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11/12/2015 06:27 CET | Aktualisiert 11/12/2016 06:12 CET

Du machst das toll!

Hey Du. Du, mit dem Kleinkind, das sich an Dich klammert, während Du versuchst, das Erbrochene von Deinem Shirt zu wischen. Du, mit der perfekten 2-Minuten-Dusch-Routine. Du dort am Tisch, die sich grade mit den Kindern eine Auseinandersetzung über die Hausaufgaben liefert. Du, die jeden Abend so fertig ist, und die bei der Aussicht darauf, am nächsten Tag alles noch einmal genauso durchstehen zu müssen, fast zusammenbricht. Ich möchte Dir etwas sagen.

Du machst das toll.

Lass es mich noch einmal sagen. Lass es sacken.

Du machst das toll.

Ich weiß, dass es sich nicht so anfühlt, wenn Dein Baby schreit, und Du wirklich alles getan hast, um es zu beruhigen. Ohne Erfolg. Du hast gesungen, es in den Armen gewiegt, geschaukelt, es hat sein Bäuerchen gemacht und Du hast es frisch gewickelt - nichts hat geholfen. Vielleicht glaubst Du jetzt, dass Du diesen Mutter-Job nicht besonders gut machst, denn wenn Du es tätest, dann würde Dein Baby jetzt glücklich lächeln. Aber lass es mich noch einmal wiederholen: Du machst das toll. Du machst es mit Hingabe und Energie, tust alles in Deiner Macht stehende, um Dein Baby glücklich zu sehen. Und das ist vorbildlich.

Vielleicht wirkt es so, als würdest Du scheitern, wenn Deine Tage gefüllt sind mit Schreiattacken Deines Kindes, Missverständnissen und dem Abwägen, ob Du jetzt noch einmal mit Deinem dreijährigen Kind puzzelst oder einfach schreiend davon läufst. Du bereitest das Lieblingsessen zu, nur um dann zu hören, dass es ekelig schmeckt. Du kündigst an, dass jetzt Zeit wäre, ein bisschen zu spielen, und Dein Kind will nichts von Dir wissen. Du willst den Haushalt erledigen, und Dein Kind verlangt plötzlich Deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Es ist schwer. Du willst weinen. Und das ist in Ordnung, denn Du machst das toll.

Ihr Mütter mit Schulkindern, Ihr versucht euren Kindern beizubringen, was richtig und was falsch ist. Ihr bringt ihnen soziales Verhalten bei und erklärt ihnen, wie wichtig Freundschaften sind. Auch Ihr macht das toll. Jeden Tag lasst Ihr eure Kinder raus in die Wirklichkeit und hofft dabei, dass sie richtige und gute Entscheidungen treffen. Dass sie nett und herzlich sind. Dass sie sich respektvoll verhalten. Dass sie großzügig sind. Du siehst ihnen zu, wie sie den Schulhof betreten - das unbekannte Land - und Du hoffst, dass Du alles richtig gemacht hast.

Und glaube mir, das hast Du.

Keiner von uns ist perfekt. Wir alle haben Fehler. Ich werde zu oft laut. Ich verbringe nicht genug Zeit mit meinen Kindern. Manchmal finde ich sie sterbenslangweilig. Ich lasse sie zu viel fernsehen und zu viel Süßes essen. Vielleicht hast Du genau die gleichen Probleme, vielleicht sind Deine Probleme andere. Aber wie auch immer, es sind Kleinigkeiten. Ich weiß, dass es sich grade wie eine riesen Sache anfühlt, dass Dein Kind jetzt alle Folgen von „Bob der Baumeister" auswendig kennt. Aber gemessen am großen Ganzen ist es eine Winzigkeit.

Wichtig sind die großen Dinge. Und am wichtigsten ist es, dass Deine Kinder Dich lieben. Vielleicht sagen sie es nicht immer. Vielleicht sind sie aus den verschiedensten Gründen oft genervt von Dir. Aber sie lieben Dich. Sie lieben Dich, weil Du ihnen einen Gute-Nach-Kuss gibst. Sie lieben Dich, weil Du ihnen ein neues Spielzeug schenkst, wenn sie krank sind. Sie lieben Dich, weil Du ihnen ihr Lieblingslied 712 Mal hintereinander vorsingst. Sie lieben Dich, weil Du ihr Lieblingsshirt wäscht. Sie lieben Dich, weil Du Dich an den lustigen Zwischenfall aus der letzten Woche erinnerst. Sie lieben Dich, weil sie Dir am Herzen liegen.

Und wenn Deine Kinder Dich lieben, dann hast Du Deine Sache toll gemacht.

Ich weiß, das wird Dein Gefühl von Mutter-Schuld nicht mindern. Es wird die Tränen der Erschöpfung nicht trocknen. Aber ich hoffe, dass diese Worte bis zu Deinem Herzen vordringen und Deinen chaotischen Tag für eine Sekunde mit Freude füllen.

Du machst das toll.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt. Den Originaltext findest du hier.