BLOG
02/02/2016 10:04 CET | Aktualisiert 02/02/2017 06:12 CET

Migrationsforscher zur Flüchtlingsströme - Kontrolle: "Man muss auch bereit sein zu schießen"

PATRIK STOLLARZ via Getty Images

Zu einer differenzierten Berichterstattung, Darstellung der Wahrheit - ob sie einem nun gefällt oder nicht - muss man auch unbequeme Wahrheiten aussprechen und anhören, diskutieren. So kritisch man diese auch sehen mag - das tut derzeit die AfD in einer der wohl heikelsten politischen Fragen.

Letztlich stellt das auch Scheinheiligkeit bzw. Heucheleien der Parteien bloß, die auf der "Demagogie der AfD" herumhacken- deren Politik, "Alternativen" aber kaum besser ist, wie etwa der CSU.

Bei mehreren Talkshows - z. B. zuletzt bei Maischberger - wurde die AfD aber in die Mangel genommen (vor allem) wegen deren Behauptung, dass die Sicherung der Grenzen eventuell auch auf Flüchtlinge schießen bedeuten würde.

Warum wurden aber nicht Vertreter anderer Parteien, die auch Obergrenzen bzw. "mehr Sicherung der Grenzen" fordern von Frau Maischberger und anderswo von anderen Journalisten kritisch befragt?

Bei "Hart aber fair" wurde das zuletzt zwar etwas getan, konsequent aber dann doch auch nicht.

Im aktuellen Stern (vom 28. 1. 2016), im Artikel "Obergrenze - das schaffen wir nicht" - kommt aber der bekannte Migrationsforscher Vassilis Tsianos von der Universität Hamburg zu Wort, der dort sagt:

"Die Geschichte der Kontrolle von Flüchtlingsströmen zeigt eindeutig: Sie ist nur möglich mit Gewalt"

Und, unmittelbar danach, sagt er dort:

"Man muss schon bereit sein zu schießen".

Auch wenn er sicherlich kein Rassist ist und hofft, dass das nicht nötig ist - und die Politik von Frau Merkel auch etwas bewirkt.

Nun, das sah bereits u. a. Georg Restle, Leiter von "Monitor" (WDR) in seinem Kommentar in den Tagesthemen am 25. 8. 2015 anders, wo er ausführte;

Aber wir sollten uns nicht täuschen: Klar, die rechtsextremen Gewalttäter und ihre brav-biederen Unterstützer sind eine Schande für dieses Land. Die eigentliche Schande aber ist die deutsche und europäische Flüchtlingspolitik. Eine Flüchtlingspolitik, die die Ursachen für die Flucht von Millionen Menschen nicht bekämpft, sondern sie immer wieder aufs Neue schafft.

Er nannte dort auch eindrückliche Beispiele:

Zum Beispiel im Kosovo, wo auch diese Bundesregierung ihr Versprechen gebrochen hat, dem Land nach dem Krieg wieder auf die Beine zu helfen und stattdessen ein hochkorruptes Regime unterstützt, das die Menschen in die Flucht treibt.

Zum Beispiel in Syrien, wo diese Bundesregierung die Politik eines türkischen Präsidenten unterstützt, der islamistische Mörderbanden mit Waffen versorgt. Mörderbanden, vor denen Hunderttausende nach Europa fliehen.

Oder Afrika, wo der deutsche Außenminister einen Pakt mit den schlimmsten Despoten des Kontinents schließen will. Einen Pakt, der verhindern soll, dass politisch Verfolgte ihr Land verlassen können und sie stattdessen ihren Verfolgern ausliefert.

Diese Politik ist eine Schande für dieses Land. Daran müsste etwas geändert werden. Mit kernigen Parolen allein ist jedenfalls niemandem geholfen.

Ja- und das trifft sicher nicht nur auf die AfD zu, sondern auch auf Parolen der CSU (nach Obergrenzen, ohne deren Konsequenzen allseitig mit zu benennen, zuzugeben) und auch die der restlichen Bundesregierung mit o. g. Politik. Denn natürlich könnte eine andere Politik Fluchtursachen bekämpfen, aber natürlich nicht eine solche, die diese fördert - und mit der alltäglich Menschen u. a. in Syrien getötet werden!

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplat

tform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.