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23/10/2015 05:39 CEST | Aktualisiert 23/10/2016 07:12 CEST

Wenn Kinder sich nicht anpassen - 3 Tipps für Eltern

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Kann es sein, dass dein Kind oft andere ärgert? In der Schule nicht still halten kann, zu langsam oder meist zu laut ist? Oder hast du ...

... ein verträumtes Kind, welches sich eigentlich selten zu Wort meldet? Ist seine Schrift beinahe unleserlich oder zeichnet es nicht so gerne?

Ja dann ... nehmen wir Erwachsenen uns oft die Freiheit und bestimmen, WIE ein Kind ist. Und meist wollen wir dann, dass ein Kind so wird, wie wir oder die Lehrperson es gerne hätte. Weil es sich so gehört, dass man doch gehorsam sein soll? Weil es einfacher wäre, wenn sich alle gleich verhalten würden? Weil ... weiß der Kuckuck! Vielleicht schämen wir uns auch ein bisschen. „Was denken bloß die Nachbarn?"

„Es ist manchmal schmerzhaft, wenn unsere Vorstellungen, die wir Eltern haben, nicht erfüllt werden." Tonia von Gunten

Dabei fühlt man sich machtlos! Und so brauchen wir dann dringend Hilfe. Wir lesen vielleicht Bücher. Besuchen teure Kurse. Vergleichen unsere Kinder mit jenen unserer Bekannten und stellen schnell fest ... mein Kind ist anders. Das hat doch ein Problem!

Und so versuchen wir selber erst dieses und jenes aus, und das Kind wird sich unseren Wünschen und Forderungen vielleicht anpassen oder eben auch nicht. Und wenn es kooperiert, sich Mühe gibt und sich anpasst, ja dann sind wir zufrieden (das Kind weniger, aber das interessiert uns im Moment ja nicht) und wir loben es.

„Sieht du, es geht ja!" Und wenn das Kind sich nicht anpasst, dann ... welche Möglichkeiten haben wir? Braucht es dann eine neue Erziehungsmethode, Therapie, Beratung, Hilfe, Medikamente? Muss es die Klasse wiederholen? Es gibt da ganz verschiedene Möglichkeiten, die Sache anzugehen.

Meiner Meinung nach ist der beste Weg, sein Kind kennen zu lernen.

Sich die Frage zu stellen: „Fühlt es sich wertvoll?" Aber manchmal vergessen wir das oder haben nicht die Zeit „für solche Späßchen" und reden stattdessen mit jemandem vom Fach.

Vielleicht reden wir mal mit dem Arzt. Der wird es ja sicher wissen. Hunderte von Kindern hat so ein Fachmann schon gesehen, und alleine deshalb wird der wissen, was das Kind hat. Vielleicht AHDS? Oder das Asperger-Syndrom? Irgendetwas ist doch komisch! Egal was, Hauptsache, das Verhalten meines Kindes kriegt einen Namen.

So ein Arzt kann uns dann beruhigen und ein Rezept oder eine Verordnung unterschreiben, damit irgendwer das Benötigte dann auch bezahlt, denken wir. So fahren besorgte Eltern dann vielleicht Woche für Woche mit dem Kind in die Therapie A oder die Behandlung B und hoffen dabei auf Besserung.

Wir geben den Kindern, ganz im Sinne von „Nützt es nicht, schadet es auch nicht" zusätzlich noch alternative Behandlungen. Ein paar Kügelchen oder Tröpfchen und wir glauben daran, dass sich das Verhalten bessert.

Bestimmt brauchen manche Kinder Hilfe, Therapie, Medikamente. Aber bei aller Therapie und Behandlung sollten wir unser Kind (und auch uns selber) nicht vergessen. Es ist doch so, dass jeder Mensch ein paar Sachen an sich hat, die weniger gut funktionieren und den andern nicht gefallen oder ihnen komisch vorkommen.

Und dass gleichzeitig jeder ganz viele Ressourcen hat und viel mehr kann, als wir eigentlich wissen. Manches funktioniert gut und manches gefällt uns, und anderes halt einfach nicht! Worauf wollen wir uns konzentrieren?

Was wir Eltern selber mit unseren Kindern tun und herausfinden können:

  • WER ist unser Kind? Das ist eine gar nicht so einfache aber sehr spannende Aufgabe für Eltern. Es dauert die ganze Kindheit und kann so extrem entlastend sein!
  • Worin ist das Kind gut? Konzentration auf das Schöne, Positive, Lustige, Erfolgreiche und den Rest auch mal als Tatsache annehmen.
  • Gute Zeit zusammen verbringen „Ich habe dich gern, so wie du bist!" sagen. Sich zum Kind setzen. Beim Spielen zusehen. Immer mal wieder zusammen lachen, lesen, tanzen oder sonst was Schönes zusammen tun.

Text: Tonia von Gunten, www.elternpower.ch

Video: Dass diese Familie im Video nicht loslacht, grenzt an ein Wunder

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