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23/12/2016 11:58 CET | Aktualisiert 02/04/2018 07:12 CEST

Nicht alle von uns bleiben mit der Liebe ihres Lebens zusammen - und das ist besser so

Marija Mandic

Dieser Text erschien zuerst bei Thought Catalog und Quote Catalog.

Von Heidi Priebe, Autorin von "The First New Universe"

Ich glaube an die große Liebe.

Ich rede und gestalte mein Liebesleben so, als würde ich es nicht tun.

Ich habe keine albernen romantischen Erwartungen. Ich warte nicht darauf, von den Socken gerissen zu werden. Ich bin eines dieser seltenen, vielleicht ein wenig abgestumpften Individuen, die unsere Abschlepp-Kultur ganz gerne mögen und das glücklich ist, in einem Zeitalter zu leben, in dem Monogamie nicht unbedingt die Norm ist.

Aber ich glaube an die große Liebe, weil ich sie erlebt habe.

Ich kenne diese gewaltige Liebe. Diese alles einnehmende Liebe. Diese "Ich kann nicht glauben, dass das auf diesem Planeten existiert"-Art von Liebe.

Diese Art von Liebe, über die Menschen Romane und Symphonien schreiben

Diese Art von Liebe, die in einen unkontrollierbaren Brand ausartet und dann langsam zu einer Glut herunter brennt und leise und gemütlich jahrelang vor sich her glimmt.

Diese Art von Liebe, über die Menschen Romane und Symphonien schreiben. Diese Art von Liebe, die dir mehr beibringt, als du jemals annahmst lernen zu können, und die dir unendlich viel mehr zurück gibt, als sie nehmen könnte.

Die "Liebe deines Lebens"-Art von Liebe.

Und glaubt mir, das läuft dann so:

Wenn du Glück hast, triffst du die Liebe deines Lebens. Du darfst mit der Person zusammen sein, von ihr lernen, dich ihr hingeben und erlaubst es, dich von ihr grundlegend verändern zu lassen. Das ist eine Erfahrung, die du sonst nirgendwo auf der Welt findest.

Manchmal dürfen wie die Liebe unseres Lebens nicht behalten

Aber da ist eine Sache, die all die schönen Liebesmärchen verheimlichen: Manchmal treffen wir die Liebe unseres Lebens, aber wir dürfen sie nicht behalten.

Wir dürfen sie nicht heiraten, unsere Jahre mit ihr verbringen, ihre Hände auf dem Sterbebett halten, nachdem wir ein erfülltes Leben gemeinsam gelebt haben.

Mehr zum Thema: Wir sind die Generation, die keine festen Beziehungen will

Wir schaffen es nicht immer, die Liebe unseres Lebens zu behalten, weil Liebe im echten Leben nicht immer siegt. Sie überwindet keine unüberbrückbaren Differenzen, sie besiegt keine Krankheiten, sie überwindet keine religiösen Kluften oder rettet uns vor uns selbst, wenn wir selbstzerstörerisch sind.

Wir schaffen es nicht immer, die Liebe unseres Lebens zu behalten, weil Liebe manchmal nicht alles ist. Manchmal willst du ein kleines Haus auf dem Land mit drei Kindern und der andere will eine Karriere in der Stadt.

Manchmal liegt die ganze, große Welt vor dir, um sie zu entdecken, und der andere hat Angst, sich aus dem Hinterhof vorzuwagen. Manchmal hast du größere Träume als der andere.

Manchmal ist der größte, liebevollste Schritt, den ihr tun könnt, euch gegenseitig gehen zu lassen.

Manche Menschen sind nur eine gewisse Zeit Teil unseres Lebens

Manchmal wirst du nicht einmal vor die Wahl gestellt.

Aber hier ist noch eine Sache, die sie dir über die Liebe deines Lebens nicht verraten: Sie verliert nicht an Bedeutung, weil du nicht mit ihr zusammen sein kannst.

Manche Menschen lieben dich in einem Jahr mehr als andere in 50. Manche Menschen lehren dich mehr an einem einzigen Tag als andere in Lebzeiten.

Manche Menschen sind nur eine gewisse Zeit Teil unseres Lebens und hinterlassen trotzdem einen Eindruck, an den sonst niemand herankommt und den niemand ersetzen kann.

Und wie können wir diese Menschen anders nennen als die Liebe unseres Lebens?

Die Liebe gehen zu lassen, kann der größte Segen sein

Warum sollten wir ihre Bedeutung herunterspielen, die Erinnerung an sie umschreiben, das leugnen, das sie an uns besser gemacht habe - nur weil unsere Wege sich trennten? Wer sind wir zu entscheiden, dass wir sie unbedingt ersetzen müssen - um eine größere, bessere, stärkere, leidenschaftlichere Liebe zu finden, die wir ein ganzes Leben lang halten können?

Vielleicht sollten wir einfach nur dankbar sein, dass wir diese Menschen überhaupt kennenlernen durften.

Dass wir sie lieben durften. Dass wir von ihnen lernen durften. Dass wir unseren Horizont erweitern und unser Leben bereichern konnten, weil wir sie kennenlernen durften.

Die Liebe eures Lebens zu treffen und sie gehen zu lassen, muss nicht die größte Tragödie eures Lebens sein.

Wenn ihr es zulasst, kann das der größte Segen sein.

Denkt daran: Manche Menschen treffen die Liebe ihres Lebens niemals.

Hier kommst du zu Heidi Priebes Debüt-Gedichtband "The First Universe".

Die besten Zitate daraus gibt es auch hier.

Lesenswert:

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