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25/12/2015 08:00 CET | Aktualisiert 25/12/2016 06:12 CET

Beziehungsunfähigkeit gibt es nicht!

federicomarsicano via Getty Images

Gerade um die Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel geht es vielen Menschen schlecht - als Single oder auch in einer wenig erfüllenden Beziehung. Vielleicht auch schon mit vielen gescheiterten Beziehungen (oder noch gar keiner) hinter sich. Eventuell sogar auch noch mit mehr oder weniger - und für Betroffene fast nie! - lustigen Bemerkungen wie "du ewiger Single" oder dergleichen konfrontiert.

Das kann, ebenso wie auch sonst "nur" Liebeskummer, Menschen wirklich schwer zu schaffen machen - bis hin zu Suizid-Gefahr!

Man sollte sich dann unbedingt, auch rechtzeitig, (professionelle) Hilfe suchen!

Die auch in den meisten Städten, Gemeinden und bei Kirchen angeboten wird - psychologische Beratung, "Lebenshilfe" oder auch Trauerbegleitung. Anonyme und kostenlose erste Hilfe und Rat gibt auch die Telefonseelsorge(.de), im akuten Notfall bitte auch die "112" wählen - lieber einmal mehr als zu wenig, eventuell auch zu spät! Liebeskummer oder Einsamkeit haben oft schon stärkste Menschen an extreme Abgründe gebracht, die wirklich ohne Hilfe fatal enden können!

Und das wäre auch äußerst schade - zumal unzählige Menschen ja auch gerade dann ihr (auch Liebes-) Glück gefunden haben, als sie nicht mehr damit gerechnet haben.

Was auch etwas von Druck befreit - denn "auf Teufel kommt raus" Partner zu suchen geht meistens daneben, lässt auch oft (wenn überhaupt) nicht sehr attraktiv erscheinen und oft bei "Erstbesten" landen - und dann nur wieder schlechte Erfahrungen machen. Mit der sich vermeintlich bestätigenden Überzeugung "ich finde nie die / den Richtigen" oder gar "ich bin wirklich beziehungsunfähig".

Aber: Falsche, nicht passende Partner gibt es sicherlich.

Beziehungsunfähigkeit gibt es aber nicht !

Beziehungsunfähigkeit gibt es wirklich faktisch nahezu nie! Wenn Menschen überhaupt `beziehungsunfähig` werden, dann meistens als `sich selbst erfüllende Prophezeiung`- weil man denkt (bzw. von anderen Menschen suggeriert bekommt), dass man Beziehungs- unfähig ist wird man es- da man dann eben auch entsprechend denkt, fühlt, handelt in Beziehungen (bzw. auf der Suche danach).

Bei Problemen mit Beziehungen, `Beziehungsstörungen` und Aufarbeitung schlimmer Erlebnisse, auch in Beziehungen, oder Verlusterfahrungen (was bei neuen Beziehungen stören kann) kann nahezu immer geholfen werden, z. B. mit psychologischer Hilfe.

Sicherlich gibt es Erkrankungen, traumat. Erlebnisse u.a., die Beziehungsfähigkeit belasten können bzw. (zeitweise) einschränken. Aber,

vor allem, gibt es auch wirklich immer berechtigte Hoffnung und mögliche- auch psycholog. bzw.therapeutische- Hilfen!

Das ist wirklich wichtig zu wissen- denn viele Singles bzw. vermeintlich Betroffene von Beziehungsunfähigkeit leiden sehr darunter, teilw. auch fatal bis hin zu Suizid-Gedanken!

Kein Mensch ist aber wirklich Beziehungs-unfähig- und es gibt zudem auch immer mögliche Hilfe, Unterstützung! Bei Bedarf, bzw. wenn man das möchte, auch psychologische bzw. therapeutische. Zu großen Teilen auch kostenlos in nahezu jeder Stadt, Gemeinde, von Kirchen, Selbsthilfegruppen bzw. von Krankenkassen übernommen (ebenso wie ärztliche, ggf. auch medikamentöse Hilfe, Untersuchungen).

Hier muss man leider manchmal auch etwas suchen, bis man passende Berater, Therapeuten oder Gruppen findet - denn auch hier muss ja die gegenseitige "Chemie" stimmen. Bitte auch da nicht von evtl. schlechten Erfahrungen abhalten lassen!

Bei guten Ärzten, Beratern, Therapeuten oder Gruppen wird man Verständnis für seine Probleme, Ängste usw. und Unterstützung finden können, dazu sind die ja da!

Ebenso wie etwa auch die Telefonseelsorge(.de), deren Beratern man sich auch anonym anvertrauen kann, auf Wunsch auch per E-Mail oder telefonisch. Kostenlos, vertraulich, Tag und Nacht.

Und Beziehungsprobleme müssen auch nicht peinlich sein. Die hatte auch schon jeder Mensch!

Und `Single` sein hat ja Vorteile, ebenso wie Partner zu haben. Beides ist aber heute auch nicht einfach- auch nicht gute Freunde und Partner zu finden- und hat nicht nur Vorteile. Es heißt auch nicht umsonst Beziehungsarbeit. Das erfordert auch viel Übung, Training und oft auch (Einzel- oder Paar-) Coaching, Beratung.

Probleme können - nicht müssen! - auch Wurzeln in früheren Erlebnissen oder Beziehungen haben (etwa mit Eltern, Geschwistern aber auch anderen). Auch hier gibt es aber mögliche psycholog. Hilfen. Auch um aus alten, (teilw.) wenig förderlichen- oft unbewussten- `Beziehungsmustern` bzw. `Glaubenssätzen` herauskommen und Alternativen entwickeln zu können. Und um auch mehr

gesundes Selbstbewusstsein entwickeln

zu können - sich seiner selbst bewusst zu werden (dadurch auch selbstbewusster) ist eine wesentliche Grundlage zum Finden guter Partner, denn die meisten "ewigen Singles" verkaufen sich oft viel zu sehr "unter Wert", sehen sich oft viel zu negativ im Vergleich zu anderen Menschen - also quasi gar nicht eines guten Partners "wert" - und so kann man den auch kaum finden!

Hier kann, auch (s. oben) kostenlos möglicher Rat wirklich sehr helfen. Mit dabei sich auch mehr selbst bewusst werden zu können `was will, brauche ich eigentlich im Leben`- und in Beziehungen.

Was für Ziele, Träume, Bedürfnisse habe ich. Wo kann ich Kompromisse eingehen - und wo nicht (denn falsche Kompromisse sind oft fatal), usw. So wird man auch besser passende Freunde, Partner, Zielgruppen sozusagen finden können.

Das, lange nicht optimale Partner zu finden, ist auch alles andere als ein nur persönliches Problem, Phänomen- von nur Außenseitern oder Menschen mit irgendwelchen Makeln (sondern betrifft heute, in unserer auch sehr hektischen Zeit, zig Millionen Menschen. In Großstädten sind heute ja bereits 40- 60 % der Menschen zumindest alleine wohnend).

Zumal: Nobody is perfect und alle Menschen sind schon von Natur aus ja Mängelwesen! (das, zu hohe Erwartungen an sich oder andere Menschen sind auch ein Hauptgrund für Scheitern bzw. Unterbleiben von Beziehungen, auch daran muss man oft arbeiten, z. B. auch in psycholog. Beratung). Es gibt ja keine hässlichen Menschen, dumm geboren wird auch kein Mensch!

Selbst Menschen mit wirklichen Gen-Defekten wie bei Trisomie 21, denen früher z. B. nicht einmal Schulfähigkeit zugetraut wurde, machen mit besserer Förderung und weniger Vorurteilen gegen sie, mehr Glauben an sie- man ist ja nicht behindert, man wird behindert durch zu wenig Förderung, Unterstützung bzw. Vorurteile- heute Abitur. Und unzählige dieser (oder auch `Autisten`, `Borderliner`, `geistig Behinderte` und andere die mit ähnlichen Vorurteilen zu kämpfen haben) so oft als beziehungsunfähig geltenden Menschen haben für sie - und das ist ja entscheidend, Glück ist ja wirklich Selbstgenügsamkeit - zufrieden stellende, glücklich machende Beziehungen gefunden.

Zumal, selbst wenn man sich selbst für nicht so toll oder auch etwas `crazy` hält, hier wirklich einmal F. Nietzsche Recht hatte mit seiner Einsicht

`Keiner ist so verrückt,dass er nicht noch einen Verrückteren findet, der ihn versteht`.

Oft hilft auch wirklich einfach- oder mit Hilfe dazu- sich hier nicht von Mitmenschen `verrückt machen` zu lassen. Bzw. als `beziehungsunfähig` abstempeln.

Zumal das sogar oft noch Leute tun, die vor der eigenen Haustüre kehren sollten- die auch wenig tolerant gegenüber anderen Menschen bzw. auch - ggf. ja auch etwas moderneren- Beziehungsformen sind.

Bzw. einfach nur neidisch diesen bzw. tollen Menschen gegenüber. Bis hin zu Mobbing bzw. ständig runter machen. Mit dann auch nötiger (profess.) Unterstützung. Wie auch bei sehr belastenden Beziehungsproblemen, Liebeskummer, großer Einsamkeit, ... Wenn z. B. ernsthafte Depressionen entstehen, mit Suizid-Risiko. Und bei so genannten

Bindungsstörungen

Zu solchen kommt es aber auch nur in recht seltenen Fällen (in der Regel allerdings nur im Kindesalter -wie so genannte Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters bzw. Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung ). Aber eben behandelbaren Störungen- nicht Unfähigkeiten! So etwas (oder auch andere o. g. Fragen) kann man auch (zunächst) mit einem Arzt besprechen, auch ob vielleicht doch sinnvoll ist etwas, evtl. auch psychologisch, therapeutisch, aufzuarbeiten bzw. zu behandeln. Weiteres kann dann auch nur vor Ort, persönlich konkret besprochen bzw. untersucht werden.

Zumal ja z. B. auch Stoffwechselstörungen oder dergleichen, organische Ursachen auch zu z. B. depressiven Erscheinungen führen, die auch Beziehungen beeinflussen können. Das muss ärztlich untersucht werden, auch als Grundlage - bzw. vorab Abklärung - für psycholog. Hilfen.

Hilfe, Unterstützung ist aber wie gesagt auf jeden Fall möglich.

Ich wünsche all the best, auch in jeder Beziehung ...

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