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26/10/2015 07:34 CET | Aktualisiert 26/10/2016 07:12 CEST

"Ausländerkriminalität" schönzureden wird zunehmend gefährlicher!

dpa

Die Polizei in Kiel hat nun laut diverser Medien- Berichten (inoffiziell) Journalisten gebeten, nicht über Flüchtlingsgewalt zu berichten (auch die "Huffington Post" berichtete am 24. 10. 15 davon) Der bekannte Kieler stellvertretende Bundesvorsitzender der FDP und Anwalt W. Kubicki nennt das demnach einen

Skandal

- in der Tat. Und es ist auch sehr gefährlich.

Einerseits natürlich bei Gewalt gegen "Ausländer", Flüchtlinge. Die man natürlich gut schützen muss. Alles andere wäre in einem sogenannten Rechtsstaat ja auch nicht legitim. Und wenn zumindest die Zahlen (und oft auch das Ausmaß) stark ansteigen, muss darüber natürlich auch berichtet werden, um auch öffentlich über genug Maßnahmen dagegen diskutieren zu können, wenn etwa das Hamburger Abendblatt am 23. 10. 15 berichtet:

Deutschlandweit hat sich die Zahl der rechten Straftaten gegen Asylunterkünfte von 58 in 2013 über 177 im letzten Jahr auf 461 allein bis Anfang Oktober erhöht, wie aus der als „Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch" eingestuften 28-seitigen Lagebild-Analyse hervorgeht.

Dass, wie die Polizei in Kiel sagte, man nicht gesicherte Daten hätte, erscheint demnach auch zweifelhaft. Fast tagtäglich hört man ja in Medien auch über neue Anschläge auch gegen Flüchtlingsunterkünfte, Attentate wie das gegen die Kölner Oberbürgermeisterin, üble Hetze und Bedrohungen gegen "Flüchtlingsbefürworter" usw. Und beim Hamburger Abendblatt bezieht man sich auf ein Papier, das schon sehr zu denken gibt, wenn man dort weiter liest:

Das geht aus einem vertraulichen Dossier des Bundeskriminalamts (BKA) hervor, das der MOPO vorliegt. Sachbeschädigung, Propaganda, körperliche Angriffe bis hin zu Brandstiftung - in der BKA-Datei mit dem Namen LAPOS (Lagebild/Auswertung politisch motivierter Straftaten) sammelt sich alles, was der Hass von Rechts aufzubieten hat.

Und es gibt da sicher noch (hohe) "Dunkelziffern".

Auch in "Berlin Direkt" (ZDF) vom 25. 10. 15 wurde nun berichtet, dass die

Gewalt- Zahlen gegen Flüchtlinge noch nie so hoch waren, nicht nur wegen größerer Flüchtlingszahlen. Das muss natürlich zum Denken anregen - und zum Handeln!

Und Gewalt und Kriminalität von Flüchtlingen, "Ausländern"?

Auch über die soll ja (s . oben) lieber nicht berichtet werden. Wohl gut gemeint - und auch im eigenen Interesse der Polizei. Verständlich, wenn man dort Sorgen hat, dass jede Meldung über einem kriminellen Flüchtling mehr zu Pegida- und dergleichen Demos führen kann, demagogisch ausgeschlachtet wird.

Zu noch einem Attentat wie in Köln, auf die nun Oberbürgermeisterin dort, wo der Attentäter sagt er müsse uns alle schützen vor den bösen Flüchtlingen, deren Befürworter. Für noch mehr Anschläge oder Bedrohungen gegen Flüchtlinge. Mit auch noch mehr evtl. gefährlichen Einsätzen für Polizisten, die ausbaden sollen was die Politik nicht besser hinkriegt oder verursacht. Aber ist das langfristiger gedacht wirklich sinnvoll?

Wohl kaum. Die Wahrheit lässt sich auch selten verharmlosen.

Und natürlich gibt es auch nicht nur gute "Ausländer" und Flüchtlinge

Und kommt dann heraus, dass hier Fakten geschönt werden, ist natürlich das "Lügenpresse"- Geschrei groß, man hat ja dann sogar noch Beweise dafür, Lügen (von der Presse oder Polizei oder wem auch immer). Und kann mit "wer einmal lügt " immer wieder argumentieren.

Gut, dazu könnte und müsste man viel sagen, auch zu manchmal nötigen Notlügen. Aber es geht ja um den grundsätzlichen Umgang mit so etwas. Und da ist Schönrederei gefährlich. Wenn man Flüchtlinge und "Ausländer" menschlich behandeln und betrachten will, was man natürlich unbedingt sollte, würde ja diese zu Heiligen machen zu wollen auch nichts bringen, sondern eher im o. g. Sinn dann denen, die sie oft zu Sündenböcken machen oder dämonisieren wollen einen Gefallen tun.

Natürlich sind Flüchtlinge nicht an einer schlechten Politik schuld, solche Sündenbock-Rollen sollte man natürlich spätestens seit NS-Zeiten mehr als kritisch sehen, wo ja z. B. auch die Juden, Russen an allem Schuld waren ...

Und natürlich ist Schwachsinn, dass "Ausländer" genetisch bedingt irgendetwas Schlechtes mitbringen. Und selbst wenn das so wäre: Nach dem 2. Weltkrieg, als zum zweiten Mal hintereinander ein Weltkrieg aus Deutschland hervorgegangen war, grausame Barbarei "made in Germany", gab es ja durchaus Überlegungen diese "Teufel" auszurotten, über Deutschland Atombomben zu werfen oder dergleichen.

Stattdessen wurde Deutschland mit internationaler Hilfe, z. B. dem Marshallplan, wieder aufgebaut - leider hält aber auch die derzeitige deutsche Regierung Versprechen nicht etwa dem Kosovo Aufbauhilfen zu geben. Sind Waffenexporte selbst in mehr als sehr fragwürdige Gebiete mit Menschenrechtsverletzungen dort nochmals gestiegen ... Arbeitet die Bundesregierung bezüglich Kosovo, Syrien, Türkei, in Afrika usw. durchaus mit (zumindest moralisch) verbrecherischen Kräften zusammen.

Diese Politik ist eine

Schande für Deutschland
, wie es auch G. Restle, der Leiter von Monitor (ARD) in einem Kommentar in den Tagesthemen bereits im August nannte. Man könnte auch sagen ein Verbrechen - das auch zumindest dazu beiträgt, dass zig Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssen.

Und natürlich auch einige davon kriminell werden, ebenso wie Deutsche auch. Nobody is perfect.

Und für Vieles muss man auch kein Verständnis haben!

Ob z. B. ein "Ausländer" oder Ur-Deutscher eine Vergewaltigung begeht ist ja völlig egal, beide müssen gerechte Strafen bekommen (oder was will man sonst Opfern oder dessen Eltern erzählen, wenn nicht?). Vieles ist unentschuldbar.

Viele z. B. in Berlin- Neukölln kriminell gewordene Jugendliche sagen auch, dass sie auch immer krimineller wurden, weil man viel zu mild mit ihnen umging, zu verständnisvoll. Im Nachhinein hätten sie sich klarere Ansagen und Maßnahmen z. B. von Jugendrichtern dort gewünscht.

Also immer fester drauf mit Strafen, Gesetzen und mehr und schneller abschieben?

Nun ja, selbst wenn einige Flüchtlinge auch nach längerer Zeit sich einfach noch nicht integriert haben, ggf. auch straffällig wurden - sollte man dann sofort abschieben? Oder muss man dann nicht auch mehr Geduld haben?

In Deutschland gibt es ja offensichtlich auch über 70 Jahre nach Kriegsende noch großes rechtsradikales Potenzial. Also doch Atombomben auf Deutschland werfen, bevor auch noch der 3. Weltkrieg von dort ausbricht?

Das mag wohl etwas krass klingen, es geht aber darum ob ausgerechnet Deutsche, denen man Jahrzehnte zur "Umerziehung" zubilligte, obwohl die absolute Mehrheit einer Gewaltherrschaft folgte, so ungeduldig sein sollte mit verhältnismäßig gesehen ziemlich wenig verbrecherischen "Ausländern". Und auch mehr schauen, was diese dazu macht.

Und, wenn es wirklich um "Leitkultur" geht im Sinn von Gesetze wahren und dergleichen: Was ist dann mit Ur-Deutschen Massen-Vergewaltigern? Wenn die hier bleiben dürfen und "Ausländer raus" schon bei weniger Straftaten gilt, geht man ja doch nach Nationalität. Und Justitia soll blind sein, nach rechtsstaatlichen Prinzipien- aber bezüglich der Hautfarbe, Nationalität doch nicht?

Sorry, aber viele machen es sich da doch zu leicht. Und aus meinen Erfahrungen mit Flüchtlingen in z. B. Berlin- Neukölln kann ich wirklich bestätigen, dass diese sehr nett und freundlich in Deutschland ankamen. Dann aber in deutsche Gangs kamen und sich anschließend, wie mir Landsleute bestätigten (und wie ich auch dort sehen konnte) in deren Herkunftsländern sehr harte Strafen bekommen hätten, das ist alles andere als "typisch arabisch" oder dergleichen.

Und diverse Studien belegen ja immer wieder, dass viele (aber relativ sehr, sehr wenige) "Ausländer" - alleine das ist ja ein ausgrenzender Begriff - auch kriminell werden, weil sie um "dazuzugehören" z. B. Markenklamotten usw. stehlen.

Auch deshalb, weil sie oft hier kaum Chancen und Anerkennung bekommen, auch Radikalen verfallen; sie sich schon strafbar machen, wenn sie z. B. ihre Stadt unerlaubterweise verlassen, um z. B. Verwandte anderswo zu besuchen, was für sie aber natürlich elementar wichtig ist

Weil sie in "Massenmenschhaltungen" wirklich auch aggressiv gemacht werden (wer das bestreitet, gehe bitte einmal Monate lang in eine solche) Weil man sie ewig nicht arbeiten lässt, was ja auch nach vielen Studien Menschen aggressiv bzw. depressiv werden lassen kann, auch Deutsche.

Insofern ist auch wichtig zu sehen, dass angesichts dieser Bedingungen zwar noch erstaunlich viele Flüchtlinge friedlich bleiben, bei den anderen aber geschaut werden muss, was sie aggressiv, kriminell werden lässt.

Und dann etwas gegen Ursachen tun - dafür muss man sich aber ja erst einmal eingestehen, dass es in der Tat das Problem gibt und auch nicht nur bei Einzelfällen - und natürlich nicht Ursache und Wirkung verdrehen, wie nun jetzt mit "Abschiebebeschleunigungsgesetzen" und dergleichen und Bestärkung von genau dem, was natürlich z. B. aggressiv macht - nun noch längere Verweildauer in Einrichtungen und damit noch längerem nicht arbeiten können!

Würde man die Menschen früher arbeiten lassen, könnten diese selbst Mieten, Wohnungen - dort untergebrachte Flüchtlinge sind ja nahezu nie gewalttätig - und auch noch Steuern zahlen - in der Summe würden so Milliarden gespart (an unwürdigen Unterkunftskosten) bzw. gewonnen, die auch für bessere Integrations- und Bildungsmaßnahmen, Stellen, sozialen Wohnungsbau usw. , echte Chancen für Deutsche inkl. "Ausländern" und Flüchtlingen genutzt werden können.

Und da gibt es ja schon seit Jahrzehnten enorme Versäumnisse, auch in der Steuerpolitik usw. die in Deutschland immer mehr Arme einerseits und Reiche anderseits produziert, was auch ein moralisches Verbrechen ist, zumal in einem der reichsten Länder der Erde!

Und das ist ja nichts Neues, wird alljährlich selbst durch offizielle "Armutsberichte" der Regierung bestätigt und ChancenUNgleichheit ist ja gerade in Deutschland bekanntlich extrem. Schon 1997 ergab z. B. eine durchgeführte Analyse für die Europ. Union zur Entwicklung der Jugendgewalt (und Erkenntnisse von Untersuchungen europ., auch deutscher, kriminologischer Forschungsinstitute) eine zentrale Schlussfolgerung:

„Die Zunahme der Jugendgewalt steht in engem Zusammenhang damit, dass unsere Gesellschaft immer mehr zu einer winner-loser-Kultur wird. Vor allem junge Migranten geraten dabei in ein soziales Abseits".

So sind demnach auch z. B. die Eltern von Migranten doppelt so oft von Arbeitslosigkeit betroffen bzw. beziehen Sozialhilfe und dergleichen ... Je weniger privilegiert eine Gruppe ist (bezüglich Schulbildung, Zukunftsaussichten u.a.), umso höher das Jugendgewaltrisiko- und am geringsten privilegiert sind sozial Schwache, vor allem Migranten.

Inklusive jungen, auch erwachsenen, Flüchtlingen. Wie ja auch PISA-Studien dann belegten haben also weniger privilegierte „Schichten", Menschen bestimmter Herkunft (auch sozialer) in Deutschland weniger Chancen. Das (!) führt - bei Deutschen und „Ausländern" - zu Kriminalität.

Da die meisten „Ausländer" i. d. R. noch weniger Chancen haben werden sie auch noch (etwas) krimineller. Das hat ja aber natürlich nichts mit „genetischen" oder kulturellen Besonderheiten, Schwächen zu tun. Sondern o. g. strukturelle bzw. gesellschaftlichen, politischen Ursachen!

Oder waren doch früher die Juden die schlechte Menschen - und nicht auch die Entwicklungen,

Bedingungen, Umstände und (Juden-) Gesetze, Normen, Ansichten bis 1945? Dass aus denen „auch nicht so viel wurde". Waren die auch nicht integrationswillig?

Natürlich ist das nicht das Gleiche. Man muss das aber wirklich so krass ansprechen, um zu verdeutlichen, wohin solch ein Irrsinn führen kann, selbst schon unterschwellig natürlich Menschen demütigen, verletzen - und so ggf. auch wütend machen- kann!

Deshalb ist ja auch eigentlich Aufgabe der zuständigen Politiker etwas an diesen Ursachen, Umständen bzw. auch öffentlichem Bild zu tun - gerade auch in Deutschland, mit auch Schlussfolgerungen aus der deutschen Geschichte.

Und dass es auch einige "Ausländer", Flüchtlinge gibt, die krimineller als der "Durchschnittsdeutsche" sind oder es einigen Deutschen, zumindest Obdachlosen, sogar noch schlechter geht als dem "Durchschnittsflüchtling", ist vielleicht der Diskussion wert. Aber bitte auch nicht so zumindest verbal gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und evtl. Gegnern von Flüchtlingen.

Viel mehr sollte man sich gemeinsam für eine andere Politik einsetzen, im Interesse von Flüchtlingen und Deutschen.

Denn z.B. mehr Geld für sozialen Wohnungsbau mag Interessen von Container- Verkäufern schaden, die damit 20.000 Euro verdienen - pro Flüchtling! (laut der Welt vom 1. 10. 2015 haben Containerhersteller zuletzt die Preise verzehnfacht!). Aber damit können alle anderen in diesem Lande sicher leben, zumal aus der Not von Menschen auch noch Profite zu machen sicher ein, zumindest moralisch gesehen, sehr großes Verbrechen ist.

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