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29/10/2015 08:35 CET | Aktualisiert 29/10/2016 07:12 CEST

Das solltet ihr beim Kinderwunsch beachten

Fuse via Getty Images

Es sind nur wenige Tage im Monat, in denen eine Empfängnis überhaupt möglich ist und es kann daher sehr lange dauern, bis sich Paare den Traum vom eigenen Kind erfüllen können. Diese Wartezeit kann sehr lang werden und vielen stellt sich dann die Frage, wann diese Wartezeit überschritten ist und was sie tun können, damit es endlich klappt.

Dass eine Schwangerschaft auf sich warten lässt, das ist völlig normal, aber wenn sich in Sachen Nachwuchs nichts tut, dann ist es immer sinnvoll, einen Arzt auszusuchen, der nach den Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch forscht.

Die natürlichste Sache der Welt

Eigentlich ist es die natürlichste Sache der Welt, ein Kind zu zeugen, und ein Kind zur Welt zu bringen, allerdings gibt es Faktoren, die die natürlichste Sache der Welt erschweren können. Körperliche Gründe können dem Wunsch nach einem Kind im Weg stehen, aber auch seelische Belastungen verhindern, dass alles läuft, wie ursprünglich geplant.

Das Alter des Paares kann eine entscheidende Rolle beim Kinderwunsch spielen, denn auch wenn die Paare, die Eltern werden wollen, heute zum Teil deutlich älter sind als das früher der Fall war, klappt es nicht immer auf Anhieb.

Um dem Glück ein wenig auf die Sprünge zu helfen, sollten sich Paare mit Kinderwunsch über den Zyklus und damit über die unfruchtbaren und die furchtbaren Tage informieren. Die fruchtbaren Tage zu berechnen ist dabei ein Muss, mit der symptothermalen Methode ist das nicht allzu schwer.

Berechnung der fruchtbaren Tage

Um die fruchtbaren Tage zu berechnen, muss die sogenannte Basaltemperatur am Morgen nach dem Aufstehen gemessen werden. In der ersten Hälfte des Zyklus, also immer nach dem Beginn der monatlichen Blutung bis zum Zeitpunkt des Eisprungs, liegt die Körpertemperatur bei circa 36° Grad.

Kommt es zum Eisprung, dann steigt die Temperatur auf 38° Grad an und diese 38° Grad bleiben dann bis zur nächsten Monatsblutung konstant. Gemessen wird direkt nach dem Aufwachen, und zwar drei Minuten lang, immer an der gleichen Stelle und zur gleichen Zeit. Die Methode der Temperaturmessung ist eine gute Möglichkeit, um die fruchtbaren Tage zu bestimmen, als Verhütungsmittel ist diese Methode allerdings nicht sonderlich gut geeignet.

Chancen und Risiken der künstlichen Befruchtung

Wenn es mit dem Nachwuchs auf natürlichem Weg einfach nicht funktionieren will, dann bleibt noch die Alternative der künstlichen Befruchtung, aber diese Behandlung birgt einige Risiken. Wie groß die Chancen für einen Erfolg stehen, das ist von vielen Faktoren abhängig, zu denen unter anderem die persönlichen Voraussetzungen des Paares, die Form der Fruchtbarkeitsstörung und auch das Alter der Mutter gehören.

Wenn es um die IVF, die In-vitro-Fertilisation geht, dann stehen die Chancen, dass es zu einer normalen Schwangerschaft und Geburt kommt, zwischen 15 % und 20 %. Ebenso groß sind die Chancen bei der ICSI-Methode, der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion. Paare, die sich für den Kryotransfer der befruchteten Eizellen entscheiden, haben eine Chance von acht bis zwölf Prozent, dass es zu einer Schwangerschaft kommt.

Neben den Chancen gibt es aber auch Risiken, über die sich die Paare mit Kinderwunsch im Klaren sein sollten. Eine der größten Gefahren ist die Überstimulation, was immer dann der Fall ist, wenn in den Eierstöcken zum einen sehr große und zum anderen sehr viele Eibläschen produziert werden.

Nicht selten kommt es dann zu Mehrlingsschwangerschaften, die für die werdende Mutter ein Risiko darstellen können. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass sich die Eierstöcke überproportional vergrößern und dass zu viele Hormone produziert werden.

Die betroffenen Frauen leiden dann unter Schmerzen und es kann zu Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum kommen, auch eine schwere Atemnot sowie Störungen der Blutgerinnung sind keine Seltenheit. Laut des IVF-Registers kommt es bei 0,7 % der Frauen, die sich künstlich befruchten lassen, zu den vorher genannten Problemen.

Die seelischen Belastungen

Viele Paare übersehen bei ihrem Wunsch nach einem Kind, dass eine künstliche Befruchtung auch eine seelische Belastung mit sich bringt. Besonders hoch sind diese mentalen Probleme, wenn der Wille zum Durchhalten bei beiden Partnern unterschiedlich stark ist.

In diesem Fall ist es wichtig, die Wünsche und Vorstellungen des Anderen nicht nur zu tolerieren, sondern sie auch zu respektieren. Die eigenen Bedürfnisse sollten jedoch nicht zu weit zurückgestellt werden, denn das führt zu übereilten Kompromissen und letztendlich noch zu mehr Problemen.

Nicht selten leidet auch das Sexualleben des Paares und es kommt zu Lustlosigkeit bis hin zu ernst zunehmenden sexuellen Störungen. Umso wichtiger ist es, einer Fruchtbarkeitstherapie nur einen bestimmten zeitlichen Rahmen zu geben, denn wer den Traum vom Kind erzwingen will, der wird an dieser Aufgabe mit ziemlicher Sicherheit scheitern.

Paare, die mit der Hilfe der medizinischen Maßnahmen ein Kind bekommen möchten, sollten einen Plan B haben, denn dann fällt es nicht so schwer, sich mit den Tatsachen abzufinden, falls es nicht klappen sollte.

Dieser Plan B kann sowohl eine Adoption oder einfach nur ein völlig neues Lebensziel enthalten und er kann Paaren eine Hilfe sein, um sich wieder neu zu orientieren.

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