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18/09/2015 07:08 CEST | Aktualisiert 18/09/2016 07:12 CEST

Clooney oder Trump? Dann bitte den Trump!

Getty

George Clooney vs. Donald Trump - eine einfache Wahl

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich Hollywoods A-Riege in die Debatte um Donald Trump, den Präsidentschaftskandidaten der Konservativen, einschaltet.

Am Rande einer Werbeveranstaltung für seinen neusten Film sagte George Clooney, Anhänger der Demokraten, neulich vor versammelter Weltpresse: „Klar sind seine Aussagen über Mexikaner rassistisch und idiotisch.

Natürlich sind sie idiotisch. Jeder, der dermaßen intolerante Dinge sagt, sollte ausgelacht werden." Er verstünde nicht, wie Trump das Kandidatenrennen der Konservativen anführen könne. Das Universum applaudierte.

Gutmensch Clooney, 54, gegen Bösewicht Trump, 69.

Edel und anständig gegen ordinär und niederträchtig - die Rollen sind verteilt. Eine Unvereinbarkeit zweier Menschen, wie sie extremer nicht sein könnte: Clooney, Schauspieler, Produzent, UN-Friedensbotschafter, engagierter Klimaschützer und Menschenrechtler, beseelt vom Gedanken, die Welt zu verbessern.

Er sagt wunderbare Sätze wie „Ich habe eine Verantwortung, mein Glück mit anderen zu teilen" oder „Mein Vater brachte mir bei, Leuten zu helfen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen" oder „Mein einziges Ziel ist es, Filme zu drehen, die das Eröffnungswochenende überdauern.

Ich muss damit kein Geld verdienen, ich arbeite zum Mindestlohn", oder „Meine Frau ist klüger als ich." Die Hochzeit mit seiner klugen Gattin zelebrierte er in Venedig vor aller Welt, über sein Privatleben sagt er: „Ich teile mein Privatleben nicht gerne... wenn ich es täte, wäre es nicht mehr privat." (IMDB)

Wenn jemand dich herausfordert, schlag zurück

Trump, Immobilien- und Entertainmentmogul, engagierter Stänkerer gegen TV-Moderatorinnen, Frauen und Ausländer, stets um Reizung bemüht. Er sagt abstoßende Sätze wie „Wenn jemand dich herausfordert, schlag zurück. Sei brutal, sei hart" oder „Wenn Du mit einem Verlierer Zeit verbringst, bist Du ein Verlierer" oder „Bio ist für mich Abfall".

Über eine Präsidentschaftskandidatin: "Seht euch dieses Gesicht an! Würde jemand dieses Gesicht wählen?" Über eine Moderatorin: "Aus ihren Augen kam Blut, Blut kam aus ihr heraus... wo auch immer." Über eine Journalistin: "Sie ist unattraktiv - von außen und von innen. Ich verstehe vollkommen, warum ihr früherer Ehemann sie für einen Mann verlassen hat." (Huffington Post)

Sexiest Man Alive

Clooneys Gerechtigkeitssyndrom erstreckt sich auf seine Ehe, er ist verheiratet mit einer Menschenrechtsanwältin - Trumps Gattin ist Model. Clooney wurde von Glamourmagazinen mehrfach zum „Sexiest Man Alive" gewählt - Trump, na ja, lassen wir das. Clooney besaß einst ein Schwein namens Max - Trump wird von Radikalsensiblen als Schwein bezeichnet.

Clooney ist klug - er sagt der Welt, was sie hören möchte. Trump ist verblendet, deshalb sagt er nicht, was das Establishment von ihm erwartet. Beide Männer erhielten von ihren Vätern erste Starthilfen; Clooney, als er als Bube in einer Quizshow für den moderierenden Nick die Texttafeln halten durfte, später verhalf ihm sein Schauspieler-Cousin Miguel Ferrer zur ersten Filmrolle.

Trumps Vater Frederick, der mit dem Bau von Mietskasernen in New York zum Multimillionär wurde, vermachte dem Sohn das Unternehmen, der es zum Milliarden-Imperium ausbaute.

Clooney ist ein angenehmer Typ und so prickelnd wie Champagner ohne Kohlensäure. Den Trump kann man unerträglich finden, narzisstisch, großspurig, seine Sprüche geschmacklos und herablassend (in unseren Breitengraden wäre er damit natürlich längst politisch tot) - unter dem Strich aber machen Charaktere, die sich auf übertriebene Art äußern, übertriebene Ansichten vertreten, die auch mal negativ auffallen, sich nicht fortwährend um politische Korrektheit bemühen und sich bei jeder Gelegenheit als Schicklichkeitsapostel aufspielen, die Welt um einiges bunter.

Es sind die spannenderen und charismatischeren Zeitgenossen unter uns. Hätte ich die Wahl zwischen einem Abendessen mit George oder mit Donald, ich würde Letzteren vorziehen.

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