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23/01/2017 11:25 CET | Aktualisiert 24/01/2018 06:12 CET

Immer weniger gehen gegen Pegida und AfD auf die Straße - und das ist das einzig Richtige

ARNO BURGI via Getty Images

Als der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke am vergangenen Dienstag im Dresdner Ballhaus Watzke der Einladung der „Jungen Alternativen" folgte, Fakten der deutschen Geschichte verdrehte und ihm dafür 500 Anhänger zujubelten, machte sich auf der anderen Straßenseite Protest breit. "Alle woll'n dasselbe, Höcke in die Elbe!".

Rund 200 Gegendemonstranten standen bei zweistelligen Minustemperaturen in der Eiseskälte, pfiffen und hielten Transparente hoch. Darauf zu lesen: "Refugees Welcome", "Kein Mensch ist illegal" und "Rassismus tötet".

Alles schön und gut - doch nur 200 Gegendemonstranten stehen 500 AfD-Anhängern gegenüber? Auch bei den Montagsspaziergängen von Pegida sind immer weniger Gegendemonstranten zu sehen.

Wo ist die Masse, die sich den Rechtspopulisten entgegenstellen sollte? Ist den Sachsen der Rechtsruck in ihrer Landeshauptstadt gleichgültig?

"Viel wichtiger ist es, zu helfen"

Bei solchen Fragen werden die Macher von „Dresden für alle" wütend. „Mich regt es auf, dass immer nur gezählt wird, wie viele Menschen auf der einen, wie viele auf der anderen Seite stehen", erzählt eine Initiatorin.

Seit Jahren setzt sie sich für Jugendarbeit in Dresden ein. Inzwischen auch für Geflüchtete. Auf Demos geht sie schon lange nicht mehr. „Das bringt doch nichts, sich da hin zu stellen. Viel wichtiger ist es, ein Zeichen zu setzen, indem man den Angekommenen hilft."

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Über 100 Institutionen, Organisationen und Vereine haben sich im Netzwerk „Dresden für alle" zusammengeschlossen. Auf unterschiedlichste Weise helfen sie Geflüchteten bei der Integration in Deutschland - mit Begegnungs-Cafés, Deutschkursen, Theaterworkshops oder als Begleiter bei Behördengängen.

Gegendemonstranten werden belächelt und ignoriert

Wer sich schon einmal das Spektakel einer AfD-Veranstaltung oder Pegida-Demonstration angeschaut hat, weiß außerdem, dass sich die Rechtspopulisten durch Gegendemonstranten oft wenig beeindrucken lassen. Die Pfiffe werden belächelt, ignoriert oder genutzt, um die eigenen Thesen zu befeuern.

Vermutlich sind es Deeskalations-Maßnahmen der Polizei, die dafür sorgen, dass Demo und Gegen-Demo in Dresden oft räumlich voneinander getrennt werden.

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"Ich stehe oft alleine mit einem Plakat da, um nah an die Pegida-Anhänger heranzukommen", sagt einer der Macher von "Dresden für alle". Doch das geht nur alleine. "Ab zwei Personen wird man als Versammlung eingestuft - und die muss angemeldet werden."

Klare Botschaft an alle, die helfen wollen

Aus Dresden wird ein Aufruf laut, der sich an alle richtet, die sich den Rechtspopulisten entgegen stellen wollen: Verschwendet eure Energie nicht auf der Straße, engagiert euch in Projekten, lernt Geflüchtete kennen und zeigt ihnen, dass sie bei uns willkommen sind! Nur so verlieren Pegida und die AfD an Relevanz.

Lerne mehr über Nachhaltigkeit auf Electrify the World - a Nissan Mobility Initiative.

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