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28/02/2016 13:09 CET | Aktualisiert 28/02/2017 06:12 CET

Die Zähmung der Daten - wie kognitive Technologien Big Data nutzbar machen

123dartist via Getty Images

Daten sind der Rohstoff der Zukunft, entscheidend wird es jedoch sein, diese sinnvoll zu nutzen. Moderne IT in Form von semantischen und kognitiven Technologien hilft, die wachsende Datenflut zu bewältigen und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine zu verbessern - mit Vorteilen und Risiken.

Unsere Gegenwart ist vernetzt - alles kommuniziert mit allem. Ob zu Hause, bei der Arbeit oder unterwegs, wir produzieren unentwegt Daten. Die Nutzung, Analyse und Zurverfügungstellung dieser komplexen, riesigen Datenmengen auf Basis von IT-Systemen und Algorithmen wird mit dem Begriff „Big Data" beschrieben. Diese Daten zu nutzen und gleichzeitig auch zu sichern, wird die zentrale Aufgabe der Zukunft.

Globale Wettbewerbsfähigkeit

Gerade für die hiesigen Unternehmen ist dies unerlässlich: Um in der globalisierten Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bleiben, ist die Beherrschung, Auswertung und Nutzung dieser Daten unerlässlich. Denn Geschäftsinformationen sind heute der vierte Produktionsfaktor. Der wichtige Rohstoff Daten wird so zu einer wichtigen Erfolgs-Komponente und die Geschwindigkeit bei deren Bereitstellung wird zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Doch nur ein Bruchteil dieser Datenmenge ist systematisch geordnet und abgelegt. Daher sind Informationen vielfach nur schwer auffindbar, beziehungsweise können nicht sinnvoll genutzt werden. An dieser Stelle setzen semantische und kognitive Technologien mit Fähigkeiten an, über die bisher nur Menschen verfügten: Sinnzusammenhänge zu erkennen und selbstständig Schlüsse aus Informationen zu ziehen.

Schnell und lernfähig

Moderne Systeme beherrschen diese Fähigkeiten teilweise auch schon in Echtzeit. Denn nur dann können die Auswertungen auch als Entscheidungsgrundlage dienen. Die Analyse komplexer Datensätze und die Interpretation der Ergebnisse setzen dabei geschäftsstrategische Entscheidungen auf eine breitere empirische Basis als bisher und können diese somit verbessern.

Gleichzeitig sind diese Technologien lernfähig und in der Lage, auf Basis der vorliegenden Informationen, selbständig Entscheidungen zu treffen. Eine solche Fähigkeit ist eine wichtige Grundlage für automatisierte Fabriken, auch bekannt unter „Industrie 4.0".

In privater Anwendung

Auch für uns Nutzer - sowohl im privaten, als auch beruflichen - wird sich durch semantische und kognitive Technologien vieles ändern. Die Menge an Informationen, die wir heute verarbeiten müssen, wird stetig größer. Unzählige E-Mails, Termine, Kontakte, Aufgaben, Informationen und mehr sollen erstellt, bearbeitet und eingehalten werden. Dadurch verbringen wir viel Zeit nur mit der Suche nach den richtigen Informationen auf der eigenen Festplatte, in E-Mails, Dokumenten und Tabellen oder Internet; Zeit, die uns am Ende des Tages fehlt.

Zentraler Helfer im Alltag

Schon seit geraumer Zeit werden Systeme angeboten, die bei der Erfassung, Speicherung und Abfrage dieser Informationen unterstützen, zum Beispiel schlagwortgestützte Datenbanken. Semantische Technologien hingegen ersetzen diese starre Art der Wissensverwaltung. Die Technik ist darauf ausgelegt, nicht nur unsere Sprache zu verstehen, sondern auch die Wörter und deren Kontext zu analysieren. Die daraus entstehenden Informationen werden verarbeitet und an den Nutzer im richtigen Zusammenhang wiedergegeben. Sogar komplexe Fragen in ganzen Sätzen können gestellt werden. So kann die Technik beispielsweise aus dem Kontext heraus ein Dokument finden, ohne dass der genutzte Suchbegriff als Schlagwort darin enthalten oder indiziert ist.

In Ansätzen können wir diese Technologie heute bereits in kognitiven Systemen wie z.B. Siri auf dem iPhone erkennen: Die Verknüpfung von Geodaten über den Standort mit der analysierten Frage "Wie wird das Wetter morgen?" liefert auch bei unvollständiger Fragestellung eine sinnvolle Wetterinformation.

Risiko Datensicherheit

Durch die große Menge der (teilweise personenbezogenen) Daten sind die Gefahren, die sich aus deren Nutzung ergeben, nicht zu unterschätzen. Menschen achten zunehmend auf die Sicherheit ihrer Daten. Somit ist die Gewährleistung von Datensicherheit ein weiterer wichtiger Punkt für Unternehmenserfolg - nicht nur deren Nutzung. Gerade deutsche Unternehmen haben hier einen Vorsprung, da Management und Mitarbeiter besonders sensibilisiert sind. Ein Vorteil, der dringend bewahrt werden sollte.

Ein weiteres Risiko besteht auch darin, Entscheidungen nur auf Grundlage der maschinellen Auswertungen zu fällen. Zahlen und Fakten vereinfachen oft die Realität und lassen wichtige Faktoren, wie sozio-ökonomische Gegebenheiten, außen vor. Das wiederum bringt die Gefahr mit sich, bei Entscheidungen sich zu sehr auf die vom Computer ausgegeben Daten zu verlassen. Menschliche Eigenschaften wie Kreativität oder auch eine gewisse Risikobereitschaft - ein zentraler Punkt für Innovationen - bleiben außen vor.

Der Mensch bleibt weiter unerreicht

Die menschliche Intelligenz und Kreativität wird auch in Zukunft unerreicht bleiben. Denn Fortschritt und Innovation erfordern auch weiterhin die Art von Fähigkeit bei der Bewertung von Informationen und Zusammenhängen, die Maschinen auch in ferner Zukunft nicht leisten können. Trotzdem tragen diese Technologien bereits heute einen erheblichen Teil zur Wertschöpfung bei.

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