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12/02/2016 10:28 CET | Aktualisiert 12/02/2017 06:12 CET

6 häufige Stolperfallen bei Mitarbeitergesprächen - und wie Sie sie vermeiden

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Wer als Führungskraft schon schwierige Mitarbeitergespräche führen musste, weiß, dass es dabei immer wieder zu brenzligen Situationen kommen kann. Solche Situationen kann man vermeiden oder gekonnt entschärfen - wir verraten Ihnen wie.

Kennen Sie das? Kaum haben Sie das heikle Thema angesprochen, läuft Ihr Gegenüber rot an und schaut zu Boden: Sie haben ihn mit Ihrer Aussage verletzt. In Situationen wie dieser hilft es, die richtigen kommunikativen Mittel parat zu haben. Dies sind sechs der heikelsten Situationen bei Mitarbeitergesprächen - und Tipps zum Umgang mit ihnen:

1. Zündstoffthemen

Oft ist der Anlass für ein Mitarbeitergespräch ein schwieriger: Sie müssen ein Problem oder einen Konflikt ansprechen. Um die - oft verständliche - negative Reaktion Ihres Gegenübers abzumildern, können Sie seine zu erwartende Emotion selbst aussprechen und damit bereits im Vorwege Empathie signalisieren: „Ich kann mir gut vorstellen, dass das, was ich Ihnen jetzt sage, Sie vielleicht verletzt ..." Wenn Sie nun die potenziell verletzende Aussage machen, trifft es Ihren Mitarbeiter nicht mehr unvorbereitet.

2. Versteckte Verständnisprobleme

Rechnen Sie damit, dass Mitarbeiter es Ihnen nicht immer mitteilen, wenn sie Sie nicht verstehen. Kommunizieren Sie vorbeugend stets so verständlich und zugänglich wie möglich: Übernehmen Sie Begriffe, die der Mitarbeiter verwendet, passen Sie sich seinem Sprechtempo an und fragen Sie nach, wenn Sie nicht sicher sind, ob etwas verständlich ist: „Sagt Ihnen der Begriff 360-Grad-Feedback etwas?"

3. Fehlverhalten ansprechen

Wenn Sie einen Mitarbeiter zurechtweisen bzw. ermahnen müssen, empfehlen sich dafür drei Phasen:

  • Konfrontieren Sie ihn mit dem Thema: „Ihre Aussage gestern X gegenüber war sehr beleidigend."
  • Erwähnen Sie daraufhin einen positiven Aspekt, um zu signalisieren, dass Sie die Situation differenziert betrachten: „Sie haben damit auch Leidenschaft am Thema gezeigt."
  • Kommunizieren Sie eine Lösung / eine erwartete Veränderung: „Überzeugen Sie zukünftig mit Argumenten und nicht, indem Sie andere bloßstellen."

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4. Gehemmte Mitarbeiter

Um Gesprächspartner, die aus Angst oder Schüchternheit nicht sprechen wollen, aus der Reserve zu locken, können Sie drei Methoden anwenden:

  • Gesagtes verstärken: „Interessant, habe ich so noch gar nicht gesehen."
  • Aufmerksamkeit signalisieren: „Sie meinen also, dass ...?"
  • Nachfragen: „Ihr Punkt zu X klingt spannend. Wie genau würden Sie das umsetzen?"

5. Angespannte Atmosphäre

Für ein erfolgreiches Gespräch ist es wichtig, dass Ihr Mitarbeiter sich sicher fühlt, frei sprechen zu können. Humor kann dabei als Eisbrecher Wunder wirken. Insbesondere Selbstironie (z. B. wenn Sie von einem Missgeschick erzählen, dass Ihnen passiert ist) schafft dabei Sympathien, ebenso die Schilderung komischer Situationen - solange dies nicht auf Kosten Beteiligter geschieht: Verzichten Sie auf jede Form von beleidigendem oder abwertendem Humor.

6. Skepsis und Ablehnung

Oft gehen Mitarbeiter pessimistisch in ein Gespräch, weil sie aus Erfahrung gelernt haben: Reden führt zu nichts. Eröffnen sie daher jedes Gespräch mit der Nennung konkreter Gesprächsziele und beenden Sie es mit Vereinbarungen und Terminen - und mit einem Hilfeangebot: „Wie kann ich Sie bei der Umsetzung nun am besten unterstützen?"

Vor welchen Herausforderungen standen Sie besonders oft in Mitarbeitergesprächen - und welche Kommunikationsmethoden haben sich Ihrer Erfahrung nach bewährt? Wir sind gespannt auf Ihre Einsichten!

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