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22/10/2015 06:27 CEST | Aktualisiert 22/10/2016 07:12 CEST

Geldanlage: Warum es sich lohnt, in Pflegeimmobilien zu investieren

Ridofranz via Getty Images

Zahlreiche Anleger stehen aktuell vor dem Problem, dass sie kaum noch einigermaßen rentable Kapitalanlagen finden. Tagesgeld, Festgeld und weitere sichere Geldanlagen verbrieften oftmals nur noch Zinssätze von unter einem Prozent, während die Börse nicht wenigen Kunden schlichtweg zu volatil (schwankend) ist.

Unter anderem auch aus diesem Grund ist ein Investment in Pflegeimmobilien in der jüngeren Vergangenheit für immer mehr Anleger attraktiv geworden. Eine derartige Kapitalanlage ist einerseits mit zahlreichen Vorteilen verbunden, allerdings sollten Anleger auch die Risiken und Nachteile kennen, die mit einer derartigen Investition verbunden sein können.

Hintergrund: Worum handelt es sich bei Pflegeimmobilien?

Die Pflegeimmobilien gehören aktuell definitiv in der Sparte Immobilieninvestments zu den gefragtesten Geldanlagen. Neben Studentenwohnungen und denkmalgeschützte Immobilien entscheiden sich immer mehr Anleger dafür, in sogenannte Pflegeimmobilien zu investieren.

Doch worum handelt es sich bei diesen Immobilien eigentlich im Detail? Grundsätzlich werden solche Objekte als Pflegeimmobilien bezeichnet, die in erster Linie dazu dienen, ältere und pflegebedürftige Menschen zu beheimateten. Daraus resultiert, dass es am Immobilienmarkt insbesondere die folgenden Varianten gibt:

  • Alters- und Pflegeheime
  • Wohnheime mit angeschlossener Pflege für ältere Menschen
  • Pflegeappartements (einzelne Wohnungen)
  • Mischung aus Wohnheim und Pflegeheim

Bevor sich Anleger allerdings dafür entscheiden, ihr Kapital in eine Pflegeimmobilie zu investieren, sollten sowohl die Vor- als auch die Nachteile bekannt sein.

Die Vorteile einer Pflegeimmobilie als Investment im Überblick

Ein wesentlicher Vorteil von Pflegeimmobilien als Investment, der natürlich insbesondere während der aktuellen Niedrigzinssituation am Kapitalmarkt immer wieder genannt wird, sind die durchaus attraktiven Renditen.

Hier kalkulieren die Anbieter momentan mit einer Mietrendite zwischen vier bis sechs Prozent, bezogen auf den Kaufpreis. Darüber hinaus ist ein Investment in eine Pflegeimmobilie in der Regel mit steuerlichen Vorteilen verbunden, sodass mit einer Gesamtrendite nach Steuern zwischen drei und fünf Prozent ein derzeit attraktiver Ertrag zu erzielen ist.

Ein weiterer Vorteil des Investments in Pflegeimmobilien besteht für den Anleger darin, dass die Mieteinnahmen und somit seine Erträge normalerweise über einen recht langen Zeitraum gesichert sind. Meistens wird das gesamte Mietverhältnis mit einem Generalmietvertrag kombiniert, der nicht selten eine Laufzeit von 20 Jahren und länger hat.

Ferner ist in derartigen Verträgen in aller Regel auch ein etwaiger Leerstand einzelner Wohnungen abgesichert, sodass der Anleger selbst in diesem Fall nicht auf die Erträge verzichten muss.

Bei manchen Pflegeimmobilien profitieren Anleger zusätzlich davon, dass eine staatliche Förderung genutzt werden kann. Allerdings muss in dem Zusammenhang unterschieden werden, um welche Art von Pflegeeinrichtung sich es sich handelt, da nur bestimmte Pflegeimmobilien förderungswürdig sind.

In diese Gruppe fallen insbesondere Behindertenzimmer, stationäre Pflegeheime und psychiatrische Einrichtungen. Auch bei diesem förderungsfähigen Pflegeimmobilien gibt es einen Schutz gegen Leerstand, da der Staat in diesem Fall die fehlenden Mieteinnahmen ersetzt.

Die zuvor genannten und weiteren Vorteile können noch einmal im Überblick der folgenden Übersicht entnommen werden:

  • attraktive Rendite
  • langfristige Erträge durch langfristige Mietverträge
  • eventuell staatliche Förderung
  • Schutz vor Inflation
  • Prüfung der Rentabilität vor Bau der Pflegeimmobilie
  • geringe Instandhaltung und geringer Verwaltungsaufwand
  • Anleger wird als Eigentümer im Grundbuch eingetragen
  • steuerliche Vorteile

Welche Nachteile beinhalten Pflegeimmobilie?

Wie bei nahezu jeder Geldanlage ist es auch beim Investment in Pflegeimmobilien so, dass es nicht nur Vorteile gibt, sondern Anleger auch diverse Nachteile beachten sollten. Einer dieser Nachteile besteht beispielsweise darin, dass der Betreiber einer Pflegeimmobilie insolvent werden könnte.

In der Praxis geschieht dies zwar relativ selten, aber dennoch würden dann die einkalkulierten Mieteinnahmen eventuell fehlen, bis ein neuer Betreiber gefunden wurde.

Für Anleger, die er kurz- oder mittelfristig orientiert sind, besteht ein weiterer Nachteil darin, dass sich mit Pflegeimmobilien normalerweise keine kurzfristigen Gewinne erzielen lassen. Demzufolge sollten ausschließlich langfristig orientierte Anleger diese Form des Investments nutzen.

Neben den zwei bereits genannten gibt es noch weitere Nachteile, die allerdings oftmals auch abhängig vom jeweiligen Objekt und den Zielen und Vorstellungen des Anlegers sind. Dazu gehören im Wesentlichen die folgenden Nachteile:

  • Steuerrisiken durch Änderung der Rahmenbedingungen
  • ungünstige Veränderungen des direkten Umfelds der Immobilie
  • Zinsrisiken bei der Finanzierung
  • unvorteilhafte Veränderungen des Standortes

Fazit zum Investment in Pflegeimmobilien

Grundsätzlich ist ein Investment in Pflegeimmobilien als alternative Anlageform derzeit sehr interessant. Neben den generellen Vorteilen, die Immobilieninvestments beinhalten, gibt es gerade bei Pflegeimmobilien zusätzlich noch weitere Pluspunkte.

Geeignet ist eine derartige Kapitalanlage jedoch nicht für jeden Anleger, denn zum einen muss eine nicht unerhebliche Kapitalsumme zur Verfügung stehen und zum anderen sind Pflegeimmobilien nur als langfristiges Investment wirtschaftlich sinnvoll.

In der Summe überwiegen die Vorteile wie Inflationsschutz, attraktive Rendite und relativ hohe Sicherheit jedoch deutlich, wenn Plus- und Minuspunkte dieser speziellen Anlageform gegenübergestellt werden.

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