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11/12/2016 06:35 CET | Aktualisiert 12/12/2017 06:12 CET

Rente: Wandel erfordert Reformen

dpa

Die aktuelle Rentendiskussion dreht sich um die Frage, wie die aktuelle und die künftigen Rentnergenerationen nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben staatlich finanziell abgesichert sein sollten.

Ich halte es nicht für geboten, hier eine Generation gegen die andere auszuspielen. Man kann die Augen nicht davor verschließen, dass die seit Langem demografisch bedingten Veränderungen der Bevölkerungsstruktur sowie der wirtschaftliche und gesellschaftliche Wandel langfristig massiv die finanzielle Stabilität der Alterssicherung bedrohen.

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Die Erhöhung der Regelaltersgrenze und die Beitragsstabilität sind nur zwei politische Maßnahmen der vergangenen Jahre, die dem etwas entgegensetzen sollten.

Wer entscheidet, welche Generation verliert und welche Generation gewinnt?

Wer sein Leben lang gearbeitet hat und in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, hat ein Recht darauf, nach dem Erwerbsleben eine garantierte Leistung in Anspruch zu nehmen, die der Lebensleistung eines auf Erwerbsarbeit gestützten Systems entspricht. Das heißt für mich als Gewerkschafter und Sozialdemokrat, dass jemand im Alter nicht auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen sein darf.

Gleichwohl muss man zur Kenntnis nehmen, dass die Erwerbsarbeit im klassischen Sinne einem tiefgreifenden Wandel unterworfen ist und weiterhin sein wird.

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Der Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft und neue strategische Weichenstellungen in der Unternehmens- und Personalpolitik bewirken, dass sich Arbeitsinhalte, -anforderungen und Beschäftigungssituationen verändern. Das hat Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeit der Menschen und auf deren Versorgung im Ruhestand.

Die Veränderung des gegenwärtigen Alterssicherungssystems in ein universell ausgestaltetes Alterssicherungssystem, welches eine Mindestrente gewährleistet, muss meines Erachtens das Ziel sein. Dann müssen wir reden über die Einbeziehung aller Personen - sprich auch Beamte, Selbstständige und politischen Mandatsträger - in die Beitragsspflicht und die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze.

Solidarität und Gerechtigkeit zwischen und innerhalb der Generationen halte ich für unerlässlich für das Zusammenleben unserer Gesellschaft.

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