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17/04/2016 10:18 CEST | Aktualisiert 18/04/2017 07:12 CEST

Festung Europa. Eine moralische Apologie

Marga Buschbell Steeger via Getty Images

Eine Festung hat mehrere Funktionen: sie kann beschützen, und sie kann ein Bollwerk sein gegen feindliche Kräfte. Sie kann darüber hinaus eine Art "internes Gemeinwesen" darstellen, das denen verwehrt bleibt, die jenseits der Festungsmauern hausen. Die Presse spricht gerne von der egoistischen Haltung der Europäer, die keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen, sich dagegen abschotten und selbstherrlich unter dekadenten Luxuspalmen sonnen.

Doch hier gilt es umzudenken - und zwar besser früher als später:

Umdenken müssen wir - und dürfen nicht mehr davon ausgehen, dass "alles schon irgendwie läuft", wenn wir nur die Türen der sog. Festung weit genug aufmachen und dezente Selektionsmodi einführen. Das Trojanische Pferd lässt grüßen! Türken, Afrikaner, Afghanen und Pakistani stehen Schlange.

Umdenken müssen wir - und die "islamische Invasion" mit dem offenen Anspruch, endlich die christliche Welt ins Abseits zu drängen, ernst nehmen und Kontra bieten. Man erkenne die "Zeichen der Zeit" (Matthäusevangelium Kapitel 16, Vers 3). Umdenken müssen wir schleunigst - weil wir sonst unsere (noch recht heile) Kulturwelt verkaufen an "Moralitäten", Anspruchshaltungen und Kriminalitäten, die mit dem Erbe der Renaissance, der Aufklärung und der demokratischen Bestrebungen westlicher Couleur nichts mehr gemein haben.

Wer hier naiv agiert, verspielt Europa. Wer hier nicht handelt, verspielt Integrität und Wahrhaftigkeit. Der Fall Böhmermann lässt grüßen. Und ob man mit einem modern-maroden Sultan einen Pakt schließen kann, wird sich erst noch zeigen müssen. Die Zeichen der Zeit stehen auf bedrohliche Annäherung zwischen Demokratie und Despotismus. Wer hier den Kürzeren zieht, schein sich anzudeuten.

Und wir müssen - last, but not least - umdenken in Sachen einer "Überwertschätzung" Europas, einer Ideologisierung des europäischen Gedankens: Wer auf dem "Altar Europa" gestern noch als gesund, gewinnbringend und ehrlich geschätzte Werte opfert, der entfernt sich von einer echt freiheitlichen und demokratischen Gesinnung.

Gerade diese Ablehnung einer Ideologisierung der europäischen Idee markiert den sinnvollen Einsatz für das Wohl der westlichen Hemisphäre - und nicht eine überbordende Euphorie über ein imaginiertes Europa, das sich zwar selbst feiert, aber seine Werte und Wahrheiten verkauft. Eine hemmungslose Liberalität verspielt den Gedanken der Freiheit und beschert uns Werte, die kein freiheitlich Gesinnter für gut heißen kann.

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