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18/09/2015 15:26 CEST | Aktualisiert 18/09/2016 07:12 CEST

Digital Na(t)ives

Blend Images - Colin Anderson via Getty Images

Ohne dass wir genau sagen können, wie es geschehen ist, hat sich der Geist des Digitalen unserer Realität bemächtigt. Und unserer Sprache. Die Digitalisierung, das internet of things oder die Industrie 4.0 sind in aller Munde, aber kaum jemand kann angeben, was damit gemeint ist und wohin die Reise führen wird.

Denn entgegen der Behauptung, dass sich hier nur jene Entwicklung fortschreibt, die die industrialisierte Moderne kennzeichnet, befinden wir uns tatsächlich in einem Epochenbruch. Anders als der Dämon des industriellen Zeitalters, die Dampfmaschine, die „alles Stehende und Ständische verdampfen" ließ, wie Marx zurecht prophezeite, ist der Geist des digitalen Zeitalters nicht materiell und grob maschinenförmig, sondern ungreifbar - und weithin unbegriffen.

Tatsächlich ist eine Konstellation absehbar, bei der eine kleine Minderheit, eine Priesterschar der Kundigen, einer großen Masse digitaler Analphabeten, digital naives, gegenübersteht. Deren (unsere) Rat- und Arglosigkeit gibt aber Anlass zu großer Sorge, weil sie den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaften bedroht.

Wir täten also gut daran, nicht mehr nur auf Sicht zu steuern und all die schönen Neuerungen als Konsumenten in Gebrauch zu nehmen, sondern die mittel- und langfristigen Folgen der technologischen Entwicklung öffentlich zu bedenken.

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