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07/03/2015 09:10 CET | Aktualisiert 07/05/2015 07:12 CEST

Männer next generation

Gleichberechtigung, Frauenförderung-sicherlich wichtig und auch notwendig...

Problem: Gleichberechtigung wird häufig mit Frauenförderung assoziiert, dabei soll Gleichberechtigung doch alle "fördern". Nicht nur die Rolle der Frau hat sich in den letzten ca. 65 Jahren stark verändert, sondern auch die Rolle des Mannes-insbesondere des Vaters.

Diese Veränderung scheint sich aber eher "leise im Hintergrund" zu vollziehen. Denn wo sind die Vorbilder für die Männer, die sich gleichwertig in Haushalt und Partnerschaft einbringen? Wo sind die "Förderveranstaltungen" für Väter die eine längere Elternzeit nehmen möchten- für Väter, die mit dem kranken Nachwuchs zu Hause bleiben und für Väter, die sich gleichwertig und engagiert in die Erziehung einbringen wollen?

Männer, die ein Meeting früher verlassen müssen um das Kind von der Kita abzuholen oder Männer, die sich morgens auf der Arbeit abmelden, weil das Kind krank ist, werden gerade in der freien Wirtschaft von vielen Kollegen und oft auch von Vorgesetzten (die teilweise jenseits der 45 sind und noch einer "anderen Generation" entstammen) belächelt. Ganz schnell gilt der Mann dann als "Softie" oder gar "Weichei".

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Engagiert aber kein Softie

Viele Frauen wünschen: engagiert sollen sie sein die Männer und gerade auch in ihrer Vaterrolle-aber bitte doch kein Softie! So wird es für viele Männer zu einer schwierigen, vorbildlosen Gratwanderung zwischen dem engagierten Partner / Vater und dem "Weichei".

Denn die heutigen Männer im Alter ab 30 Jahren aufwärts sind oft noch mit der alten "Rollenverteilung" (Mutter zu Hause, nicht oder nur gering berufstätig, voll zuständig für den Haushalt und oft auch die Erziehung der Kinder - Vater "Ernährer" der Familie) und einem oft abwesenden oder autoritären Vater aufgewachsen. Und autoritär und "entfernt" wollen/sollen viele Männer/Väter ja heute oft nicht mehr sein- sondern partnerschaftlich und "Wegbegleiter" ihrer Kinder.

Wenn die Gesellschaft diese "neuen" Männer /Väter fördern möchte, sollten alle die Männer/Väter in dieser Entwicklung unterstützen und gerade auch Frauen Männer in diesem "Entwicklungsprozess" unterstützen- denn es ist ein Gewinn für alle gleichermaßen: die Männer, die Frauen und die Kinder.

Vielleicht wird es die "nächste Generation" Männer in 10-20 Jahren da einfacher haben, da dann schon ausreichend entsprechende männliche Vorbilder der Gleichberechtigung existieren, während die heutigen Männer oft schwierig den eigenen Weg "finden" müssen.