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10/12/2016 09:05 CET | Aktualisiert 11/12/2017 06:12 CET

Es muss eine „Haltelinie" für die Beitragszahler geben

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Unser Rentensystem beruht auf zwei Säulen, einer geschriebenen und einer ungeschriebenen Säule:

Die geschriebene (gesetzliche) Säule besteht darin, dass Erwerbstätige durch ihre Rentenbeiträge eine Anwartschaft auf eine eigene Rente erwerben und gleichzeitig für die jetzt fälligen Renten aufkommen.

Die ungeschriebene Säule besteht darin, dass die Versicherten die nächste Generation der Beitragszahler „auf die Beine stellen". Da dies wegen der geringen Geburtsrate nur unvollständig geschieht, bröckelt diese Säule allmählich weg.

Was nun?

Eine Erhöhung der Beiträge zulasten der Beitragszahler, in deren Reihe mittlerweile schon eine komplette Generation fehlt, wäre grotesk ungerecht. Deshalb muss es eine „Haltelinie" für die Beitragszahler geben.

Es muss eine solche „Haltelinie" aber auch geben für das Rentenniveau, wenn wir unser Volk nicht nach einem arbeitsreichen Leben auf die Sozialkassen verweisen wollen. Dies würde nicht nur das Vertrauen in die gesetzliche Alterssicherung erschüttern, sondern in unseren Sozialstaat überhaupt.

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Kann das Problem durch eine Erhöhung des Bundeszuschusses, der jetzt schon jährlich über 82 Mrd. € für die sog. versicherungsfremden Leistungen beträgt, gelöst werden? Vielleicht zum Teil, aber keinesfalls vollständig, wenn wir nicht in eine (verfassungswidrige) strukturelle Überschuldung hineinlaufen wollen, die unmöglich eine Zukunftsformel sein kann.

Abhilfe?

1. Maßnahme: Kopplung des gesetzlichen Renteneintritts an die allgemeine Lebenserwartung, schließlich werden die Senioren nicht nur älter, sondern sind auch länger fit.

2. Maßnahme: Die Mütterrente ist als versicherungsfremde Leistung sehr teuer und hat keinen Initialeffekt. Wie wäre es denn damit: Splittung der Rentenpunkte! Ein Rentenpunkt für Kinderlose wird mit 0,9 berechnet, ein Rentenpunkt für Beitragszahler mit einem Kind 1,0, mit zweitem Kind mit 1,1, mit drittem Kind 1,2 ...?

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Insgesamt müsste die Lösung so ausgestaltet sein, dass es zu einer internen Umschichtung der Rentenbeiträge kommt. Es geht dabei auf keinen Fall um eine „Bestrafung" von Kinderlosen, sondern um eine angemessene Verrentung der Beitragszahler, die neben der „ersten Säule" der gesetzlichen Rentenversicherung auch die „zweite Säule" (s.o.) stützen.

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