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25/12/2015 07:29 CET | Aktualisiert 25/12/2016 06:12 CET

Leben im Klimawandel: Renee Karunungan von den Philippinen

Auf der Pariser Klimakonferenz haben die Paris Staats- und Regierungschefs beschlossen, dem Klimawandel entgegenzutreten. Bis ins Jahr 2040 und darüber hinaus reicht der Zeithorizont, aber schon heute sind die Folgen des Klimawandels spürbar.

Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam hat Menschen in besonders betroffenen Ländern nach ihren Erfahrungen und Auswegen gefragt. Die Klimaaktivistin Renee Juliene Karunungan berichtet von den Philippinen.

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Valentina im Eingang ihres vom Taifun zerstörten Hauses (Foto: Oxfam)

„Sind Sie hier, um uns zu helfen?", fragt mich eine Frau Ende vierzig. In der einen Hand hält sie ein Brot, an der anderen ihre Enkelin.

Ich stehe an einer Straßenecke in Veriato, Samar, einer Küstengemeinde, die regelmäßig von Taifunen heimgesucht wird. „Warum? Was ist passiert?", frage ich die Frau.

Sie stellt sich als Valentina vor. „Unser Haus wurde vom Taifun Glenda (Rammasun) zerstört. Wir haben nicht genügend Hilfsgüter erhalten und haben nicht genug Geld, um unser Haus zu reparieren", sagte sie.

Als wir uns auf dem Weg zu Valentinas Haus durch die Straßen von Veriato machen, werden die Ausmaße der Verwüstung durch den Taifun Glenda allzu deutlich. Auch das Lächeln auf den Gesichtern der Menschen oder das Lachen der spielenden Kinder kann nicht darüber hinwegtäuschen. Viele Häuser haben keine Dächer mehr, bei anderen fehlen Teile, die der Wind fortgetragen haben soll.

„Mit Plastik und Planen haben wir behelfsmäßige Dächer gebaut. Wir wissen nicht, wen wir um Hilfe bitten sollen", klagt Valentina.

Das gleiche Schicksal ereilte Valentinas Freundin Vicky. „Als uns Glenda traf, regnete es so stark, dass der Fluss über die Ufer trat. Das Wasser reichte mir bis zum Hals. Ich hatte Angst um meine Schweine und versuchte, sie zu retten. Als meine Nachbarin mich sah, erzählte sie mir, meine Schweine würden bereits schwimmen. Ich dachte, sie würde scherzen, aber als ich meinen Schweinestall erreichte, sah ich sie in den Fluten schwimmen!", sagt sie.

Sie konnte ihre Schweine retten, aber der Stall ist immer noch nicht repariert. Glenda liegt bereits drei Monate zurück.

Von den Auswirkungen des Klimawandels sind am meisten Menschen wie Valentina und Vicky betroffen. Sie haben keine Ahnung von Wissenschaft und können keine Daten nennen, wenn man sie zum Klimawandel befragt. Sie wissen nichts von der Pariser Klimakonferenz und darüber, dass ein paar politische Führer über ihr Leben und ihre Zukunft entscheiden. Aber sie wissen eines: Ihr Leben wird nie mehr so sein, wie es einmal war. Es ist nun stets von einer Angst.

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