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02/06/2015 05:05 CEST | Aktualisiert 02/06/2016 07:12 CEST

WetterOnline klärt auf: Mehr Wetterextreme als früher?

Nach den jüngsten Unwettern mit Tornados mehren sich die Schlagzeilen, wonach Wetterextreme infolge des Klimawandels spürbar zugenommen hätten. Solche Spekulationen werden auch von einem Bericht des Umweltministeriums genährt, der Wetterkapriolen zum Anlass nimmt, um vor dem Klimawandel zu warnen.

Es ist jedoch sehr problematisch Wettererscheinungen mit dem Klimawandel in Verbindung zu bringen, denn Wetter und Klima sind zwei völlig verschiedene Dinge. Während sich Wetter auf einer Zeitskala von einigen Tagen bis wenigen Wochen vollzieht, findet Klima in Zeiträumen von Jahrzehnten statt. Klimaänderungen werden daher naturgemäß erst im Laufe vieler Jahrzehnte bis Jahrhunderte, größere Schwankungen sogar erst nach Jahrtausenden sichtbar. Daher sind Wetterkapriolen zur Begründung einschneidender Klimaschutzmaßnahmen gänzlich ungeeignet.

Während des Tornados in Bützow in Mecklenburg entstanden diese Aufnahmen von einem Sportplatz aus. Der Wirbel zieht direkt über den Platz hinweg und reißt ein Dach mit sich.

Ungeachtet der Tatsache, dass sich das Klima der Erde derzeit mit durchaus beunruhigender Geschwindigkeit erwärmt, gibt es bislang aber noch keine belastbaren Beweise dafür, dass die Zahl der Wetterextreme - wie von Klimawissenschaftlern befürchtet - bereits nachweislich zugenommen hat. Unwetter mit Starkregen oder großem Hagel sowie zerstörerische Stürme hat es seit Menschengedenken schon immer gegeben. Selbst starke Tornados sind in Europa keineswegs neu. Das gleiche gilt für längere Hitzewellen oder Ernteausfälle durch Dürren.

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Rekord-Eisminimum im Spätsommer 2012: Mit nur 3,4 Millionen Quadratkilometern erreichte die Eisausdehnung in der Arktis einen neuen Tiefststand. Die Beobachtungen reichen allerdings erst wenige Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück. Bild: NOAA

Dies versteht sich jedoch nicht als Freibrief für die hemmungslose Verbrennung fossiler Energieträger. Denn tatsächlich neu ist der damit verbundene Einfluss auf klimasteuernde Faktoren wie etwa die Konzentration von Treibhausgasen. Kohlendioxid trägt zur Erwärmung der Atmosphäre und damit - auf lange Sicht - auch des globalen Klimas bei. Und gerade weil die Folgen dieses Wirkens erst nach Generationen zum Tragen kommen, verbietet sich der gedankenlose Umgang mit den Ressourcen der Erde. Er kommt einem Experiment mit ungewissem Ausgang gleich.

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Diese Messreihe gibt an, wie stark die Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid seit 1958 angestiegen sind. Es ist die längste kontinuierliche Aufzeichnung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Bildquelle: NOAA

Das Versäumnis liegt also nicht in den Mahnungen der Wissenschaftler vor den möglichen Folgen eines langfristigen Klimawandels, sondern in den unzutreffenden Begründungen derer, welche die Zeitskala von Klimaänderungen allein der erhofften Wirkung wegen unglücklicherweise auf eine Handvoll Jahre herunterbrechen. Stürme, Überschwemmungen, Kälte, Dürren und Hitzewellen, all das hat es auch in früheren Jahrhunderten zigfach gegeben. Neu ist allein, dass wir nun wissen, dass wir künftigen Generationen wahrscheinlich zusätzliche Probleme bereiten.

Als der große Tornado auf sie zuraste, filmten diese jungen Leute einfach weiter und fanden es zunächst noch lustig, da sie sich der Gefahr nicht bewusst waren.

Weitere Informationen:

News-Rubrik Klimawandel: www.wetteronline.de/klimawandel

Top-Themen aus der Redaktion: www.wetteronline.de/themen

Klimadiagramme weltweit: www.wetteronline.de/klimadaten

WetterOnline

WetterOnline wurde 1996 von Inhaber und Geschäftsführer Dr. Joachim Klaßen gegründet und ist heute mit www.wetteronline.de der größte Internetanbieter für Wetterinformationen in Deutschland. Neben weltweiten Wetterinformationen gehören redaktionelle Berichte und eigene Apps zum Angebot. Dank hochwertiger Technik und einem Team von etwa 60 Experten gehören Wettervorhersagen auf wetteronline.de zu den zuverlässigsten Wetterprognosen im deutschsprachigen Internet, zuletzt belegt durch Untersuchungen der „Stiftung Warentest" (April 2014) und der Fachzeitschrift „Reise & Preise" (Oktober 2014). Im November 2014 wurde WetterOnline für die zwei Wirtschaftspreise „Großer Preis des Mittelstandes" und „Ludwig 2015" nominiert und als „Beste Website des Jahres 2014" in der Kategorie „Wetter & Verkehr" ausgezeichnet.