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16/04/2016 11:44 CEST | Aktualisiert 17/04/2017 07:12 CEST

In Zeiten der Krise: "für ein friedliches Miteinander eintreten"

BORIS ROESSLER via Getty Images

Aktuell erscheint es am Tage und allseits offensichtlich, dass politische Moral, integre Politik und nationale Loyalität keine Gemeingüter mehr sind. Nur wenige scheren sich darum, ehrliche und faktenschwangere Meinung zu betreiben; viele folgen dagegen blindlings dem Mainstream der pressetäglichen Pulsschläge. Heraus kommt dabei, dass sich nicht wenige in moralfreien Zonen der Geldstrommentalitäten sonnen. Kaum zu sprechen von fehlender Steuergerechtigkeit.

Wir leben in Zeiten multiformer Unfassbarkeits-Szenarien.

Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich. Und kaum jemand scheint Antworten zu finden, die das Wirrwarr zu lösen vermögen. Kaum zu fassen bleibt für den „Normalbürger", dass gestern noch als korrupt gegeißelte Staaten wie die Türkei plötzlich von der Bundesregierung melodiös umgarnt werden und man deutsche Humoristen plötzlich als Staatsfeinde empfindet, wenn Gegenwind aus Diktatorenmund weht.

Kaum zu fassen, dass sich Frau Merkel den Luxus leistet, die CSU entspannt zu ignorieren und sich medienwirksam wie geschickt ihrer protestantischen Herkunft rühmt, dabei aber gerade die lutherischen Impulse der Türkengefahr völlig ignoriert und das lutherische Erbe entkernt.

Aus der bewunderten Angie ist die "böse Mutti" geworden, die nach schlechten Allianzen schielt, um ihren eigenen Fehlkurs abzufedern. Ihr strategische Imprägnierung gegen Kritik wirkt dabei zunehmend wirklichkeitsfremd, selbst bei wohlwollender Beurteilung.

Kaum zu fassen, dass die deutsche Presse fast unisono das Nein der Niederländer in Sachen EU-Ukraine-Politik als böswilligen Schlag gegen die eingebildete Europäische Einheit versteht, auch wenn es sich hier um einen ganz normalen demokratischen Wahlakt (zudem ohne große Folgen!) handelt.

Kaum zu fassen, dass in einem Land, das Jahrzehnte die Meinungsfreiheit auf seine Fahnen geschrieben hatte, plötzlich einknickt vor denjenigen Stimmen des Islam, die jegliche auch nur minimale Beschränkung dieser auf Gewalt angelegten Religion niederbügeln. Stattdessen wird das Märchen vom friedliebenden Islam populistisch erzählt und als geradezu sakrosankte Botschaft verkauft.

Unfassbar, dass dieses Märchen in einer Zeit, in der fast jedes vom Islam dominierte Land Christen verfolgt oder zumindest massiv in der Lebensäußerung einschränkt, noch von sog. aufgeklärten Westlern geglaubt wird - zudem von vielen Intellektuellen, die es doch besser wissen sollten.

Kaum zu fassen, dass in einem Land, in dem Millionen von Juden vor weniger als achtzig Jahren umgebracht wurden, offensiv judenfeindliche Hetze geduldet und Israel verunglimpft wird. Und plötzlich empfindet es eine deutsche, christliche (!) Regierung als lauter, dass Israelhetze erlaubt ist, aber der islamische Erdogan nur ja nicht sarkastisch-ironisch in seinem Fehlverhalten gebrandmarkt werden sollte. Wo bleibt hier noch die Integrität einer demokratisch gewählten Regierung!?

Was ist mit unseren Grundwerten?

Letztlich bleibt es kaum zu fassen, wie schnell die Werte verflogen sind, die gestern uns allen noch heilig waren. Höchste Zeit, uns der Lehre Martin Luthers, der christlichen Identität und der Sache des Evangeliums neu und ernsthaft bewusst zu werden. Und höchste Zeit, wieder für eine ausgewogene, ehrliche und moralisch integre Meinung einzutreten.

Der bekannte Chemnitzer Pfarrer und Autor Dr. Theo Lehmann sagte jüngst in einer Diskussionsrunde: „Es ist angeraten und sinnvoll, wenn wir allen islamischen Flüchtlingen, die hier rechtens sind, das Evangelium verkündigen und Christus predigen. Das ist eine schöne Pflicht."

Das Wort vom Frieden zu verkündigen, die Botschaft von dem, über den Paulus schreibt „Er (Christus) ist unser Friede." Dies weiter zu geben in turbulenten Zeiten: Was für eine spannende und aktuelle Aufgabe. Und wenn sich darüber dann auch ein neuer Wertediskurs entfaltet, der dazu führt, dass sich alle friedfertigen und friedliebenden Menschen zusammentun und für das Miteinander eintreten: Das wäre in der Tat ein schönes, ein besonderes, ein erstrebenswertes Wunder.

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