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03/10/2015 06:06 CEST | Aktualisiert 03/10/2016 07:12 CEST

Deutsche Einheit: Es liegt noch einige Arbeit vor uns

Thinkstock

Im Nachhinein mutet es schon seltsam an, dass bis weit ins Jahr 1989 noch als unvorstellbar galt, das oktroyierte Staatsgebilde „DDR" könne in so kurzer Frist das Zeitliche segnen. Umso aufwühlender waren jene Wochen im „Freiheitssommer" des Jahres - zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Aufbruchseuphorie und der Furcht vor fortgesetzter Stagnation.

Dem großen Jubel über die mit großem politischen Mut Helmut Kohls und Hans-Dietrich Genschers erkämpfte Deutsche Einheit vor 25 Jahren konnten nicht nur „blühende Landschaften" folgen.

Verlierer der Deutschen Einheit

Leider beschlich so manch einen (vermeintlichen und tatsächlichen) Verlierer der Deutschen Einheit das Gefühl, dass es unter der Fuchtel von Ulbricht, Honecker und Co. angeblich besser gewesen war. Und es wäre sicherlich fern der Wahrheit, wenn wir heute erklären, wir hätten alle Widrigkeiten des deutsch-deutschen Zusammenwachsens vorhergesehen.

Aktuelle Umfragen zeigen auf, dass 18 Prozent der Ostdeutschen und 27 Prozent der Westdeutschen jeweils noch nicht „drüben" waren. Das ist ziemlich unbefriedigend.

Besorgnis beschleicht mich jedoch angesichts der manchmal noch immer geringen Verankerung der demokratischen Kultur, wenn zum Beispiel die große Volkspartei SPD bei Landtagswahlen auf annähernd gleiche Höhe mit den Rechtsextremen gewählt wird. Eine tiefgreifende Gefahr für den Rechtsstaat besteht hier zwar nicht, im Sinne unserer Demokratie liegt aber gewiss noch einige Arbeit vor uns.

Wir das in den vergangenen 25 Jahren ganz ordentlich hingekriegt

Rückblickend können wir aber mit Stolz und ohne Bescheidenheit feststellen: Wenn wir uns das heutige wiedervereinigte Deutschland anschauen - die großen Linien: seine Weltoffenheit, seine Wirtschaftskraft, seine Freiheitskultur - dann haben wir das in den vergangenen 25 Jahren ganz ordentlich hingekriegt.

Am Ende bleibt die stille Hoffnung, dass es uns gelingt, die Unterschiede innerhalb der kommenden 25 Jahren so auszugleichen, dass „Ost" und „West" keine Mentalitäten, sondern nur noch Himmelsrichtungen charakterisieren.

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