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14/04/2016 13:53 CEST | Aktualisiert 15/04/2017 07:12 CEST

Warm-up zum Gipfelsturm für die Bayern

Rafael Marchante / Reuters

Die Philosophie von Pep Guardiola ist klar: das bestmögliche Ergebnis mit seiner letzten Saison in Deutschland einfahren, das Triple. Ein Double oder "nur" die Meisterschaft wäre letztlich ein Enttäuschungsszenario, das dem jungen Altmeister gewiss wenig Freude bereiten würde.

Das Benfica-Ergebnis wird entscheiden über den Kurs der letzten Wochen bis zu den Finals in Berlin und im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand, dem Austragungsort des Champions-League-Finales 2016.

Wir sind alle gespannt, ob Götze, Boateng und Robben noch eine Rolle spielen werden in diesem mehrwöchigen "finale furioso" bis zu Guardiolas Wechsel auf die Insel. Jan Kirchhoff hat ihm schon eine große Zukunft mit Manchester City prophezeit. Doch zunächst bleibt abzuwarten, wie erfolgreich die Hinterlassenschaft des sog. "weltbesten Fußballtrainers" ausschauen wird.

Bis dato können wir schon einmal drei Dinge notieren, die wir von der "Ära Pep" mitnehmen:

1. Ein Fußballer muss immer ein offenes Ohr für die inspirativen Explosionen des Trainers an der Seitenlinie haben. Übersieht er diesen Anspruch, dann wird er schnell weggelobt oder rasch entsorgt.

2. Ein Fußballer sollte stets seinen Taktik-Horizont erweitern; denn wer sich auf althergebrachte Stile, Spielphilosopheme oder Sportler"weisheiten" verlässt, bleibt beim Guradiola´schen Innovativfußball mit Ballbesitzanspruch nicht im Team.

3. Ein Fußballer muss einem Ziel dienen: der Selbstoptimierung im "Klassenverband Team". Nur wer sich dieser Optimierungsmaloche unterzieht, hat eine Chance, dem wachstümlichen Anspruch des Exzellenz-Trainers genügen zu können.

Ich bin sicher, dass wir ex post noch weitere Kapitel und Notizen zur Ära Guardiola beitragen können.

Aber bis dahin sollten wir in aller Ruhe die anstehenden Finalpartien beobachten. Und genießen, dass Festlandeuropa aktuell noch einen hervorragenden Strategenkopf in seinen Fußballreihen hat, bevor uns von der Insel bald ein ungemütlicher spanischer Wind entgegenbläst.

Dass Guardiola von der deutschen Meckerpresse so manches hinnehmen musste und er oft nur auf populistischen Kritikstil seitens der Sportjournaille gestoßen ist, war sicher kein Ruhmesblatt deutscher Mentalität. Es wäre schön, wenn Ancelotti etwas mehr positive und realistische Darstellung erfahren würde.

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