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08/12/2015 08:10 CET | Aktualisiert 08/12/2016 06:12 CET

Wenn ich mit den Bürgern spreche, spüre ich Unsicherheit

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Unbestimmte Unsicherheit. Das ist, was ich oft spüre, wenn ich mit Bürgerinnen und Bürgern im Wahlkreis spreche. Das ist auch der Eindruck, den vielen Kolleginnen und Kollegen hier in Berlin haben. Unsicherheiten kann man nur offensiv entgegentreten.

In Dortmund stelle ich mich mit dem Grundgesetz auf die Straße, wenn Salafisten den Koran verteilen und neue Kinder des Hasses suchen.

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In Dortmund sind bis November über 130.000 Flüchtlinge angekommen und in NRW verteilt worden. Viele sind in Dortmund geblieben - also gehe ich zu Flüchtlingsunterkünften und Erstaufnahmelagern und schaue mir die Lage an.

In Dortmund gibt es rechte Extremisten, die sich als Partei ausgeben, aber nur eine Ansammlung extremistischer Knallchargen sind. Sie bedrohen Andersdenkende, sie haben Journalisten bedroht und sie bedrohen unsere innere Sicherheit. Also setze ich alles daran, diesen intellektuellen Hohlkörpern entgegenzutreten.

Themen des Jahres: Flüchtlinge und Terrorismus

Vielleicht sind die Flüchtlinge und der Terrorismus die beiden bundes- und weltpolitischen Themen des Jahres und die Rechtsextremisten in Dortmund sind das sicherheitspolitische Thema meiner Stadt. Vielleicht werden es die Themen des Jahrzehnts. Wenn wir bei der Problembeschreibung stehenbleiben, haben wir verloren. Wir müssen Lösungen finden.

Den Rechtsextremisten muss der Parteienstatus aberkannt werden. Das ist nicht einfach, aber machbar. Die Asylverfahren müssen beschleunigt werden. Wer nicht bleiben darf, der muss schnell zurückgeführt werden.

Wer bleiben darf, der muss integriert und in Arbeit gebracht werden. Das ist eine Herausforderung für uns alle: Mitbürgerinnen und Mitbürger, Firmen und Bildungseinrichtungen. Der Staat darf hier nicht alleingelassen werden.

Und wenn wir die Fluchtursachen beseitigen, werden wir keine Obergrenze für Flüchtlinge brauchen.

Der Staat kann bessere Zukunftsperspektive bieten

Herr über den Terror können wir nicht werden. Aber wir können Jugendlichen eine bessere Perspektive bieten als den gewaltsamen Tod für ein Fantasie-Kalifat zu sterben. Auch hier sind wir alle gefordert. Es hilft nicht, wenn der Staat Maßnahme um Maßnahme schaltet.

Um die unbestimmte Unsicherheit zu überwinden, brauchen wir in Deutschland eine aktive Bürgerschaft, die integriert, die wehrhaft und selbstbewusst ist.

Dieser Text ist Teil der Reihe "Wie geht es uns?" Ein Jahr lang hat die Politik in Berlin, die Krise in Syrien und der Konflikt mit Moskau die Schlagzeilen beherrscht. Wie aber geht es Ende dieses irren Jahres den Menschen in Deutschland? Wie blicken die Menschen in unserem Land in die Zukunft? Das will die Huffington Post herausfinden - und hat alle Redakteure als Reporter durch das Land geschickt. Sie führen Interviews, besuchen Menschen denen sonst niemand zuhört - und berichten über Menschen, die dabei helfen, die größten Probleme zu lösen.

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