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20/12/2016 04:10 CET | Aktualisiert 20/12/2017 06:12 CET

Höheres Mitarbeiter-Engagement - so geht's!

Die Produktivität von Angestellten hängt nicht zuletzt davon ab, wie engagiert sie sind. Deshalb ist es ein natürlicher Wunsch von Personalabteilungen und Vorgesetzten, möglichst engagierte Kollegen zu haben. Damit dies nicht nur ein frommer Wunsch bleibt, muss man bei seinen Mitarbeitern die drei Qualitäten fördern, die Engagement letztendlich ausmachen: Initiative, Lust auf Herausforderungen und Elan.

1. Initiative

Diese Eigenschaft kann weder angeordnet noch explizit erwartet werden, weil sich Initiative dadurch auszeichnet, dass sie selbstmotiviert ist und ohne äußere Anreize entsteht.

Sie können als Vorgesetzter bzw. HR-Spezialist jedoch sehr wohl für eine Unternehmenskultur sorgen, in der Initiative sich besonders gut entfalten kann:

  • Erlauben Sie Fehler und vermeiden Sie Schuldzuweisungen:

    Die Angst vor negativen Konsequenzen bei Fehlschlägen und Misserfolgen ist der größte Hemmfaktor für Initiative. Verdeutlichen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Scheitern keine Schande ist. Nicht alle Ideen führen zum Erfolg, egal wie überzeugend sie anfangs erscheinen mögen.


  • Vertrauen Sie Mitarbeitern, statt sie zu kontrollieren:

    Wenn Sie Initiative wirklich ermöglichen möchten, müssen Sie loslassen können. Mit anderen Worten: Wenn Sie immer jeden einzelnen Schritt Ihrer Mitarbeiter kontrollieren, müssen Sie sich nicht über mangelnde Initiative wundern.


  • Geben Sie positive Rückmeldungen: Initiative beginnt als ein kleiner verletzlicher Trieb. Sie können dessen Wachstum fördern, indem Sie Mitarbeiter loben, die Initiative gezeigt haben - unabhängig davon, ob dies zum Erfolg geführt hat oder nicht.

2. Lust auf Herausforderungen

Geben Sie Ihren Mitarbeitern genügend Freiraum, sich selbst realistische Ziele zu setzen und diese ohne fremde Hilfe zu erreichen.

Drei Bedingungen begünstigen die Lust auf Herausforderungen:

  • Lücken entdecken zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte:

    Ermutigen Sie Ihre Angestellten, stets den Status Quo zu hinterfragen und immer zu überlegen, ob in ihrem Arbeitsalltag Produktbestandteile, interne Prozesse oder verwendete Methoden wirklich der Weisheit letzter Schluss sind - und wie sie selbst zu Veränderungen beitragen können.


  • Ein gemeinsames Organisationsziel kennen und verinnerlichen:

    Herausforderungen sollten eine klare Richtung haben. Hat Ihr Unternehmen eine gemeinsame Vision, die sowohl leicht verständlich als auch inspirierend ist?


  • Guten Beispielen folgen:

    Mitarbeiter werden Herausforderungen eher als normal und sogar begrüßenswert wahrnehmen, wenn ihre Vorgesetzten selbst Herausforderungen annehmen und sich auch gerne jenseits von Hierarchiegrenzen herausfordern lassen.


  • Wenn Menschen die Möglichkeit erhalten, Herausforderungen in einer angstfreien Umgebung anzugehen, können sie die Grenzen ihrer eigenen Stärken testen. Die daraus resultierenden Erfolgserlebnisse - und auch die Erlebnisse des Scheiterns und trotzdem Nicht-Aufgebens - sind eine starke Antriebsfeder für Verbesserungen, Innovationen und Produktivität.

3. Elan

Wie können Sie bewirken, dass Mitarbeiter ihre Arbeit mit mehr Elan angehen? Einen „Feel-Good-Manager" einstellen?

Das mag durchaus Ihre Unternehmensatmosphäre im Allgemeinen verbessern, doch für arbeitsbezogenen Elan braucht es etwas mehr:

  • Ermöglichen Sie es Ihren Kollegen, ihren eigenen Interessen zu folgen und ihre individuellen Stärken auszuspielen. Nutzen Sie Mitarbeitergespräche, um die jeweiligen Interessen und Stärken zu identifizieren - und gemeinsam zu erörtern, wie diese zugunsten der Unternehmensziele eingesetzt werden können. Bieten Sie Weiterbildungen an, wenn zusätzliche Qualifikationen für eine optimale Ausschöpfung der eigenen Fähigkeiten sinnvoll erscheinen.

  • Zudem kann ein gemeinsames Ziel (wie etwa die bereits erwähnte Unternehmensvision) der täglichen Arbeit zusätzliche Bedeutung verleihen - und das ist für die Entstehung von Elan von unschätzbarem Wert. Zudem gibt ein gemeinsames Ziel dem Elan der Mitarbeiter eine dauerhafte Perspektive, was dabei hilft, ihn langfristig aufrecht zu erhalten.

Mit diesen drei Bausteinen kann Mitarbeiter-Engagement entfesselt werden. Wie meistens ist dies einfacher gesagt (oder geschrieben) als getan - und es kann sich in der Realität als schwierig erweisen, für die Entwicklung dieser Qualitäten Freiräume zu schaffen. Deshalb sollten Sie es jedoch nicht unversucht lassen. Und wenn Ihre Bemühungen letztendlich bewirken, dass Ihre Kollegen engagierter sind als zuvor, wird sich dies auch positiv auf Ihr eigenes Engagement auswirken, meinen Sie nicht?

Wenn Sie gerne mehr zum Thema Mitarbeiter-Engagement lesen möchten, dann werfen Sie einen Blick in das eBook The power of Initiative, Challenge and Enthusiasm - Towards engaged performance management von Robert J Engelbrecht, erhältlich auf bookboon.com.