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21/04/2016 12:38 CEST | Aktualisiert 22/04/2017 07:12 CEST

Das Radio im Audiouniversum der Zukunft

FrancescoCorticchia via Getty Images

Digitalisierung und Mobilität sind zwei aktuelle Trends unseres gesellschaftlichen Wandels, die zunehmend die Mediennutzung verändern. Auch die Radionutzung verändert sich in diesem Zuge - nicht zum ersten Mal.

Radio hat sich immer allen Transformationen gestellt und sich dabei stets behauptet: Von der Musikkassette über den Walkman, den iPod bis hin zu Streaming-Music-Services. Radio hat einen festen Platz im Nutzungssetting der Menschen, den die Programmanbieter über ihre hohen Informations- und Unterhaltungsqualitäten wieder und wieder bestätigt haben.

Kein anderes Massenmedium erreicht seine Nutzer in mehr Situationen.

Radio ist eine Erfolgsgeschichte, die im Zeitalter der Digitalisierung als Audio fortgeschrieben wird - mit etablierten und neuen Playern. Digitale und analoge Audio-Angebote sind dabei für die mobile Nutzung gemacht und eine stetige Einladung an alle „Kopf"-Hörer, die einen neuen Musikimpuls suchen oder einfach wissen wollen, wie das Wetter wird und wo Stau ist.

Das etablierte UKW-Radio ist nach wie vor ein sehr einzigartiges Medienangebot, das wie kein anderes die Menschen über den gesamten Tag begleitet. Radio nimmt im Alltag der Menschen eine so selbstverständliche Rolle ein, dass der Konsum nicht infrage gestellt wird. Daher gilt nach wie vor: Kein anderes Massenmedium erreicht seine Nutzer in mehr Situationen - sei es beim Frühstück, unter der Dusche, im Auto, am Arbeitsplatz, am Point of Sale oder beim Sport.

Kein anderes Medium stellt über Personalitys so viel Nähe und Vertrauen her. Radio ist der unangefochtene Tagesbegleiter. Die Hördauer in der Mediennutzung nimmt sogar zu, weil bestimmte Lebenssituationen für Audio durch die digitalen Kanäle zugänglich werden, die früher nicht zugänglich waren. Die Digitalisierung hat Radio von Limitierungen befreit, schafft Platz und Möglichkeiten, den Hörern noch mehr von dem zu bieten, was sie an Radiomarken, Angeboten und Personalities so lieben.

Das neue Audiouniversum - Entdecke die Möglichkeiten

Das etablierte Massenmedium Radio hat sich in den vergangenen Jahren durch die Verbindung von UKW- mit Online-Audio-Angeboten zum digitalen Multi-Channel-Medium gemausert.

Im vielseitigen Universum von Online-Audio-Angeboten ist inzwischen für jeden Nutzertypen und jeden Geschmack das passende Angebot dabei: Von klassischem Webradio, was in Simulcast Radio (simultane Übertragung des UKW-Programms als Stream) und Web Only Radio (nur über das Internet verbreitet) unterschieden werden kann, bis zum beliebten Musik-Streaming: Via Music-on-Demand-Diensten wie Spotify, Deezer oder Apple Music können Musiktitel aus einer riesigen Online-Bibliothek auf Smartphone, Tablet oder Rechner gestreamt werden.

In der Regel bieten die Plattformen eine werbefreie Bezahlvariante und eine für den User kostenlose Variante an, finanziert durch Werbung. Darüber hinaus gibt es Radio-Aggregatoren wie radio.de, TuneIn und radioplayer.de, die als Hub funktionieren und Zugriff auf unterschiedliche Webradio-Angebote ermöglichen, die sich beispielsweise nach bestimmten Eigenschaften wie Musikrichtung sortieren lassen.

Last but not least gibt es auch stark personalisierte Formate, um Musik im Netz zu hören: Hier wären Plattformen für User-Generated-Radio zu nennen, wie laut.fm, auf denen die Nutzer ihre eigene Radiostation betreiben können oder das Personal Radio, z.B. Aupeo!, bei dem eine Software ganz individuell das Hörverhalten der User analysiert und das Musikprogramm darauf anpasst.

Mobil, individuell, smart - die Generation Kopfhörer

Wer sind nun aber die Hörer und User dieser enormen Audiovielfalt? Und wie hören sie? Wann nutzen sie welche Angebote? Diesen Fragen gehen Experten längst nach. Mit der Studie Age of Ears präsentierte z.B. das Marktforschungsinstitut Facit Research im Herbst 2015 eine Grundlagenstudie zur aktuellen Nutzung von Audio in unserer Gesellschaft.

Eines der Kernergebnisse: Die 63,7 Millionen Deutschen im Alter zwischen 14 und 59 Jahren lassen sich in zwei große Gruppen einteilen: Rund 23,1 Millionen Menschen hören traditionell ausschließlich UKW-Radio oder nutzen eigene Tonträger. Die übrigen 40,6 Millionen - fast zwei Drittel der Deutschen - nutzen Audio bereits heute auf moderne Art und Weise. Das heißt, dass sie vor allem auch digitale Angebote wie Webradio, Radio-Apps oder Musik-Streaming nutzen und Audio auch auf Smartphones, Notebooks etc. hören. Facit Research nennt diese 40 Millionen Menschen die „digitale Audio-Society".

Ihr markantes Erkennungszeichen ist: der Kopfhörer. In der U-Bahn, auf den Straßen, im Park, beim Joggen überall trifft man auf Menschen, die ihre Musik auch unterwegs genießen. Dass dies nicht nur ein subjektives Gefühl, sondern eine echte Tatsache ist, zeigt ein weiterer Blick auf die Zahlen: Die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik geht für 2015 von 11,4 Millionen verkauften Kopfhörern aus, was einem prognostizierten Umsatz von 350 Millionen entspricht - Tendenz steigend.

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Die sogenannte Generation Kopfhörer, die sich nicht auf eine Altersklasse oder Jugendkultur beschränken lässt, wächst. Der Hauptgrund: Mobilität ist das bedeutendste Kennzeichen unseres gesellschaftlichen Wandels - unser Leben und Alltag spielen sich vermehrt unterwegs und nicht mehr zuhause ab.

Um dabei auf Information, Kommunikation und Entertainment nicht verzichten zu müssen, wird das Smartphone zu dem zentralen Device. Mit ihm ist der Zugriff auf das mobile Internet mit all seinen Möglichkeiten jederzeit gewährleistet und der angeschlossene Kopfhörer wird zum Symbol für die Verbindung aus Mobilität und Individualität. Denn egal was die Generation Kopfhörer tut oder wo man sich gerade befindet, der persönliche Soundtrack ist immer dabei - als vertrauter und wichtiger Begleiter durch den Tag.

Die Zukunft des Mobile Marketing gehört Online-Audio

Insgesamt zeigt sich, dass Audio - UKW-Radio und digitale Online-Audio-Angebote - heute immer und überall genutzt wird. Die moderne und vor allem auch die mobile Audionutzung wachsen. Fast zwei Drittel der Deutschen nutzen Audio bereits heute regelmäßig über Endgeräte wie Smartphones oder Notebooks. Es ist eine gute Zeit für Unternehmen, Audiodienstleister oder Sender, sich noch intensiver Gedanken über die Chancen zu machen, die Audio bietet - insbesondere über die digitalen Audiokanäle.

Vor allem für Unternehmen, die werblich tätig sind, stellt sich die Frage, welche Veränderungen sich für das Marketing ergeben, wenn die Zielgruppen immer mobiler werden. Fakt ist: Kunden auf der Customer Journey zu begleiten, wird durch die Medienvielfalt komplexer, aber auch chancenreicher. Denn wenn die mobilen Touchpoints richtig geplant und bespielt werden, können Kaufentscheidungen unmittelbar beeinflusst und potenzielle Kunden sogar bis an den PoS begleitet werden.

Theoretisch sind bestehende und potenzielle Kunden daher mit einem mobilen Zugang zum Internet via Smartphone immer erreichbar. Aber sind sie deshalb auch für Werbebotschaften empfänglich? Klassische visuelle Werbemittel wie Banner & Co. werden auf dem Smartphone zunehmend als störend empfunden und lösen eher Reaktanz aus als die gewünschte Wirkung zu entfalten. Die Alternative ist Audio.

Der Vorteil von Audio als Werbeform: Musik ist für die Generation Kopfhörer ein natürlicher und wesentlicher Teil ihres Lebens, das Smartphone immer dabei und Audiospots sind für sie ein gelerntes und akzeptiertes Werbemittel - das auch dann funktioniert, wenn das Smartphone in der Tasche steckt. Wer also in Zukunft via Mobile Marketing bei seinen Zielgruppen Gehör finden will, sollte sich schon jetzt eine Online-Audio-Strategie zurechtlegen.

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