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22/04/2016 06:40 CEST | Aktualisiert 23/04/2017 07:12 CEST

Granada, Du Land meiner (Tapas)-Träume

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© Patronato Provincial de Turismo de Granada

Die andalusische Hauptstadt Granada löst immer wieder eine Art Euphorie aus - südliche Sonne, die schneebedeckte Sierra Nevada, Flamencorhythmen und eine hohen Dichte von Taps-Bars - direkt unter der Festung Alhambra, der „roten Burg" der Nasriden.

„Granada tierra soñada por mi"- Granada, Du Land meiner Träume" - ein Schlager, ein Ohrwurm, komponiert 1932 und seither von allen namhaften Schlagersängern und Startenören bis heute schmachtend geschmettert.

Zu der langen Historie von Granada gehört eine islamische Zeit, in der die Mauren die Region prägten und eindrucksvolle Architektur und Kultur hinterließen - die Alhambra ist Granadas Wahrzeichen. Majestätisch thront die Festung über der Stadt, schon beim Anstieg auf den Sabikah-Hügel steigt die Neugier auf dieses einzigartige Bauwerk.

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Die „Alhambra" - El Partal (2)

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Die „Alhambra" - Der Patio de los Arrayanes (3)

Paläste und ein Garten der Träume

Ihr Name war wegen ihres roten Gesteins einst „al-kalat al-Hamrá". 1238 begann das Volk der Nasriden mit dem Bau von Palästen, Moscheen, einer Medina und dem Generalife, einem herrlichen Park mit Wäldern, plätschernden Gewässern, Parks und Gärten. 1492, in dem Jahr, als Columbus in Portugal aufbrach, um den Seeweg nach Indien zu finden, endete die Dynastie der Nasriden-Sultane.

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Ein Stück vom Generalife-Gartenparadies der einstigen Sultane. (4)

Die Besichtigung ihrer sichtbaren und manchmal fast unsichtbaren Schätze wie etwa die Poesie der arabischer Schrift mit ihen Gedichten und Versen in den Mosaiken an den Wänden, die kunstvollen Gravuren und Inschriften und des zauberhaften Gartens dauert mindestens einen Tag. Das Eintauchen in diese vergangene, verzaubernde Welt führt dazu, dass man am Abend die Festung am liebsten gar nicht verlassen möchte, wenn die Wärter zur Schließung läuten. Die Eintrittskarten sollte man unbedingt frühzeitig bestellen und besorgen.

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Blick von der Alhambra-Festung auf den Stadtteil Realejo. (5)

Die „Carrera del Darro" an dem gleichnamigen Fluss ist eine historische Strasse mit alten Wohnhäusern, Hammambädern und jeder Menge einladender Bars, dort stehen Gebäude aus 500 Jahren Baugeschichte.

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Granada heißt auf Spanisch „Granatapfel" -

die Frucht findet sich vielerorts, auch im Wappen der Stadt. (6)

Romantisch ist der „Paseo del Padre Manjón" zu Füßen der Alhambra. Dicht an dicht die Straßencafés, unter Weinrankenpergolen - ein wunderschöner Ort für eine Pause mit einem „Cortado", der spanischen Espresso-Version. Mild ist das Klima jetzt im Frühling schon und bis tief in den November hinein, es ermöglicht das bunte Leben auf den Strassen und in den Gassen.

Auf dem Paseo steht die lebensnahe Statue des legendären Flamencotänzers Mario Maya, ein andalusischer Volksheld. Nahezu spürbar ist die Energie seines kraftvollen Tanzes. Seine Kindheit verbracht er auf dem „Sacromonte" gegenüber der Alhambra, entwickelte den Flamenco für die heutige Zeit weiter - Mayas ausgefeilter Tanzstil ist legendär, der Tänzer starb vor knapp acht Jahren, 71jährig, an Krebs.

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Mario Maya, die Flamencolegende - sein Tanzstil gilt noch immer als richtungsweisend - die lebensechte Skulptur ist von Bildhauer Miguel Moreno. (7)

Der Sacromonte - der Berg des Flamenco

Der „Sacromonte" mit der Abtei aus dem 17ten Jahrhundert ist wohl das malerischste Viertel von Granada. Am Hang mit Blick auf die Alhambra befinden sich Gässchen und Plätzchen, auf denen sich Flamencogitarristen aller Couleur treffen, um dort für sich oder andere zu spielen und zu singen - den ganzen Tag lang und auch noch am Abend. Von dort oben ist der Blick auf die Alhambra wirklich sehr besonders, über das Tal des Darro, über die ganze Stadt und ihre Sonnenuntergänge.

Das Restaurant „Las Tomasas" in der Carroñ de San Augustin" hat eine herrliche Terrasse und eine ebensolche Speisekarte: Avocadosalat mit geräucherten Fischen, der traditionelle andalusische Ochsenschwanz oder Ziegenkäse mit Tomatemarmelade - ein guter Platz für den Tagsausklang, während am Abend die Alhambra beleuchtet ist.

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Blick vom Sacromonte auf die Alhambra. (8)

„Spaniens Gitarren...

... begleiten die Verliebte seit ewigen Zeiten", heißt es in einem anderen Schlager. Kaum zu zählen sind die vielen Gitarrenbauer von Granada, „Constructor manual de Guitarras" - handgearbeitete Gitarren" steht auf ihren fantasievollen Werkstattschildern im Stadtteil Albaycín. Die Meister wahren die Geheimnisse ihrer Kunst und Zunft sehr gewissenhaft und lassen sich nur sehr selten über die Schulter schauen. Zu hören sind die Instrumente mit dem unnachahmlichen Klang dann abends, in den vielen Flamencoshows und-konzerten überall in Granada.

Tapas Bar an Tapas Bar

Am frühen Morgen durch das erwachende Granada zu gehen, ist ein Genuss. Viele Frühstücksbars sind schon geöffnet, La Flauta an der Via Colon zum Beispiel, klein aber gemütlich. Auch die Tapas klein aber oho: ab 9.00 Uhr gibt es "Spanisches Sonderfrühstück", bei dem auch schon mal ein Bier oder Wein getrunken werden darf. Wer nach „Flamao" fragt, bekommt u.a auch köstliche Chorizo-Kebabspieße.

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Die GRANADINOS Gepflogenheit, sich auch abends nach der Arbeit noch kurz in einer Tapas-Bar zu verabreden, hält sich hartnäckig. Sie sind dicht an dicht zu finden, einige hübsch gekachelt, andere traditionell holzgetäfelt, wieder andere völlig ohne jede Dekoration, getaucht in cooles Neonlicht. Die Bar "Los Manueles" in der Reyes Católicos 61 ist avantgardistisch gestaltet, reicht jedoch typisch andalusische Tapas. Die „Taberna La Tana"am Placeta del Agua 3 hingegen hat ein überbordendes klassisches Interieur, ebenfalls excellente Weine und u.a. an der Wand Bilder mit Stierkämpfern. In „El Templo del Flamenco" in der Calle Pernaleros Alto 41 werden zu einem typisch andalusischen Essen feurige Flamencomusik und-tänze angeboten... oder umgekehrt.

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In Granada sind die meisten Tapas nicht belegte Brote wie die Pintxos, sondern mehr kleine Gerichte, in überwältigender Vielfalt: gebratener Stockfisch „Bacalao", in Sherry getränkte Muscheln, Schweinfleisch mit Orangen, gerösteter Serrano-Schinken, oder „ Cañaillas"-Stachelschnecken. Ein Gericht jedoch findet man überall in Granada: „ Huevos rotos", zerstörte" Spiegeleier auf Pommes frites und Schinkenstreifen.

Die Küche Andalusiens ist recht unkompliziert und ursprünglich, einige Restaurants jedoch haben bereits mit der schmackhaften Modernisierung der traditionellen Gerichte begonnen. Eine jede Bar pflegt ihren eigenen Stil und ihre eigenen Tapas-Kreationen. Zu jedem Getränk erhält der Gast kostenlos ein Tapa, alle weiteren Tapas sind zu bezahlen.

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„Skifahren in Andalusien oder wohnen in Erdhöhlen"

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Guadix im Valle del Zalabí. (12)

Granada liegt nördlich der schneebedeckten Sierra Nevada, ein Skigebiet unter südlicher Sonne. 3088 Meter hoch ist der Picón de Jerez, keine Autostunde vom Mittelmeer entfernt. In gleicher Zeit von Granada erreichbar ist Guadix im Valle del Zalabí, umgeben von Hochebenen.

Dort wohnt man in Erdhöhlen - nicht etwa, wie man dort den Anschluss an die Neuzeit verpasst hat, sondern weil diese Höhlen seinerzeit durch den Abbau des roten Tons durch die arabischen Baumeister entstanden und weil sie die Bewohner ausgezeichnet vor der spanischen Gluthitze schützen. Eine Besonderheit - sie sind außen und innen weiß gekalkt, gemütlich eingerichtet und einige sind sogar zu mieten.

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Die Höhlen in Guadix entstanden durch den Abbau der roten Tonerde. (13)

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In Guadix sind noch viele arabische und römische Gebäude zu finden, die Kathedrale beispielsweise wurde auf einer ehemaligen Moschee errichtet, der spanisch-orientalische Mix macht einen angenehmen Reiz aus, auch in der Küche. Im „Palacio de Onate" wird dementsprechend excellent gekocht, das Ambiente des Hotels und Restaurants ist wie eine Kombination aus altem spanischen Palast und Omas guter Stube. Die Hotelzimmer muten im Stil geradezu feudal an - ein wirklicher Kontrast zu den kuscheligen Höhlenwohnungen.

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Aussen unscheinbar, innen gemütlich und stets perfekt belüftet. (15)


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Ticketbestellungen Alhambra:

www.alhambradegranada.org

© Fotonachweise:

Patronato Provincial de Turismo de Granada (1,2,9,14,)

Institut für Tourismus in Spanien-Turespaña (12,13,15)

Uta Petersen (3,4,5,6,7,8,10,11)

Diese Reise wurde unterstützt von Turespaña, www.tourspain.es und Patronato de Turismo Granada.