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18/12/2015 07:30 CET | Aktualisiert 18/12/2016 06:12 CET

Der Versuchung widerstehen und Frieden finden

Thinkstock

Das Neue Testament ist voll mit Lebensweisheiten und entsprechenden Hilfen. Aufgabe dieser Artikelserie ist es, diese zu extrahieren und verständlich für unsere heutige Lebenswelt in einem Bibelextrakt wiederzugeben.

Der Versuchung widerstehen Teil 1 (Frieden finden)

Überall in unserem Leben begegnen wir der Versuchung. Oft meinen wir sie zu erkennen, aber manchmal kommt sie auch eingehüllt in einen wohlwollenden Rat daher, so dass es uns schwer fällt bzw. unmöglich ist, sie zu enttarnen.

So werden wir zum Beispiel in Werbespots im Fernsehen, im Radio oder auf Plakaten aber auch in unzähligen Ratgebern dazu aufgefordert, an uns selbst zu denken. Wir sind die Nummer Eins in unserem Leben. Unser Wohlwollen ist das höchste von uns anzustrebende Ziel. Hauptsache ist, dass wir glücklich und zufrieden sind.

Gehen Sie einmal in eine Buchhandlung und lesen Sie die unzähligen Titel, wo es nur um Ihr ganz persönliches Wohlergehen, um Ihr Glück, um Ihre Zufriedenheit und Ihr Weiterkommen geht. Schauen Sie sich die Werbespots einmal genauer an und erkennen Sie, dass Sie aufgefordert werden, sich selbst zu belohnen und an sich selbst zu denken.

Sind wir mittlerweile zu einer Gesellschaft aus unzähligen Egoisten und Egozentrikern verkommen?

Hat diese leise, säuselnde Stimme der Versuchung es tatsächlich geschafft, dass wir nur noch unser eigenes Wohlergehen und unsere vermeintliche Selbstverwirklichung im Sinn haben?

Dabei stellt sich mir die Frage, ob dies im Sinne Gottes ist?

Die Behauptung, dass man den anderen genauso wie sich selbst lieben sollte, scheint zurzeit unpopulär zu sein, schließlich steht das eigene Ich an erster Stelle und duldet kein Du und schon gar kein Wir.

Aber wenn wir inne halten und ehrlich zu uns sind, dann müssen wir uns eingestehen, dass wir doch nicht so glücklich und zufrieden sind, wie wir angeblich in dieser materiellen Welt, in der wir uns fast jeden Traum erfüllen und unsere Gier befrieden könnten, sein sollten.

Ich behaupte, dass wir in einer emotionalen Wüste leben und dass wir nur so empfänglich für diese Ratschläge nach persönlicher Zufriedenheit und persönlichem Glück sind, weil wir nach Liebe und damit nach Gott hungern. Kein Frühstückssnack, keine Selbstfindungsreise, kein Selbstfindungsbuch und auch kein Wellnesswochenende können uns diesen Hunger unserer Seele stillen.

Und dennoch vernehmen wir diese säuselnde Stimme der Versuchung, die uns immer wieder einredet, dass wir im Augenblick unzufrieden und unglücklich sind, es aber dennoch schaffen können, glücklich und zufrieden zu sein, wenn wir nur an uns denken und damit im Umkehrschluss Gott vergessen.

Dabei kann nur Gott uns die Ruhe und Zufriedenheit bringen, nach der wir uns so sehnen. Dies ist die zentrale Aussage. Nur in Gott finden wir Ruhe und Zufriedenheit.

Vielleicht ist meine Wahrnehmung falsch, aber wir könnten es wenigstens versuchen, Gott wieder in unser Leben zu integrieren. Damit dies gelingt, müssen wir aber zuerst die Versuchung identifizieren, die uns immer wieder von Gottes Weg abzubringen versucht, denn hierin liegt ein Schlüssel, warum wir in dem Zustand der Suche und Sehnsucht verharren.

Doch daraus den Schluss zu ziehen, die mannigfaltigen Versuchungen zu entkommen oder sie zu bekämpfen, wäre der falsche Ansatz. Er würde uns nur unnötige Kraft und Energie kosten und würde uns ein Leben in dieser konsumorientierten Welt erschweren.

Wir können halt nicht wie Henry David Thoreau der Gesellschaft den Rücken kehren und allein im Wald leben oder ständig die Versuchungen in unserer Gesellschaft anprangern.

Vielmehr brauchen wir nur diese vielfältigen Versuchungen erkennen, unsere Ängste distanziert betrachten und dann fragen, was Gott uns in dieser Situation raten würde (dieses Vorgehen wurde bereits im Artikel "Entscheidungen sinnvoll treffen" beschrieben). Jesus hat auch, als er in der Wüste versucht wurde, genau überlegt, was Gott von ihm in jener Situation erwartete.

Wenn wir die Versuchung enttarnt haben und sehen, dass Egoismus uns und unsere Gesellschaft nicht weiterbringt und unseren Hunger nicht stillt, können wir aufbrechen, diesen Hunger unserer Seele zu stillen. Hier greift die Aussage im zweiten Artikel, in dem es darum geht, nicht nur zu denken sondern vor allem zu handeln.

Dazu begegnen wir ganz sachlich jeder auftauchenden Versuchung mit Dankbarkeit, nehmen sie bewusst und wertschätzend an und verbannen sie dann aus unserem Leben. So tat es auch Jesus.

Am Ende erlangen wir dann den Zustand, nach dem wir uns so sehr sehnen.

Wenn wir es schaffen, diese Versuchung zu erkennen, um ihr dann zu widerstehen, werden wir glückliche und zufriedene Menschen. Wir sind dann in unserem eigenen Paradies. Wir sind bei Gott.

Zusammenfassung:

Wenn wir erkennen, dass wir unseren Hunger nach Leben, nach Zufriedenheit und Glück nicht durch materielle Güter und einen in den letzten Jahren anerzogenen Egoismus befriedigen können, sondern vor allem durch Gott und seiner Liebe zu uns, können wir das erlangen, was uns die Industrie und unzählige Ratgeber versprechen.

Dazu müssen wir die Versuchung nur enttarnen, sie in unserem Leben akzeptieren, um sie dann bewusst für unser eigenes Leben abzulehnen. Am Ende werden wir die Zufriedenheit und das Glück finden, nach dem wir so lange suchen.

Affirmation:

(Wiederholen Sie die folgende Affirmation am besten mehrmals am Tag. Sie können sie auch abschreiben und an Ihren Spiegel oder an Ihre Tür kleben, auf Ihren Schreibtisch oder auf ihren Nachttisch usw. stellen, damit sie ständig präsent ist und so eine Änderung in Ihrem Leben einleitet, wenn Sie dies möchten.)

Ich erkenne die Versuchungen, betrachte sie dankbar und lehne sie dann ab. Durch Gottes Wort und Gottes Liebe erlange ich den ersehnten Frieden.

Ihre Bespiele:

Wenn Sie die Versuchung enttarnt, sie aus Ihrem Leben hinausgeworfen und dafür Gott eingeladen haben und darüber berichten möchten, so schreiben Sie mir bitte eine E-Mail (tjalf-vanorten@outlook.de). Gern würde ich Ihre Erfahrungen anderen Interessierten auf meiner Homepage (tjalf-vanorten.de) zukommen lassen.

Mit den besten Grüßen

Tjalf Vanorten

Bibeltext und weitere Quellen:

So wurde auch Jesus in seine Wüste geschickt. Dort traf er auf den Teufel der ihn drei Mal in Versuchung brachte. Für den heutigen Text ist nur die erste Versuchung relevant, in der der Teufel den hungernden Jesus aufforderte, Steine in Brot zu verwandeln. Jesus beschimpfte dabei den Teufel nicht, noch ignorierte er ihn. Nein, er beschäftigte sich mit der Versuchung des Teufels. Er wusste, dass Gott es nicht wollte, dass er dieses Wunder vollbrachte und sagte stattdessen, dass der Mensch nicht nur vom Brot allein lebt sondern durch jedes einzelne Wort, dass Gott spricht. Erst nach dem dritten Versuch verscheuchte Jesus den Teufel. (vgl. Deutsche Bibelgesellschaft 2000 : S. 6 / MATTHÄUS, 4, 1 - 4 und 10 - 11).

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