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24/03/2016 11:20 CET | Aktualisiert 25/03/2017 06:12 CET

Studieren ist hart ...

PeopleImages via Getty Images

Deutsche Studenten sind in der Zwickmühle. Einerseits sind sie die heimlichen Gewinner einer Gesellschaft, die das Studium weitgehend "durchfinanziert" und der Einzelne sich nur um Lebensunterhalt und weniges mehr kümmern muss. Andererseits treiben viele Studierende planlos durch die Gezeiten der Bachelorwellen. Doch es gibt auch sie: die fokussierten, engagierten und mit Verve studierenden Mental-Athleten an deutschen akademischen Anstalten, ob diese nun privat, staatlich oder im dualen Format daher kommen.

Kürzlich durfte ich an einer renommierten deutschen Universität wieder einmal meine Studenten mündlich prüfen. 15 Minuten "hard core talk" vom Feinsten. Und dann die Zensuren: von 1.0 bis 2.7 war alles dabei. Und es macht in der Tat Spaß, wenn man merkt, dass harte Arbeit am Ende dieser "Übung" ein Lächeln in den Gesichtern der Studierenden bei der Zensurverkündung hervorruft.

Allein die 2.7-Dame hatte Tränen in den Augen; wohl weniger, weil sie eine noch schwächere Zensur erwartet hatte, sondern weil sie seit Wochen aufgrund der Bachelorarbeit kein Auge zugemacht hatte. So kam sie schon mit verquollenen Augen in die Prüfung - und hatte sich dann doch tapfer geschlagen.

Soll mal einer sagen, ein Studium sei kein Härtefall des Lebens! Als ich dem 1.0-Kandidaten am Ende nach der intern festgesetzten Zensur dann sagte: "Ihre schlechte Prüfung haben wir mit einer glatten Einsnull bewertet", war es wieder da: das Schmunzeln auf akademischen Lippen und Wangen.

Wer den Wert des Studentischen real spüren, "erfahren" und auch reflektieren möchte, muss mitten drin sein im kreativen Strudel der Bildungswelten, aber auch mittendrin in den Gefühls- und Gesinnungskurven derjenigen Menschen, die unsere Gesellschaft der nächsten Jahrzehnte maßgeblich prägen, profilieren und prononciert gestalten werden und sollen.

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