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24/02/2014 03:16 CET | Aktualisiert 26/04/2014 07:12 CEST

Aktienmärkte sind nicht Crash gefährdet

Nach der mehrjährigen Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten ist die Zeit für eine größere Konsolidierungsphase reif geworden. Darauf deuten neben des hohen Optimismus vor allem die überzogenen Bewertungen verschiedener Aktienindizes hin.

Thinkstock

Die Aktienindizes haben sich in den vergangenen Wochen erneut in die Nähe der Rekordhochs vorgearbeitet. Viele Marktteilnehmer sind äußerst optimistisch gestimmt, speziell in den USA. Dazu gehören neben den Privatanlegern inzwischen auch die Unternehmensanalysten. So werden in den USA beispielsweise nur 12 der 1.500 Unternehmen im breit abdeckenden S&P 1500-Index mehrheitlich zum Verkauf empfohlen. Bei den US-Flaggschiffindizes S&P 500 und Dow Jones wird inzwischen überhaupt keine Aktie mehr mehrheitlich zum Verkauf empfohlen. Beim DAX sind es immerhin noch sechs Werte, genauso viele wie im Euro Stoxx 50.

Nach der mehrjährigen Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten ist die Zeit für eine größere Konsolidierungsphase reif geworden. Darauf deuten neben des hohen Optimismus vor allem die überzogenen Bewertungen verschiedener Aktienindizes hin. Dazu kommen natürlich die Länge und das Momentum des Aufschwungs, die eine bevorstehende Konsolidierungsphase rein rechnerisch wahrscheinlicher machen. Den DAX-Anstieg der vergangenen Monate mit unverändertem Tempo fortzuschreiben, ließe sich nur rechtfertigen, sollten auch die zukünftigen Unternehmensgewinne im ähnlichen Ausmaß ansteigen. Dies ist von heutigem Standpunkt aus eine unrealistische Annahme. Im Gegenteil: Den Märkten droht von Unternehmensseite nach Abschluss der Berichtssaison zum 4. Quartal nun eine nachrichtenlose Zeit, die zu einer weiteren Konsolidierung genutzt werden könnte.

Einen fundamentalen Grund für einen anstehenden Kollapse der Aktienmärkte gibt es zurzeit aber nicht. Der aktuell beliebte Vergleich von Pseudokorrelationen zwischen heutigen und früheren Kursentwicklungen erscheint willkürlich, weil jede Krise - genau wie jede Aufschwungsphase - anders ist. Das Niedrigzinsumfeld und die weiterhin begründete Annahme für eine anhaltend stabile Konjunkturentwicklung stehen insgesamt einer „Crash"-Prognose entgegen.

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