BLOG
07/12/2016 11:28 CET | Aktualisiert 08/12/2017 06:12 CET

Filmemachen als gesellschaftliche Verantwortung

  • Den Trailer zu "Salt and Fire" seht ihr im Video oben

Unser Film "Salt and Fire", bei dem Werner Herzog und Regie und Drehbuch übernommen hat, thematisiert die Geschichte einer deutschen Wissenschaftlerin, deren Geiselnehmer in Bolivien mit ihrer Entführung auf eine große, menschengemachte Umweltkatastrophe aufmerksam machen will. Die Grundlage dieser Verfilmung ist die Kurzgeschichte "Aral" von Tom Bissel, die im Umfeld des Aralsees in Zentralasien spielt. Die Austrocknung und Versalzung des Aralsees stellt weltweit eine der größten von Menschenhand verursachten Umweltkatastrophen dar und steht damit wie nichts anderes für den Raubbau, den der Mensch an der Natur betreibt - mit desaströsen Auswirkungen.

Alles was bleibt, ist eine giftige Salzwüste

Durch Plantagenbau und Fluss-Umleitungen sank die Fläche des ehemals viertgrößten Binnensees der Erde von 68.000 auf weniger als 5.000 Quadratkilometer. Nach dem Rückzug der Wasserlinie blieb eine Salz- und Staubwüste, die durch jahrzehntelange Einträge an künstlichen Düngemitteln, Pestiziden und anderen Schadstoffen hochgradig giftig ist. Die Menschen vor Ort haben ihre Arbeit und Existenz verloren, leiden an schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen. Selbst wir, 3.500 Kilometer entfernt, spüren die Auswirkungen, da der Aralsee seine ehemalige Funktion als klimatischer Dämpfer eingebüßt hat. ➨ Mehr zum Thema: Gegen Verschmutzung der Meere: Bayern München spielt in Trikots aus Ozeanmüll

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Als Werner Herzog Anfang des Jahres 2014 mit der Idee zu diesem Projekt auf mich zu kam, war sehr schnell klar, dass ich ihn dabei unterstützen möchte. Der Grund dafür ist, dass ich das Filmemachen sowohl als Schauspielerin als auch als Produzentin seit jeher als gesellschaftliche Verantwortung sehe. Es ist uns ein Anliegen, mit unserem Film dazu beizutragen, dass dieser aufregende Planet mehr Achtung erfährt. Es ist für das ökologische Gleichgewicht unumgänglich, dass wir uns die Natur nicht zu Eigen machen, sondern sie so gut es geht erhalten.

Jeder kann seinen Beitrag leisten

Es geht uns dabei nicht darum, den Finger zu heben und bestimmte Länder oder Regionen an den Pranger zu stellen. Vielmehr möchten wir ein kollektives Bewusstsein ansprechen. Jeder Einzelne kann seinen Beitrag leisten, das fängt bei kleinen Dingen an und lohnt sich ganz bestimmt für alle. Ganz einfach aus dem Grund, weil es uns alle betrifft, wenn die Umwelt nicht mehr funktioniert. ➨ Mehr zum Thema: Diese Grafik zur Erderwärmung sollte uns alle beunruhigen Die Zahl und die Stärke zerstörerischer Naturereignisse in den vergangenen Jahrzehnten veranschaulichen das nur allzu gut. Und die Prognosen verheißen ebenfalls nichts Gutes. Was das bedeutet? Die Welt ist aus dem Gleichgewicht. Das wird sich so lange nicht ändern, bis wir die Natur lernen zu achten und zu respektieren, für das, was sie ist: nichts Geringeres als unsere Lebensgrundlage, die freigiebig und mit einem großzügigen Dienstleistungsangebot zur Verfügung steht - solange wir dieses perfekte System nicht selbst abschaffen.

"Salt and Fire" läuft ab dem 8.12.2016 in den deutschen Kinos.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?
2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg
Hier geht es zur Umfrage.
Lesenswert:
Ihr habt auch ein spannendes Thema? Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.