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18/02/2016 04:01 CET | Aktualisiert 18/02/2017 06:12 CET

Zwei Männer, ein Boot und der Antlantik

Tom Caulfield

Wie bei jeder guten Geschichte begann alles in einem Pub und nach einer einfachen Textnachricht sind wir hier gelandet - als kleiner Fleck im tiefblauen Meer, fast auf halbem Weg über den Atlantik. 

Das Verrückte dabei ist, dass wir eigentlich gar nichts mit Booten zu tun haben. Bis vor einem Jahr hatten wir noch nie in einem Ruderboot gesessen. Aber jede Geschichte braucht einen Außenseiter und unsere Herausforderung besteht darin, als genau diesem Außenseiter erfolgreich zu sein. 

3.000 Meilen von den Kanarischen Inseln nach Barbados

Wir sind James Whittle und Tom Caulfield, ganz normale 25-Jährige, die in London leben und arbeiten. Und wir haben uns entschlossen, dem Trott des Alltags zu entfliehen, über den Tellerrand hinaus zu schauen und uns deutlich aus unserer Komfortzone heraus zu bewegen. 

Unser Ziel ist es, von den Kanarischen Inseln aus 3.000  Meilen bis nach Barbados zu rudern. Wenn uns dies gelingt, gehören wir zu einer Gruppe von nur 500  Personen, die das je geschafft haben. 

Zu dieser Gruppe gehört auch Toms Mutter und als 25-Jähriger ist es nie gut, wenn man von seiner eigenen Mutter übertroffen wird. Sie segelte beim Clipper Race über den Atlantik und sagt heute, das sei das Beste, was sie je erlebt habe. Da dachten wir „Haben wir in unserem Leben je etwas getan, um da mitreden zu können?"

Also haben wir gegoogelt: "Größte Herausforderung der Welt." Die Antwort? Über den Atlantik rudern.

Um ehrlich zu sein, ich hatte noch nie davon gehört und glaubte noch nicht einmal, dass das möglich wäre. Sobald mir klar wurde, dass es doch klappen könnte, konnte uns nichts mehr aufhalten. 

Wir beschlossen, für Hilfsorganisationen zu rudern. Ich wählte die Hirntumorforschung, da sich meine Mutter gerade von einem Hirntumor erholt, und Tom große Stücke auf die Arbeit der Make a Wish Foundation hält. Daher sammeln wir für diese beiden guten Zwecke Geld. 

Ich weiß, man könnte annehmen, dass man vor ein paar ziemlich schwierigen Entscheidungen steht bevor man eine solche Reise antritt, aber ganz ehrlich: Von dem Moment an, als Tom mir die SMS mit dem Vorschlag schickte, war ich voll und ganz dabei. Keine Fragen, keine Bedenken, kein Bedauern. 

Der Start der Reise war nicht leicht

Anders als die meisten großen Abenteurer heutzutage nehmen wir nicht an einem organisierten Rennen oder Projekt teil. Wir waren vom ersten Tag an vollkommen auf uns alleine gestellt. Es gibt hier draußen kein Sicherheitsnetz, keine Ersatzmannschaft und keine Begleitboote - nur uns und die Elemente. Und das fühlt sich großartig an. 

Alles was wir brauchen: Das Boot, unser Laptop, ein paar Ruder, einige GoPro-Kameras, ein Satellitentelefon und ein Dropbox Business-Konto. Den Dropbox Account nutzen wir um mit unserem Unterstützungsteam an Land zu kommunizieren.

Es ist enorm wichtig, gemeinsam die Navigationspläne und Wetterkarten zu bearbeiten. Genauso bedeutend ist es, dass wir unsere GoPro-Dateien an unsere Sponsoren, Familienmitglieder und Unterstützer weitergeben können, damit sie zumindest darüber informiert sind, dass es uns noch gibt. Wir können ihnen aber auch Videos und Bilder davon zeigen, mit was wir es zu tun haben, und wir dennoch immer noch lächeln können. Vorerst zumindest. 

Der Beginn unserer Reise - in einem Sturm - war nicht ideal. Wir mussten unseren Starttermin um ungefähr eine Woche verschieben. 

Trotzdem stachen wir in eine ziemlich raue See. Wir haben 16  Monate lang unablässig hierfür trainiert, aber man kann diese Bedingungen einfach nicht simulieren. Am schlimmsten ist die Seekrankheit. Jedes Mal, wenn ich mich in die Kajüte begebe, haut es mich mit voller Wucht um. Die Kajüte kommt mir hier draußen im Vergleich zum Training deutlich kleiner vor. 

Es war ein ziemlich heftiger Start, wir sind beide erschöpft, die Muskeln schreien nach einer Pause, aber wir müssen uns weiter in Richtung Süden vorarbeiten, um besseres Wetter zu erhaschen.

Manche Tage sind heiß und ruhig. Dann fühlt es sich an, als rudere man durch Sirup. Aber Bieber ist auf Repeat und wir scherzen noch viel - da gibt's keine Klagen. So weit, so gut.

 

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