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10/09/2015 11:22 CEST | Aktualisiert 10/09/2016 07:12 CEST

Exchange Traded Funds (ETFs) als Alternative für Investoren

Thomas Lohnes

Produktwahrheit und -klarheit haben seit der Finanzkrise an Bedeutung gewonnen. Investoren suchen immer mehr nach Produkten, die sie verstehen und die tatsächlich das liefern, was sie versprechen. Dass die Nachfrage nach Exchange Traded Funds (ETFs) dynamisch wächst, kann also kaum verwundern. Denn diese passiven Indextracker verkörpern genau das: Wahrheit und Klarheit.

Natürlich gab es auch bei diesen Produkten in der Vergangenheit kritische Stimmen, die sich beispielsweise um Fragen wie die synthetische Abbildung oder die so genannte Wertpapierleihe drehten. Doch durch sorgfältige Auswahl lassen sich diese Risiken entweder ganz eliminieren oder zumindest reduzieren.

Grundsätzlich aber liefern diese Produkte einfach das, was sie sollen: die Wertentwicklung des jeweils zugrundeliegenden Index abzüglich der Kosten. Und damit können ETFs gerade gegenüber aktiv gemanagten Fonds punkten.

Ein Problem aktiv gemanagter Produkte liegt in deren Kostenstruktur. Im Gegensatz zu ihren passiven Pendants müssen Anleger bei Investmentfonds einen Ausgabeaufschlag berappen. Auch bei den laufenden Kosten sind ETFs klar im Vorteil, wie das Fondsanalysehaus Morningstar nachgerechnet hat.

So liegen die laufenden Gebühren bei Aktien-ETFs im Durchschnitt bei rund 0,4 Prozent pro Jahr, während Anleger bei aktiv gemanagten Fonds mit durchschnittlichen jährlichen Gebühren von rund 1,8 Prozent rechnen müssen.

Viele aktiv gemanagte Fonds enttäuschen

Gerade die hohen laufenden Kosten stellen ein Problem für die aktiv gemanagten Fonds dar. Denn viele Manager tendieren dazu, nicht allzu weit von ihrem jeweiligen Vergleichsindex abzuweichen. Unter dem Strich entwickeln sich deshalb viele Fonds ähnlich wie ihr Vergleichsindex.

Da von dem erzielten Ergebnis aber noch die Kosten abgerechnet werden müssen, schneiden viele der aktiv gemanagten Fonds schlechter ab als die zugrunde liegende Benchmark. Aus diesem Grund ist ein Investment in ein Produkt, das die Wertentwicklung des Index liefert, also nicht mehr, aber auch nicht weniger, eine attraktive Alternative.

Aber ETFs sind nicht nur günstig, sondern sie eignen sich auch, um flexible Anlagestrategien einfach, schnell und kostengünstig umzusetzen. Zum Beispiel kann es aus Sicht eines Anlegers Sinn machen, sich ein Portfolio um liquide Kernmärkte herum aufzubauen, zum Beispiel Staatsanleihen der Industrieländer, Unternehmensanleihen guter bis sehr guter Bonität oder die großen Aktienmärkte.

ETFs bieten die Möglichkeit, diese Märkte kostengünstiger und effizienter abzubilden, als es mit aktiv gemanagten Investmentfonds machbar ist.

Schnelle Handelbarkeit als zusätzlicher Pluspunkt

Ein anderes Beispiel für die flexible Umsetzung von Anlagestrategien mit ETFs ist das aktuelle Marktumfeld, das durch eine hohe politische Einflussnahme und enorme Kursschwankungen geprägt ist.

Dies kann in einem Portfolio schnelle taktische Anpassungen notwendig machen, also in bestimmten Situationen Risiko aus dem Portfolio herauszunehmen oder im Gegenteil Chancen zu nutzen. Die schnelle Handelbarkeit über die Börse ist deshalb ein weiterer wichtiger Vorteil von ETFs.

Aber es braucht trotz der Einfachheit der Produkte eine gewisse Erfahrung im Umgang mit ETFs. Wichtig ist zum Beispiel, sich mit dem zugrundeliegenden Index genau auseinanderzusetzen.

So gibt es Indizes, in denen einzelne Werte oder eine bestimmte Branche auf ein sehr hohes Gewicht kommen. Das kann zu Klumpenrisiken führen. Auch unterscheiden sich ETFs auf ein und denselben Index hinsichtlich der Kosten und der Genauigkeit der Abbildung.

Und natürlich gilt es, eine konkrete Anlagestrategie zu verfolgen, ebenso wie eine Meinung zum Markt zu haben. Schließlich schützen ETFs ebenso wenig vor Verlusten wie ein Fonds. Anleger, die sich an einen professionellen Anlageberater, der ETFs einsetzt und auch Erfahrung damit hat, wenden, schlagen deshalb gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Zum Einen profitieren sie von einer auf die individuelle Situation des Investors zugeschnittenen langfristigen Anlagestrategie. Zum Anderen ziehen sie Nutzen aus den Vorteilen, die ETFs - gerade im aktuell turbulenten Marktumfeld - bieten.

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