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31/01/2017 15:13 CET | Aktualisiert 01/02/2018 06:12 CET

Bei diesen Krankheiten hilft medizinisches Marihuana

sand86 via Getty Images

Seit 19. Januar 2017 können schwer kranke Menschen aufatmen. Cannabis gibt es jetzt auf Kassenrezept. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundestag Mitte des Monats verabschiedet.

Für Patienten mit Krankheiten wie Parkinson, Multipler Sklerose oder auch Krebs und Aids gibt es zukünftig getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte in Apotheken auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen - allerdings nur, wenn es keine anderen Therapie-Alternativen gibt.

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Gegen welche Krankheiten hilft medizinisches Cannabis?

Die Wirkstoffe der Hanfpflanze - sogenannte Cannabinoide - bieten eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten. Gegen Entzündungen und Schmerzen helfen dementsprechend Cannabinoide wie CBGA, CBCA und CBC, wohingegen die Wirkstoffe Δ9-THC, CBD und THCV gegen Krämpfe helfen. Sie sind vor allem in der Therapie gegen Epilepsie, Tourette und Multiple Sklerose gefragt.

Auch psychiatrische Symptome und bestimmte Krebsformen lassen sich Studien zufolge mit medizinischem Marihuana behandeln. Dabei hat das alternative Medikament geringere Nebenwirkungen als herkömmliche Arzneimittel. Parallel dazu wirkt es sich aber auch noch hemmend auf die Nebenwirkungen anderer Medikamente aus, wie Dyskinesien bei Parkinson.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Aktuell muss Cannabis in Deutschland importiert werden, was es auf dem deutschen Markt wesentlich teurer macht, als z.B. in den Niederlanden, wo ein Gramm Cannabis etwa 6 Euro in der Apotheke kostet. In Deutschland sind es 16 Euro!

Außerdem hat auch medizinisches Marihuana Nebenwirkungen. So kann es unter anderem zu einer verminderten Denk- und Merkfähigkeit sowie zu Trägheit führen. Auch können durch die Einnahme von Cannabis Psychosen entstehen. Vor allem junge Menschen können dadurch bleibende Schäden davontragen. Ihr Risiko an Schizophrenie oder einer Psychose zu erkranken ist viermal so hoch wie bei Erwachsenen.

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Damit Patienten auch mit qualitativ hochwertigem Wirkstoff versorgt werden können, soll eine staatliche Cannabis-Agentur den Anbau in Deutschland kontrollieren. Bis diese Strukturen aber eingerichtet sind, wird importiert. Das entsprechende Marihuana liefert u.a. der niederländische Medizinhanf-Hersteller Bedrocan. Der soll nach eigenen Angaben das weltweit erste Unternehmen sein, das von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) nach den Vorgaben der Good Manufacturing Practice (GMP) zertifiziert wurde, wie die Pharmazeutische Zeitung berichtet.

Dieser Artikel erschien zuerst auf zitronenzauber.de.

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