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Das Personalmanagement der Zukunft

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Ich glaube, dass viele Personalabteilungen noch nicht verstanden haben, dass sie immer mehr an Reputation verlieren. Viel zu viel Personaler verstricken sich noch in Diskussionen um Kosten der Personalabteilung, ineffiziente Prozesse oder komplexe IT-Systeme. Sie haben noch nicht verstanden, dass der Mehrwert des Personalers eigentlich in anderen Themen besteht. Ich gehe mal davon aus, ich muss hier nicht extra erwähnen, dass ich Themen wie Personalentwicklung, Recruiting etc. meine.

Das ist eigentlich nicht wirklich etwas Neues, wenn ich an meine letzten 20 Jahre Personalarbeit denke, dann wird das schon seit den Neunziger Jahren gepredigt. Ich kann mich dabei noch gut an die damaligen Überschiften in den HR-Fachzeitschriften erinnern „Der Personaler - vom Verwalter zum Gestalter". Diesen Schritt haben aus meiner Sicht bisher leider nur die wenigsten Personalabteilungen konsequent umgesetzt - auch im Bereich von Großunternehmen. Aber der Mittelstand hinkt hier noch wesentlich weiter hinterher. Und wenn man nun die aktuellen Entwicklungen sieht und vor allem den Weg des Resourceful Humans von Heiko Fischer, dann kommen Unternehmen künftig ganz ohne Personalabteilungen aus, wie soll da speziell der Mittelstand noch Schritt halten?

Ich persönlich glaube, dass aber dieser skizzierte Schritt eines Unternehmens ganz ohne Personalabteilung für uns in Deutschland noch zu radikal ist und sich auch bis 2020 nicht in der Breite durchsetzen wird. Sicherlich werden einige innovative Unternehmen diesen Weg erfolgreich gehen, für den Großteil aller Unternehmen ist aber noch ein wichtiger Zwischenschritt notwendig.

Wir brauchen in den Unternehmen Personalabteilungen, die sowohl strategisch für das Unternehmen agieren, gleichzeitig aber auch höchst effizient unter Nutzung aller technischen Möglichkeiten die notwendigen Prozesse abwickeln. Hierbei wird sich immer mehr ein hybrides Modell durchsetzen, also eine Mischung aus Outsourcing und intelligenten IT-Tools (wie zum Beispiel Portallösungen oder Workflow-Systeme), um die Personalarbeit methodisch und organisatorisch zu unterstützen. Denn sind wir doch mal ehrlich - außer in der Payroll hat sich auch das Outsourcing in Deutschland noch nicht wirklich durchgesetzt, oder kennen Sie viele Firmen, die ihre Personaladministration, das Recruiting oder die Seminarverwaltung gänzlich an externe Dienstleister übertragen haben? Das sind bis heute nur Einzelfälle.

Immer mehr Firmen gehen dazu über, selbst Shared Service Center aufzubauen und hier die Prozesse zu zentralisieren, anstatt diese Leistungen an professionelle Dienstleister zu übertragen. Auch wenn ich persönlich das nicht immer nachvollziehen kann, denn gerade bei mittelständischen Firmen stellt sich schon die Frage, woher dann die Effizienzsteigerung kommen soll. Denn eigentlich vergeben diese Firmen die Chance, das KnowHow und die Strukturen eines Dienstleisters optimal zu nutzen. Und dann setzen sie diese Shared Service Center auch noch mit einfachen Bordmitteln um, es wird in der Regel nur die Arbeit von A nach B verlagert, aber keine weiteren Investitionen in Portallösungen oder Ticketsysteme getätigt und für Workflows wird Outlook verwendet. Es soll ja schließlich gespart werden.

Mein Fazit lautet also: Das hybride System, eine Mischung aus gezieltem Outsourcing mit den richtigen Partnern und sehr effizienten und IT-toolbasierten Prozessen, wird sich in den nächsten Jahren weiter durchsetzen.