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10/11/2015 09:56 CET | Aktualisiert 10/11/2016 06:12 CET

So finden Sie den Mut zu investieren ohne dabei zu kentern

Xavier Arnau via Getty Images

Naiv oder mutig? Ich hatte am vergangenen Wochenende eines dieser Erlebnisse, nach denen man sich genau das fragt: war ich jetzt naiv oder mutig? Wir waren segeln. Mein Mann hat im letzten Jahr seinen Segelschein gemacht. Ich selbst weiß nicht, wie das mit dem Segeln funktioniert, bin aber immer offen für Neues.

Wind gab es auch. Ziemlich viel sogar. So viel Wind, dass dann doch die gelben Lichtchen am Rande des Starnberger Sees blinkten.

Um das ganze abzukürzen: Wir sind nach 30 Minuten wieder sicher am Steg angekommen. Aber so zwischen Minute 18 und 25 war ich mir sicher: wir werden kentern!

Der Wind war so heftig und das ausgeliehene Boot für meinen Mann ungewohnt, dass wir sicherlich gute 10 Minuten lang damit kämpften, das Vorsegel einzuholen, um einfach nicht mehr so viel Schräglage zu haben. Ich war zugegebenermaßen froh, wieder vom Boot runter zu sein. Der Bootsverleiher auch.

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Das Vertrauen stärken, schwierige Situationen zu lösen

Was war ich jetzt also. Naiv oder mutig? Ich habe hinterher Bestandsaufnahme gemacht und mich für mutig entschieden. Denn nicht nur hat das Segeln meinen Mann und mich in eine schwierige Situation gebracht, die wir gemeinsam gelöst haben und die uns mal wieder mal ein bisschen mehr zusammengeschweißt hat (das war nicht die erste solche Situation).

Ich hatte doch irgendwie auch Netz und doppelten Boden: Der Bootsverleiher hatte wohl ein schlechtes Gewissen, uns das Boot bei den Bedingungen überhaupt gegeben zu haben und stand die ganze Zeit am Ufer, um im Notfall einzuschreiten.

Und wenn es wirklich hart auf hart gekommen wäre, hätten wir wohl immer noch zurück schwimmen können. Gemeinsam haben wir die Situation - zwar unter höchstem Stress - aber dennoch gemeistert. Und das hat uns eine Menge Selbstbewusstsein gegeben.

Warum ich Ihnen das Ganze erzähle? Weil ich daraus mal wieder meinen Mut-Level überprüft habe. Und zwar nicht den Mut zu persönlichen oder sportlichen Abenteuern, sondern den, den ich in meinem Business brauche. Beispielsweise um zu investieren.

Jede Investition ist ein Schritt in ungewisses Fahrwasser

Sie als Unternehmerin oder Unternehmer begeben sich bei Investitionen genauso wie ich in ungewisses Fahrwasser. Wir wissen einfach nicht, ob die Investition es wert ist.

Und egal wie locker bei Ihnen der Geldbeutel sitzt oder wie gerne Sie Geld ausgeben: Das Abgeben von Geld bereitet uns zudem oftmals fast schon körperliche Schmerzen. Meiner Erfahrung nach wird das umso schlimmer, je älter man wird. Da spielt sicherlich das Unterbewusstsein eine Rolle, das uns sagt, dass wir doch für die Familie sorgen müssen, wir nicht wissen wie lange wir noch fit sind und Geld verdienen können oder auch nicht sicher sind, ob es ‚für das Alter' reicht.

Solche Gedanken stehen natürlich im krassen Gegensatz dazu, in das eigene Business zu investieren. Und dennoch ist klar: Ohne Investment gibt es kein Wachstum. Das ist mir in meiner Karriere immer wieder klar geworden.

In meiner beruflichen Krise nach der Geburt von Anton und dem fast schon obligatorischen ‚Karriere-Knick-nach-Kind', steckte ich daher fast schon in einer ausweglosen Situation: Zum einen hatte ich jetzt mehr Verantwortung - ich war ja Mama - und müsste eigentlich das Geld zusammen halten.

Zum anderen implizierte mir mein neuer und noch unbekannter Mutter-Instinkt, dass das alles nicht reicht. Und dennoch habe ich den Mut gefunden, eine beachtliche fünfstellige Summe - fast alles, was ich liquide hatte - in meinen Business-Traum zu stecken.

Wie finden Sie den Mut zu investieren?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch Sie schon des Öfteren vor dieser Entscheidung standen... Soll ich das jetzt investieren oder nicht? Blamiere ich mich damit und beweise, dass ich einfach nur naiv bin? Ist es wirklich das richtige Investment? Schlage ich damit einen falschen Weg ein? Bringt es wirklich Wachstum?

Werde ich scheitern, weil ich so viel Geld investiert habe? Wie schaffen Sie es zu springen, wenn es keinen doppelten Boden gibt, aber Sie dafür die Chance haben, Ihre Business-Träume zu verwirklichen?

Risiko gehört zum Unternehmertum

Hier drei Tipps, damit Sie den Mut finden, Neues auszuprobieren, in Ihr Business zu investieren und es wachsen zu lassen:

Zunächst einmal will ich keine Augenwischerei betreiben: In jedem Projekt, in jeder Investition - vor allem in den wichtigen - steckt natürlich das Risiko, dass es nicht funktioniert. Das gehört zum Unternehmertum wie das Ei zur Henne.

Wir haben leider alle keine Glaskugel mit der wir die Zukunft voraussehen können. Uns allen bleibt nur eins: es auszuprobieren. Und wenn wir jetzt mal an Thomas Edison denken, der mehr als 1000 Versuche gebraucht hat, um die Glühbirne zum Leuchten zu bringen, sind wir alle wahrscheinlich noch gut dran.

Seine berühmter Satz ist wohl unvergessen: ‚Ich bin nicht 1000 Mal gescheitert, die Glühbirne ist einfach nur eine Erfindung, die 1.000 Versuche gebraucht hat'.

Rückschritte als Teil des Weges sehen

Mein erster Tipp lautet also: Sehen Sie Rückschritte als Teil Ihres Weges. Sie werden wahrscheinlich nicht umhin kommen, hin und wieder auch eine Fehlinvestition zu tätigen (ich habe schon ziemlich viel Geld investiert in Marketingmaßnahmen, die nicht funktioniert haben, aber dafür kann ich Ihnen jetzt guten Gewissens bei Business Celebrity auch nur die Maßnahmen empfehlen, bei denen ich selbst überprüft habe, dass sie funktionieren.)

Was wäre das Schlimmste, was Ihnen passieren kann?

Zweiter Tipp: Machen Sie sich klar, was das Schlimmste wäre, das passieren könnte, wenn Sie das Investment tun. Das Geld abschreiben? Ich schätze mal, dass Sie nicht gleich Pleite gehen werden und auch nicht sofort unter der Brücke schlafen müssen.

Ich selbst habe festgestellt, dass nicht wirklich viel passiert, wenn das Polster auf dem Konto nicht mehr so dick ist oder - und das kam zu bestimmten Zeiten auch vor - wirklich gar nichts mehr auf dem Geschäfts-Konto drauf ist. Aber so weit müssen Sie vielleicht gar nicht gehen.

Und machen Sie sich im Gegensatz dazu klar, was das Schlimmste wäre, das passieren könnte, wenn Sie das Investment nicht tun. Die nächsten 5 Jahre so weiter wurschteln?

Wir bereuen nicht, was wir getan haben, sondern die Chancen, die wir haben verstreichen lassen

Dritter Tipp: Stellen Sie sich vor Sie blicken mit 65 oder 70 Jahren auf ihr Leben zurück (ich hoffe, Sie haben dann noch einige schöne Jahre auf dieser Welt) und fragen Sie sich, ob Sie es dann bereuen werden, nicht alles dafür getan zu haben, um Ihre Business Träume zu verwirklichen. Wie heißt es so schön: Meist bereut man nicht das, was man getan hat, sondern die Chancen, die man hat verstreichen lassen.

Wenn Sie eine Möglichkeit sehen, in Ihr Business zu investieren und es wachsen zu lassen, dann setzen Sie sich ein Ziel, was Sie mit dieser Investition erreichen wollen. Risiken einzugehen, gehört zum Unternehmertum.

Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass jemand anderes - ein neuer Kunde, die Medien oder wer auch immer - vorbei kommt und Ihr Business groß und bekannt macht. Das müssen Sie schon selbst übernehmen. Und vertrauen Sie auf Ihren Business Instinkt.

Vor welchen Entscheidungen stehen Sie?

Und jetzt bin ich gespannt auf Ihre Erfahrungen. Stehen Sie gerade vor einer wichtigen Business-Entscheidung? Was wäre das Schlimmste, was Ihnen passieren könnte? Und wie finden Sie den Mut zu investieren?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare unter diesem Blog-Beitrag. Und vielleicht kennen Sie ja weitere Unternehmer, Freiberufler, Berater, Künstler, Gründer oder Coaches, die auf der Suche nach mehr Kunden und mehr Bekanntheit sind, gerade ein Buch veröffentlichen wollen oder sich selbstständig gemacht haben. Teilen Sie den Beitrag gerne mit ihnen und helfen Sie ihnen damit weiter!

Auf Ihren Erfolg

Ihre

Sonja Kreye

Fotocredit: Justin Leibow

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