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22/04/2016 12:45 CEST | Aktualisiert 23/04/2017 07:12 CEST

Generationen: Die Klischees stimmen, aber das macht nichts

Hinterhaus Productions via Getty Images

Über die Generation Y und ihre Eigenheiten wurden schon tausende von Seiten geschrieben, aber nicht nur die GenY hat ihre Eigenheiten, auch andere Generationen zeichnen sich durch Besonderheiten aus. Dadurch treten die Unterschiede erst so deutlich hervor. Bei grundlegend abweichenden Ansichten, Einstellungen und Werten kommt es schnell zu Konflikten.

Um das zu vermeiden, könnte man sich einfach aus dem Weg gehen. Im Angesicht der demografischen Entwicklung ist das aber besonders im Arbeitsleben nicht möglich. Andere Lösungen müssen also her.

Je unterschiedlicher das Team, desto leistungsfähiger

Vielleicht auf den ersten Blick nicht logisch, aber grundsätzlich gilt: Je unterschiedlicher die Teammitglieder, desto leistungsfähiger das Team! Neben Faktoren, wie Persönlichkeit, Geschlecht, kultureller und religiöser Hintergrund, spielt dabei das Alter eine wichtige Rolle.

Die eigene Erfahrungswelt der Generationen, die unterschiedliche Werte, Ansichten und Verhaltensweisen hervorbringt, führt in altersheterogenen Gruppen zu einem Meinungs- und Wissensaustausch, der nachweislich zu höherer Leistungsfähigkeit und besseren Ergebnissen führt.

Nichtsdestotrotz kann es zu Schwierigkeiten kommen, denn neben den Synergieeffekten führen unterschiedliche igenschaften und Wertesysteme genauso häufig zu Konflikten und Missverständnissen. Die reine Tatsache, dass unterschiedliche Altersklassen in einem Team zusammenarbeiten, ist also noch keine Garantie für bessere Ergebnisse. Eine Sensibilisierung für das Thema ist nötig.

Klischee oder Tatsache?

Wunderbar geht das während eines Workshops, der Raum und Zeit für die Mitarbeitenden bietet, sich Gedanken über sich selbst, die eigene Generation und die Generationen anderer zu machen. Konkret sollten dabei Werte, Erfahrungen, Arbeits- und Führungsverhalten sowie Erwartungen an den Arbeitgeber bewusst gemacht, verglichen und Handlungsfelder abgeleitet und diskutiert werden.

Das erstaunliche Ergebnis eines solchen Workshops: Das, was wir als vermeintliche „Generationsklischees" im Kopf haben, wurde von den unterschiedlichen Generationsmitgliedern als wichtige Werte und Haltungen bestätigt. In diesem Unternehmen wurde dadurch deutlich: Die Sicht- und Arbeitsweisen der Generationen unterscheiden sich erheblich.

„Schnaps ist Schnaps und Arbeit ist Arbeit"

Während die Jüngeren nach Selbstverwirklichung, Flexibilität und Spaß streben, dreht sich die Welt der Älteren um Zuverlässigkeit, Fleiß und Ordnung. Ganz nach den Devisen: Arbeiten, um zu leben vs. leben, um zu arbeiten. Während die Älteren ein konkretes Ziel wünschen, wollen die Jüngeren nur einen Rahmen.

Während die Jüngeren selbstbewusst die All-in-Mentalität vertreten, bei der der Arbeitsplatz von beruflicher Herausforderung bis hin zu Freundschaften alles bieten soll, heißt es bei den Älteren: „Schnaps ist Schnaps und Arbeit ist Arbeit".

Und dennoch: Trotz der vielen Verschiedenheiten zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende des Tages die Bilanz, dass die Unterschiede für sie einen größeren Vor- als Nachteil bedeuten.

Die positiven Eigenschaften der jeweils anderen Generation als Mehrwert zu betrachten und davon zu lernen - das ist für die Teilnehmenden die entscheidende Einstellung, um voneinander zu profitieren und Reibungspunkte erst gar nicht entstehen zu lassen. Denn: Die Wege zum Ziel sind und dürfen verschieden sein, solange das Ziel am Ende gemeinsam erreicht wird.

Super, wenn diese Grundstimmung existiert. Zwei einfache Maßnahmen sorgen darüber hinaus dafür, dass das Teamwork zwischen den Generationen funktioniert und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen voneinander profitieren können:

System zum Wissenstransfer

Ein systematischer Know-how-Austausch zwischen Jung und Alt ist wichtig: Die Jüngeren profitieren von den langjährigen Erfahrungen der Älteren. Wissensverluste aufgrund von altersbedingten Unternehmensaustritten werden minimiert. Die Älteren wiederrum erhalten durch die jüngere Generation ein Update, beispielsweise hinsichtlich neuer Arbeitsmethoden. Monatliche Stammtische oder Mentoren-Programme können den passenden Rahmen dafür bieten.

Strategische Personalplanung

Die Generationen sollten bei der Personalplanung immer mitgedacht werden, um eine sinnvolle Altersdurchmischung in den Teams zu gewährleisten: Welche Mitarbeitende und Kompetenzen haben wir heute im Unternehmen? Welche brauchen wir in Zukunft, von welcher Generation, in welche Menge und zu welchem Zeitpunkt?

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