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01/02/2017 08:02 CET | Aktualisiert 02/02/2018 06:12 CET

Familiäre Führungskompetenzen - Das unterschätzte Potential im Unternehmen? Teil 5

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Teil 5

(hier finden Sie den Teil 4, Teil 3, Teil 2 und Teil 1)

Zur Erläuterung ein Beispiel

„Digital Detox"

Ihre Tochter kommt am Freitagabend nach Hause. Sie setzt sich zu Ihnen. Ihre Frau fragt, wie ihr Nachmittag mit den Freundinnen gewesen sei. Die Tochter beginnt aufgeregt zu erzählen: „Stellt euch vor: Emily hatte heute ihr Handy daheim vergessen. Dann haben wir beschlossen, dass wir alle unsere Handys mal bei Seite legen. Weil die dann dauernd piepsten, haben wir sie schließlich ausgeschaltet. Ich kann s immer noch nicht glauben: Das war der tollste Nachmittag seit Ewigkeiten. Wir haben voll viel geredet, gelacht. Wir haben über Dinge gesprochen, für die wir uns sonst nie Zeit nehmen. Wir wollen das jetzt öfters machen - uns treffen ohne Handys. Das ist ungewohnt, doch echt voll cool. Hihi, ist sicher so n bisschen wie bei euch früher, als es noch keine Handys gab und so."

Erkenntnis:

Generell stellen wir fest, dass sich unsere (Unternehmens-)Kommunikation verändert hat und auch stetig weiter verändert. Wir haben heute alle Möglichkeiten der „modernen Kommunikation" in der Hosen-, Westen- oder Handtasche. Neben vielen offensichtlichen Vorteilen, besteht dabei eine große Herausforderung darin, dass wir - manchmal - glauben, mit dieser Art und Weise der digitalen, virtuellen Kommunikation, Begegnungen in der realen Welt ersetzen zu können. Was ist unter anderem die Konsequenz?

Wir verlieren unsere Kompetenz, mit Mitarbeitern, Kunden, Kollegen und anderen Menschen zu kommunizieren. Schon länger ist jedoch vielen von uns aus manigfachen Gründen die Freude an der virtuellen Kommunikation zur Last geworden. „Ich muss nur noch die Welt retten, ... 148 Mails checken (...)" (Tim Bendzko). Wir tippen immer häufiger, rascher, oberflächlicher und unpersönlicher. Vergessen wir darüber eventuell unsere so immens wichtigen persönlichen Begegnungen? Mailen wir? What s appen wir? Und reden darum viel zu wenig persönlich miteinander? Die teilweise oberflächliche und widersprüchliche, ja sogar manchmal auch verletzende Art der Artikulierung unserer virtuellen Sprache führt zu Missverständnissen und Energieverlust. Was ist die Folge?

Wir sollten wieder lernen, unsere (geschäftlichen) Themen im direkten oder im Telephon-Gespräch zu besprechen. Das vermeidet unerwünschte Komplikationen, spart oft Zeit und entspannt unseren (Geschäfts-)Alltag ganz erheblich. Lee Iacocca hat einmal gesagt:

„Business ist ein Knäuel menschlicher Beziehungen." Auch IT-Experten stellen fest, dass die Sehnsucht nach einem real existierenden Miteinander enorm ist. Menschen möchten miteinander essen gehen, in Cafes, Bars miteinander reden und / oder sich in ihrer Freizeit ganz real verabreden. Die Art der Begegnungen schult uns für Situationen, in denen es auf jedes (geschäftliche) Kommunikationsdetail ankommt. Zum Beispiel in Zielvereinbarungsgesprächen, Gehaltsverhandlungen, bei Vertragsabschlüssen oder beim Besprechen von Projekten und vielem mehr. Mimik und Körpersprache gibt es in der virtuellen Kommunikation nicht. Meistens nehmen wir uns darin nicht die Zeit, um nach der Gesundheit, der Familie, generell Aspekten aus dem Leben des „Gesprächspartners" zu fragen. Freundschaftliche, pulsierende Handschläge, aufmunternde, lockere Klapse auf die Schulter, die positive Energie eines Lächelns und anderes existieren virtuell nicht. Doch: Ist nicht gerade das entscheidend für unseren (Business-)Erfolg?

Machen Roboter Karriere?

Ergo: Wichtige Eigenschaften verkümmern auf diese Art und Weise der Kommunikation bei uns:

Wir verlernen, auf Menschen zuzugehen, ein Gespräch zu entwickeln, Sympathie zu gewinnen ... Denn all dieses wird beim Tun dessen geübt. Der Mensch ist im Kern ein soziales Wesen!

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