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29/12/2015 07:24 CET | Aktualisiert 29/12/2016 06:12 CET

Das sind die 5 kuriosesten Silvesterbräuche aus aller Welt

Brand New Images via Getty Images

Der Beginn des neuen Jahres war schon immer Grund zur Freude und um optimistisch nach vorn zu blicken. Überall und zu aller Zeit haben die Menschen die Chance auf einen Neuanfang gefeiert, aber wir befolgen nicht alle die gleichen Rituale. Ganz im Gegenteil -- jeder von uns feiert das neue Jahr auf seine eigene Weise.

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Während die Erde ihren Umlauf um die Sonne vollendet und die Reise von neuem beginnt, sehen wir als ihre Passagiere dem kommenden Jahr voller Hoffnung und Vorfreude entgegen.

Im Laufe der Zeit haben wir unzählige Riten und Rituale entwickelt, um die Götter zu besänftigen oder die Geister zu beeinflussen, in der Hoffnung, dass im nächsten Jahr unseren Plänen das Glück hold sein möge.

Ein dänischer Brauch


Ich springe zum Beispiel von einem Stuhl. In jeder Silvesternacht, Sekunden vor Mitternacht, stehe ich auf einem Stuhl, das Champagnerglas in der Hand, und springe herunter, sobald es zwölf schlägt.

Meine Freunde -- und die Freunde meiner Freunde -- machen das auch alle. Doch anscheinend, worauf mich meine lieben Kollegen aus Deutschland, den USA und Irland netterweise hinwiesen, ist dieser Brauch außerhalb Dänemarks gänzlich unbekannt.

Darum ist hier eine Liste weiterer kurioser Bräuche, die Menschen rund um die Welt praktizieren. Sie bietet nur einen kleinen Einblick in die zahllosen interessanten Möglichkeiten, wie man die Neujahrsnacht feiern kann. Solltest du auf der Suche nach ein paar neuen Silvesterbräuchen sein, ist es schon mal ein Anfang!

(Zumindest bin ich dann nicht mehr der Einzige, auf den man mit Fingern zeigt.)

Die Philippinen: Es wird noch mehr gesprungen

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Auf den Philippinen halten sich viele Kinder auf dem Fußboden bereit, sobald der Countdown bis Mitternacht beginnt.

Während die Sekunden heruntergezählt werden, beugen sie voller Erwartung die Knie (genau wie meine Freunde und ich), und sobald die letzte Sekunde verstreicht, springen sie eifrig so weit wie möglich in die Höhe. Der Legende zufolge werden sie im kommenden Jahr größer werden, wenn sie nur hoch genug springen.

Das Glück hereinlassen


Währenddessen verbringen ihre Eltern die letzten Minuten des alten Jahres damit, sicherzustellen, dass das Glück im neuen Jahr bei ihnen zu Hause einkehren kann. Zum Jahresbeginn müssen alle Fenster und Türen sperrangelweit offen stehen, da nur so das Glück durch das Haus strömen und der Familie seinen Segen für das kommende Jahr schenken kann.

Die bösen Geister muss man jedoch in Schach halten, und man glaubt, dass diese -- ganz im Gegensatz zum Glück -- Lärm verabscheuen.

Daher machen viele Filipinos einen ohrenbetäubenden Krach, um alle übellaunigen Geister fernzuhalten. Sie schlagen Kochtöpfe und Pfannen aneinander, lassen den Automotor aufheulen, benützen Trillerpfeifen -- alles zum Wohle der Familie.

Falls aus deinen guten Vorsätzen bisher nichts geworden ist, versuch doch mal, die Türen aufzureißen und mit Bratpfannen zu scheppern. Auch wenn du nicht an die Geschichten selbst glaubst, warum nicht ein bisschen Dampf ablassen? Mach Krach in der einzigen Nacht des Jahres, in der dies erlaubt ist. Tob dich ruhig aus! Ich wette, es macht Spaß!

Neuseeland: Drachensteigen

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Auch in Neuseeland schlagen manche "Kiwis" Töpfe und Pfannen aneinander. Interessanter ist jedoch das Drachensteigen, das ebenfalls eine heimische Tradition darstellt.

Viele Māori -- die Ureinwohner von Neuseeland -- feierten einst den Aufgang eines bestimmten Sternbilds, der Pleiaden oder Matariki, die ihrem Glauben zufolge eine reiche Ernte ankündigen. Aus der Rinde, dem Holz und den Fasern diverser Bäume und Pflanzen wurden Drachen -- so genannte pākau -- angefertigt, die sie den Sternen entgegen steigen ließen. Manche tun dies noch heute.

Nach den Sternen greifen


Natürlich fällt der Dezember so weit südlich in der anderen Hemisphäre mitten in den Sommer, was -- im Vergleich zum Dezember hier im Norden -- für Aktivitäten im Freien etwas besser geeignet ist.

Falls du trotzdem fingerfertig genug sein solltest, um auch in dicken Handschuhen einen Drachen zu lenken, und an Silvester eine Stunde totschlagen willst, bevor die Feiern beginnen, könntest du genau wie die Māori nach den Sternen greifen: Hoffe auf günstige Winde und ein glückliches Jahr.

Außerdem bietet ein bunter Drachen natürlich einen tollen Anblick, wenn bei dir zu Hause die weiße Pracht die Landschaft bedeckt.

Grönland: Zweimal Prosit Neujahr!

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Wenn du von Silvesterpartys gar nicht genug bekommen kannst, wirst du ganz neidisch sein, sobald du erfährst, was in Grönland so los ist.

Meine Eltern haben dort fast zwanzig Jahre lang gelebt, und wie der Rest der westlichen Hemisphäre feierten auch sie das neue Jahr mit Champagner, Deko und Feuerwerk. Aber hier ist der Haken an der Sache: Die meisten feiern zweimal.

Da Grönland zum Königreich Dänemark gehört, stoßen viele Grönländer auf das neue Jahr an, wenn die Uhren in Dänemark zwölf schlagen und wenn es in Grönland so weit ist. Dank eines Zeitunterschieds von vier Stunden läuten sie also um 20:00 und um Mitternacht das neue Jahr ein.

So dürfen alle, die in Grönland feiern, das Feuerwerk und das Anstoßen auf einen guten Rutsch am selben Abend zweimal genießen -- und haben dazwischen vier Stunden Pause, um sich zu erholen.

(Es stellt sich natürlich die Frage, warum ich nie davon gehört habe, dass sich irgendjemand in Dänemark sozusagen dafür revanchiert. Zugegebenermaßen wäre es dann vier Uhr morgens, aber die meisten Leute, die ich kenne, sind dann ohnehin noch wach. Wenn ich es mir recht überlege, wäre ihnen aber vermutlich schon der Champagner ausgegangen.)

Thailand: Wasserschlachten

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In Thailand feiern viele das neue Jahr erst Mitte April. Dann ist das Wetter wärmer als Ende Dezember. Daher ist es zur Feier des neuen Jahres üblich, sich an den dreitägigen Festlichkeiten zu Songkran zu beteiligen, zu denen naheliegenderweise auch eine gigantische Wasserschlacht gehört.

Eine Wasserschlacht vertreibt das Böse


Selbstverständlich sind auch in Thailand -- so wie an vielen anderen Orten -- ein gründlicher Neujahrsputz und andere Rituale im Familienkreis ein wichtiger Bestandteil des Festes, und natürlich ist selbst das Wasser höchst symbolisch.

Man glaubt, dass die Wasserschlacht die Körper der Teilnehmer vom Bösen befreit, sodass sie verjüngt und bereit für einen Neuanfang ins neue Jahr starten können.

Hey, wenn das Wetter mitspielt, hört sich eine Wasserschlacht um Ruhm und Ehre (und zum Zwecke der Läuterung) wie ein großer Spaß an!

Südkorea: Ein Fest für die ganze Familie

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In vielen Teilen der Welt ist der Beginn des neuen Jahres die beste Zeit, um über die Zukunft und die Vergangenheit nachzudenken. In Südkorea zum Beispiel versammelt sich am Morgen die Familie und verbringt den ganzen Neujahrstag (Seollal) miteinander.

Fast alle tragen die Nationaltracht, und die Festlichkeiten beginnen traditionellerweise mit verschiedenen Riten, Verbeugungen und Grußformeln, um die Geister der Vorfahren zu ehren.

Mahlzeiten, Geschichten, Spiele


Im Laufe des Tages werden Mahlzeiten und Geschichten geteilt, Spiele gespielt und noch mehr gegessen. Abgesehen von den aufwändigen Vorbereitungen, die man offensichtlich für die vielen Mahlzeiten braucht, ist es für alle eine gute Gelegenheit, sich zu entspannen und den Kontakt mit Verwandten aufzufrischen, die man im Laufe des arbeitsreichen Jahres nicht zu Gesicht bekommt.

Ich möchte wetten, dass viele von euch all das von zu Hause wiedererkennen. Wie ihr auch das neue Jahr einläuten mögt, ich hoffe, ihr verbringt Silvester mit Freunden oder im Kreise eurer Familie. Was mich betrifft, so werden meine Freunde und ich von einer Reihe Stühle direkt ins Jahr 2016 springen.

Passt gut auf euch auf und feiert schön!

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Dieser Artikel wurde ursprünglich auf InterNations veröffentlicht:

https://www.internations.org/magazine/five-alternative-ways-to-celebrate-new-year-s-eve-17477

(Image Credit: Photo 1 by Bro. Jeffrey Pioquinto, SJ/CC BY 2.0; Photo 2 by Ron Mader/CC BY-SA 2.0; Photo 3 by Al404/CC BY-SA 2.0; Photo 4 by John Shedrick/CC BY 2.0; Photo 5 by Republic of Korea/CC BY-SA 2.0; Photo 6 by Thomas Rousing/CC BY 2.0)

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