtig, dass ein im Internet veröffentlichter Artikel ("Wie Sie auch unter Stress nicht zunehmen") erklärt

Der Konsum von Zartbitterschokolade mit einem Kakaoanteil an 70 - 90% reduziert Stresshormone, wirkt gegen Müdigkeit und liefert wichtiges Magnesium
.

Ebenso gibt es ja Entspannungsmethoden gegen Stress - etwa Autogenes Training oder Yoga.

Also Autogenes Training machen, Zartbitterschokolade essen und alles wird gut?

So etwas in die (Internet-) Welt zu setzen ist vielleicht der größte Druck, Stress ...

In unserer

"Generation Burn-out"

- wie es beispielsweise der Fokus schon vor Jahren nannte- ist doch vor allem fatal die oder den Einzelnen zum "Schuldigen" zu machen. Für Frustessen oder auch "Versagen" in der Beziehung, Arbeit usw. Obwohl bekannt ist, dass heute auch Stress nicht zuletzt "Beziehungskiller Nr. 1" ist (und in Deutschland inzwischen etwa jede 2. Ehe geschieden wird).

Unglaublicher Stress in der Arbeitswelt und daraus oft resultierender Beziehungsstress führt also vor allem mit dazu, dass u. a. "Frustessen" und Kummerspeck und dergleichen entstehen können

Das ist dann auch noch ein gefundenes Fressen für unzählige Anbieter von "garantiert erfolgreichen Diäten", die sich damit oft nur goldene Nasen verdienen. Oder auch beispielsweise für viele Therapeuten bzw. "Heilsversprecher", die Jahre lang z. B. die Kindheit mit einem aufwühlen, obwohl Probleme viel eher in der Gegenwart liegen - auch das kann sehr stressen.

Ebenso wie z. B. ein schlechter Arzt, eine schlechte Selbsthilfegruppe oder Freunde, Partner, Kollegen usw.

Gegen z. B. mobbende Kollegen oder Chefs, die einfach nur neidisch auf eigentlich sehr hübsche, intelligente Menschen sind hilft aber kein "Kindheit aufarbeiten" oder eine Diät. Ebenso wenig wie beispielsweise "Freunde", "Partner", Angehörige, Kollegen, Chefs usw. die Menschen ausnutzen, stressen und daran hindern, dass sie ein erfülltes Leben führen können - inklusive Nutzen ihrer Stärken, Wünsche, Träume

Viele Menschen nehmen sich, ihre Bedürfnisse und Interessen - und damit ihre Gesundheit - auch nicht wichtig genug, schätzen sich selbst zu wenig, sind zu wenig selbstbewusst im Sinne von "sich selbst bewusst" zu sein. Das kann auch ein Grund dafür sein, dass man

zu wenig auf sich achtet, achtsam mit sich umgeht!

Dabei kann natürlich ein guter , kompetenter, freundlicher Arzt, Therapeut, psychologischer Berater, Selbsthilfegruppe - evtl. auch (zunächst) im Internet- sowie evtl. Yoga usw. helfen (ganz individuell betrachtet - denn nur allgemeine - und oft widersprüchliche - Ratschläge etwa aus dem WWW oder anderen Medien sind oft nicht individuell, konkret passend genug).

Die dabei helfen wollen und können, dass man ein erfülltes Leben führt - inklusive genug Bewegung, Sport, gesunder Ernährung aber auch erfüllendem Job, Beziehungen und soweit möglich auch erfüllten Träumen, Wünschen und Bedürfnissen. Mit auch nicht überhöhten Anforderungen an sich - woher diese auch immer kommen mögen (vielleicht ja wirklich aus der Kindheit, vielleicht ja aber auch "nur" von einem schlechten Partner oder Chef in der Gegenwart).

Sicherlich muss man auch nicht immer "happy" sein - der Druck, Stress das immer sein zu müssen wird von vielen Glücksforschern inzwischen als Hauptgrund für zunehmende Unzufriedenheiten und Depressionen gesehen. Aber natürlich macht ständige Unzufriedenheit krank.

Vor allem muss jedoch auch gesichert sein, dass man nicht auch noch gestresst wird mit "mach doch mal" (endlich).

Denn natürlich kann auch "nur" Unzufriedenheit etwa mit dem Gewicht dazu führen, dass man - ggf. auch körperlich - schlecht drauf ist bis hin zu depressiv (verstimmt). Dann hilft auch "guter Wille" alleine nicht, aber gute Freunde oder Berater - die helfen statt zu stressen, Verständnis haben anstatt Vorwürfe oder gut gemeinte Ratschläge (die aber auch Schläge sein können). Es geht sogar darum, dass

Betroffenen viel mehr Gewicht gegeben werden muss

- ihren wirklichen Bedürfnissen, Sorgen, Wünschen, Interessen, Träumen ...

Wenn daran in Ruhe gearbeitet wird - ohne Stress und Druck, denn in der Ruhe liegt die Kraft (und was einem gut tut muss man ja auch oft erst einmal erproben)- und einem somit erfülltem bzw. erfüllterem Leben inklusive Beziehungen, Beschäftigungen und gesunder aber auch leckerer Ernährung, Spaß machender Bewegung ist meistens viel mehr geholfen als mit einer, wenn überhaupt (dauerhaft) hilfreichen Diät.

Natürlich können oft auch Ernährungsratgeber hilfreich sein, manchmal liegt es auch nur an einigen nötigen bzw. hilfreichen Umstellungen - unter anderem was gegessen wird, auch wie (z. B. möglichst auch in Ruhe) oder nötiger ärztl. Hilfe.

Aber, wie etwa auch im Spiegel vom 09.02.2013 zu lesen, kann auch das eine Rolle spielen:

Hirnforscher entschlüsseln, wie Fettleibigkeit im Kopf entsteht - ausgelöst durch Stress und andere psychische Ursachen. Leichtes Übergewicht kann sogar gesund sein. Diäten jedoch sind meist nutzlos, besser helfen Anti-Stress-Therapien

Oft bedarf es auch psychologischer Beratung, die auch kostenlos möglich ist in nahezu jeder Stadt, Gemeinde, von Kirchen, Selbsthilfegruppen bzw. von Krankenkassen übernommen (ebenso wie ärztliche Untersuchungen, Beratung - evtl. mit auch Überweisung zu einem Therapeuten).

Man sollte sich bei Bedarf auch unbedingt, rechtzeitig, (professionelle) Hilfe suchen!

Denn z. B. "nur" Liebeskummer kann selbst stärksten Menschen wirklich schwer zu schaffen machen - bis hin zu (schweren) Depressionen und Suizid-Gefahr!

Da hilft dann auch Schokolade und dergleichen auf Dauer alleine nicht. Und erst recht nicht, dass man eine Diät macht ("sonst nimmt mich, immer fetter, ja nie wieder ein Partner") - denn dann nimmt man sich ja sogar noch letztes "Lebenswertes".

Und auch gegen z. B. Burn-out, Mobbing, unerfüllende Beziehungen, Jobs, zu viel Stress usw. hilft keine Diät. Manchmal bedarf das auch mehr als Hilfe von Freunden (bei Mobbing oder fiesen Chefs bzw. Partnern können z. B. auch Personalräte, Betriebsräte, ggf. auch Gewerkschaften, Anwälte, die Polizei, Vertrauenslehrer oder dergleichen nötig, hilfreich sein).

Bei vielen Fragen können auch psychologische Hilfen nötig - oder zumindest sehr nützlich - sein. Auch um erst einmal genauer untersuchen zu können (neben evtl. ärztlicher Abklärung), worin eigentlich das eigentliche Problem besteht, inklusive möglichen wirklichen Lösungen dafür - bzw. auch einfach nur Entwarnung, dass ja vielleicht nur die (Weihnachts-) Schlemmerzeit, trübes Wetter und dergleichen verantwortlich für (vorübergehende) Gewichtszunahme bzw. schlechte Stimmung sind.

Und kein Anlass für besorgte Internet - Recherchen zu "besten Diäten" - denn was man dort findet kann auch sehr schnell stressen (und wenn Ernährung vor allem, nur noch, stresst -inklusive ständig Kalorien zählen - kann das ja wiederum auch zum Zunehmen führen).

Selbst wenn man dort auch etwas erleichternde, nützliche Tipps findet - wie etwa diesen, aus der apotheken-umschau.de (vom 05.11.2015):

Wer langfristig abnehmen möchte, muss essen können, was ihm schmeckt. Und er muss sich weiterhin satt essen, um gar nicht erst in die Spirale aus Verzicht, Hunger und Jo-Jo-Effekt zu geraten. Das gelingt, indem kalorienreiche Speisen durch kalorienarme Lebensmittel ausgetauscht werden. Wichtig ist, dass die „leichten" Alternativen so ähnlich schmecken und der einzelne Mensch weiterhin zufrieden mit seiner Ernährung ist.

Pommes aus der Fritteuse können Sie zum Beispiel durch Pommes aus dem Backofen austauschen, ein Schnitzel oder Fischfilet hat ohne Panade nicht einmal halb so viele Kalorien und ein Schokopudding ist eine leckere kalorienarme Alternative für Schokolade!

Auch wenn aus o. g. Gründen - und weil es einfach auch mal Freude bereiten kann - ja mal Schokolade erlaubt ist (und es vielleicht auch eher um o. g. andere nötigen Hilfen geht), wie es auch in dem zuletzt genannten Artikel heißt:

Selbst süße Sünden sind erlaubt

Und, apropos (zu) hohe Ansprüche: Bitte bei guten Vorsätzen beachten, dass das neue Jahr bekanntlich 366 Tage hat. Man muss Ziele also nicht in wenigen Tagen erreichen, sondern kann "Gut Ding will Weile haben" praktizieren. Und nach Weihnachten, Neujahr und ein paar Tagen danach ist immer noch Zeit um wieder bewusster auf Ernährung und Bewegung zu achten. Und um bei Bedarf, evtl. auch für Ernährungs- und Trainingspläne, professionelle Hilfe bzw. Rat zu suchen - z. B. zunächst eben bei einem Arzt des Vertrauens. Zumal auch vor stark gesteigertem Training ein Gesundheitscheck empfehlenswert ist, den nur ein Arzt vor Ort machen kann. Diesem sollte man aus genannten Gründen auch eventuelle Sorgen anvertrauen, zumal Ärzte auch Schweigepflicht haben.

Anonyme und kostenlose erste Hilfe und Rat gibt ansonsten auch die Telefonseelsorge(.de), rund um die Uhr - auch an Feiertagen.

Hilfe, Unterstützung ist auch auf jeden Fall möglich.

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