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22/06/2014 05:38 CEST | Aktualisiert 12/04/2016 05:49 CEST

Schlaflos in....

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Als ich noch kinderlos war, machte ich mich gerne mal über junge Eltern lustig. Besonders amüsant fand ich, wenn wir unsere Freunde besuchten und diese uns bereits an der Tür mit einem Zeigefinger vor dem Mund und Schschsch-Lauten empfingen.

Die Klingel natürlich ausgestellt, aha...das Baby schläft dachte ich mir, und verdrehte innerlich die Augen! Meine hohen Absätze klackerten auf dem Fliesenboden. Nicht lange, dann wurde ich abrupt zurück gezogen mit der flüsternden Bitte und dem Blick nach unten: „Kannst Du sie ausziehen?" Na klar war meine Antwort und innerlich dachte ich, die Spinnen ja. Die restlichen, sehr ruhig dasitzenden Freunde im Wohnzimmer, begrüßte man nur mit lautlosen Lippenbewegungen und winkend. Das konnte ja ein lustiger Abend werden!

Natürlich kann man seinen Besuchern nicht stundenlang zumuten, sich flüsternd zu unterhalten oder die Gläser mit Samthandschuhen anzufassen und so kam, was kommen musste. Der Kleine schrie, die Eltern starrten sich erschrocken an und der Mama war zum Heulen zumute. Ich konnte ja nicht ahnen, mit welcher Mühe unsere Freunde den Tagesablauf vorher minutiös und schweißtreibend durchorganisiert hatten, damit der Kleine auch ja schlief, wenn der abendliche Besuch kommt. Stress pur und nichts gebracht, der Abend war vorbei!

Nun ist einige Zeit vergangen, ich habe zwei kleine Kinder und das Lachen ist mir bei dem Thema Schlafen schon lange vergangen. Zur Geburt des ersten Kindes bekam ich von einer anderen Freundin ein Buch, das versprach, alle Kinder können lernen zu schlafen. Meine Tochter zeigte mir schon sehr schnell, dass sie da anderer Meinung ist und in einem der wenigen ruhigen Momente, las ich das Buch. Das Werk war nichts für mich, denn weinen lassen wollte ich mein Kind nicht, auch wenn ich mir die Nächte um die Ohren schlagen müsste. Und so kam es dann auch! Ich erlebte alles!

Das stundenlange auf dem Arm tragen, bis der ganze Rücken schmerzt. Das Wippen auf dem Gymnastikball, bis einem schon ganz schwindelig wird. Mit dem Auto um den Block fahren, wohlgemerkt um 2 Uhr nachts. Tragetücher und Federwiege, kuscheln, schmusen, wickeln und immer wieder etwas zu trinken anbieten. Heulen und auch mal kurz aus dem Raum gehen, um nicht zusammenzubrechen und neue Kräfte zu sammeln. Na klar, damals als Nichtmama, konnte ich selbst entscheiden, wann ich ins Bett ging und wie viel Schlaf in der Nacht möglich war. Aber als Eltern gibt man diesen Luxus komplett ab und ein zahnendes kleines Wesen übernimmt das Zepter. Und eine Nacht kann lang oder sehr, sehr kurz sein. Das weiß man vorher nie! Und lang ist für mich heute ein durchgehender Schlaf von sechs Stunden, den ich schon ewig nicht mehr hatte.

Wie oft habe ich über die Eltern geschmunzelt, die hinten im Auto mitfahren und ihr Kind dauerbespaßen, damit es ja nicht einschläft. Das würde ja den ganzen Rhythmus durcheinanderbringen. Na und, dachte ich mir? Nun sitze ich auch oft hinten, sehr oft! Eingequetscht zwischen Babyschale und Kindersitz, schüttle die verschiedensten Rasseln und hoffe, dass der Kleine nicht einschläft. Und wenn meine Freundin zu Besuch kommt, bedrippelt die Autotür öffnet und sagte: „Er ist eingeschlafen", dann hat sie mein vollstes Mitgefühl. Denn selbst der kürzeste Schlaf führt zu einer unglaublichen Energie bei den Kleinen, die weitaus länger anhält als bei uns. Und ist dieser Schlaf am späten Nachmittag, dann weiß man, es wird ein laaanger Abend!

Aber es gibt einen Zeitpunkt am Abend, da freut man sich auf zwei Stunden nur für sich. Und selbst in dieser Zeit neigen viele Mütter dazu, die Küche aufzuräumen, die Wäsche wegzulegen oder sogar zu putzen. Ich sauge im Moment nach jedem Mittagessen das obere Stockwerk. Mein Kleiner satt, frisch gewickelt und mit Schnuller im Mund in seinem Bettchen, schläft bei den Sauggeräuschen garantiert ein. Aber nur, wenn der Staubsauger sich bewegt, ihn irgendwo hinstellen geht nicht! Kluges Kind, Mama soll sich bewegen. So sauge ich den Mini-Teppich im Zimmer nebenan, bis wirklich kein Krümel mehr darauf ist und der Kleine fest schläft. Das kann schon mal Dauern!

Und wehe, wenn die Staubsaugerbewegungen während des Einschlafens ihren Rhythmus verlieren, z.B. weil es an der Tür klingelt. Dann ist es sofort vorbei und mein Kleiner ist wieder hellwach und quietschvergnügt. Und garantiert klingelt es immer, während ich gerade dieses Einschlafritual zelebriere. Bei meiner Tochter war es der Föhn, der sie zuverlässig zum Einschlafen brachte und es soll ja sogar eine CD geben, mit Einschlafgeräuschen. Die sollte ich mir dringend mal besorgen! Denn wenn mein Kleiner erst am späten Nachmittag mitten im Spielen noch mal einschläft, habe ich zwei Optionen. Die Erste ist, ihn voller mitleid zu wecken und für die nächsten zwei Stunden ein brüllendes Baby auf dem Arm zu halten. Dabei dann das große Kind bespaßen und das kleine Kind dauertrösten. Und die zweite Option ist, ihn schlafen zu lassen. Er wacht dann fröhlich und bestens gelaunt zwei Stunden später wieder auf und lasst mich rechnen...schläft nach dem Abendprogramm wieder ein. Bei diesen Optionen ist mir dann zum Heulen zumute, und ich denke voller Verständnis an meine Freundin zurück!

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