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5 Tipps, wie Sie ein HR-Outsourcing-Projekt zum Scheitern bringen

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Outsourcing der Personalarbeit ist ÔÇ×in", ÔÇ×modern", ÔÇ×effizient". So liest man es auf der einen Seite. Andererseits gibt es auch viel negative Presse zu dem Thema, es wird vom Scheitern der Projekte gesprochen, von un├╝berschaubaren Kosten und einer sinkenden Qualit├Ąt. Nach fast 15 Jahren Outsourcing-Erfahrung und vielen hundert Projekten haben sich 5 Punkte immer wieder wiederholt, die ein Projekt garantiert scheitern lassen.

Die Kosten

Viele Euro GeldscheineÔÇ×Geiz ist geil" lautet der Werbespruch eines bekanntes Unternehmens - und es ist spannend, wie schnell sich dieser Spruch auch im Gesch├Ąftsleben durchgesetzt hat. Und das ist auch schon ein wichtiger Punkt beim Outsourcing. Denn wenn Sie den Dienstleister ausquetschen wie eine Zitrone und auch noch den letzten Cent verhandeln, wenn Sie den wirklich allerbilligsten Anbieter w├Ąhlen, dann k├Ânnen Sie sich auch vorstellen, dass der Dienstleister die besten Mitarbeiter mit dem Projekt betraut und auch wirklich alle Pr├╝fmechanismen durchf├╝hrt.

Der Anbieter

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Anbietern allein f├╝r das Thema Lohn- und Gehaltsabrechnung. Die einen entscheiden sich f├╝r den gr├Â├čten, die anderen f├╝r den billigsten oder den beliebtesten. Doch am Ende m├╝ssen beide (Kunde und Dienstleister) auch ganz einfach zusammen passen. Was haben Sie davon, wenn Sie ein deutscher Mittelst├Ąndler sind, der nur lokal unterwegs ist, wenn Sie mit einem internationalen Anbieter zusammenarbeiten, den Sie schon allein wegen seiner laufenden Anglizismen nicht mehr verstehen oder der sein Center in Indien hat, aber niemand bei Ihnen Englisch spricht. Genauso schwierig verh├Ąlt es sich, wenn Ihr Dienstleister selbst an einen Konzern gebunden ist und die Mutter macht 95% des Gesch├Ąfts aus.

Die Qualit├Ąt

Das ist immer wieder ein spannendes Thema. Da wird vom Dienstleister pl├Âtzlich erwartet, dass er die 100%-Qualit├Ąt liefert. Nat├╝rlich d├╝rfen Sie eine hohe Qualit├Ąt erwarten, Sie zahlen ja auch ein gutes Geld daf├╝r (wenn Sie sich nicht an die ÔÇ×Geiz ist geil"-Mentalit├Ąt gehalten haben), dennoch kann auch ein Dienstleister nicht zaubern. Auch hier arbeiten Menschen, die mal einen Fehler machen k├Ânnen oder IT-Systeme k├Ânnen ausfallen. Aber k├Ânnen Sie intern auch eine 100%-Qualit├Ąt nachweisen. Erfahrungsgem├Ą├č k├Ânnen die wenigstens Firmen ihre eigenen Qualit├Ąt ├╝berhaupt messen, aber kaum ist ein Dienstleister da, muss alles perfekt werden.

Die Prozesse

Die internen Prozesse sind nicht sauber gekl├Ąrt? Es gibt keine klaren Regeln und Strukturen? Es ist nichts dokumentiert? - eine ideale Voraussetzung f├╝r ein Outsourcing-Projekt. Denn der Dienstleister wird schon wissen wie es geht und hinterher ist es dann immer einfacher, die Fehler des Dienstleisters nachzuweisen und ihn daf├╝r verantwortlich zu machen. Denn er m├╝sste ja eigentlich wissen, was in den K├Âpfen der bisherigen Mitarbeiter als ÔÇ×Herrschaftswissen" vorhanden war.

Das Unternehmen

Und bei dem Thema der bisherigen Mitarbeiter kommen wir schon zu dem letzten Punkt. Nat├╝rlich versuchen Unternehmen, so wenig wie m├Âglich Personalabbau zu betrieben - erst recht nicht in der eigenen Personalabteilung. Aber den bisherigen Gehaltsabrechnung nach dem Outsourcing pl├Âtzlich zum HR-Business Partner zu machen (was er selbst h├Ąufig gar nicht will), ist nat├╝rlich die beste Motivation, um mit einem Dienstleister partnerschaftlich zusammen zu arbeiten. In der Praxis zeigt es sich hier h├Ąufig, dass gerade diese Mitarbeiter immer wieder einen Grund finden, um zu zeigen, dass sie es fr├╝her viel besser gemacht haben. Dabei pl├Ądiere ich nicht daf├╝r, sofort alle abzubauen, aber gebt ihnen Aufgaben, die ihnen Spass machen.

Sicherlich sind die vorherigen Tipps teilweise etwas ├╝berzogen und ich habe zum Gl├╝ck kein Projekt erlebt, in dem alle Punkte komplett so vorgefallen sind. Aber allein schon einer dieser Punkte kann Ihnen ein Outsourcing-Projekt zum Scheitern bringen - ein Projekt, dass sicherlich jeder der Partner urspr├╝nglich mit viel Elan und gro├čen Zielen umsetzen wollte. Lassen Sie es nicht so weit kommen.