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24/01/2015 13:50 CET | Aktualisiert 26/03/2015 06:12 CET

Integration ist unser aller Verantwortung

Integration ist die Kernherausforderung für die sichere Zukunft Europas. Wie können wir als in Europa geborene Bürger und als eingebürgerte Europäer gemeinsam eine gelungene Integration zu Wege bringen?

Wie können wir in unseren Unterschieden geeint sein und auf keinen Fall in nach Hautfarbe, ethischer Herkunft oder anderen zufällig gewählten Kriterien eingeteilte Gruppen zerfallen? Wie können wir in allen Situationen sehen, dass wir als Menschheit eins sind?

Lauter Fragen, die ich mir besonders in letzter Zeit stelle.

Verhärtete Fronten, verzerrte Fakten, ein Untergang der Gesprächskultur, fehlender Respekt vor der Meinung aller Staatsbürger ist sicher nicht der Weg dahin.

Schön finde ich, wenn Menschen, Bürger Europas sich einsetzen und Integration nicht einfach auf den Staat, der wir alle sind, bzw. den wir alle bezahlen abschieben, sondern selbst beginnen Schritt für Schritt etwas zu bewegen. Eine Organisation, die mir diesbezüglich zugetragen wurde ist Save Society

In deren Grundsätzen stehen mehrmals Dinge, wie zum Beispiel „Verantwortungsvolleres Handeln" und Verantwortung für unser Handeln und unsere gemeinsame Zukunft tragen wir alle.

Daher habe ich Schauspielerin Vanessa Eichholz, die seit kurzem Botschafterin der Wohltätigkeitsorganisation "Save Society" ist befragt:

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Die Schauspielerin auf dem roten Teppich (Action Foto/Oliver Wand)

Wieso hast Du Dir als Schauspielerin eine Organisation mit dem Schwerpunkt Integration ausgesucht?

Integration ist schon lange ein interessantes Thema, aber momentan aktuell wie nie durch große Flüchtlingsströme und Anti-Bewegungen wie Pegida. Zum anderen bin ich selbst vor Jahren als Studentin in ein anderes Land aufgebrochen und weiß wie man sich auf beiden Seiten der Integration fühlt.

Wie war es für Dich, als Du nach Amerika gingst?

Ich bin damals aus freiem Entschluss in die Staaten zum studieren- man hat mich weder verfolgt noch musste ich eine furchtbare Flucht durchleiden. Ich wusste, ich kann jederzeit wieder zurück zu meiner Familie nach Deutschland. Ein Luxus, den viele Flüchtlinge nicht haben.

Doch bei allen Ähnlichkeiten der westlichen Kulturen und des westlichen Alltagslebens, war ich eine Fremde in einem fremden Land und musste erst die Regeln kennenlernen und mich einfügen.

Auch ich hatte öfter Missverständnisse mit Einheimischen und musste als Schauspielerin tief in die Amerikanische Kultur eintauchen, um sie realitätsgetreu darzustellen. Dazu gehörte auch dass ich die Sprache des neuen Landes beherrsche und zusätzlich zu Berufszwecken komplett meinen Akzent verlieren musste.

Du hast Dich also sozusagen freiwillig an die Kultur angepasst und integriert?

Vollkommen richtig. Ich glaube zu einem erfolgreichen Integrationsprozess gehört der starke Wille sich einzufügen und das Gastland zu respektieren, sich anzupassen ohne sich selbst aufzugeben, definitiv dazu. Die Gründerin von Save Society hatte eine schlimme Flucht aus Afghanistan hinter sich und musste sich gegen ihre Familie und deren mit Deutschland, Frauenrechten und Freiheit unvereinbaren Gepflogenheiten durchsetzen, um als Frau die Freiheiten der westlichen Welt zu genießen.

Besonders als Frauen müssen wir die Rechte und Pflichten, die vor hundert Jahren die Suffragetten für uns erstritten haben - denn auch in Deutschland dürfen Frauen erst seit 1918 wählen und das sind ist keine 100 Jahre her - wertschätzen, pflegen und an unsere Kinder weitergeben.

Ich glaube es ist wichtig nie seine Herkunft zu vergessen, aber zugleich dem neuen Umfeld eine Chance zu geben.

Siehst Du Dich immer noch als Deutsche?

Ich bin weiterhin Europäerin im Herzen und drehe wahnsinnig gerne in Deutschland. Zum anderen habe ich aber auch verstanden wie das Leben in Amerika funktioniert und mich daran angeglichen und genau das ist ja auch beim Schauspiel wichtig: in eine andere Welt eintauchen und in der Lage zu sein diese anzunehmen aber trotzdem seine Einzigartigkeit dabei nicht zu verlieren.

Wie kann man Deiner Meinung nach ein weiteres verhärten der Fronten vermeiden?

Verbesserte Kommunikation auf beiden Seiten könnte die Lage definitiv entspannen. Im Moment sind die Bürger gar nicht drauf vorbereitet sondern sind von einem Tag auf den anderen mit Flüchtlingen aus einem anderen Land mit oft einer ganz anderen Geschichte, Religion, Sprache, Ansichten, Werten und vieles mehr konfrontiert. Es gibt keine gemeinsame Sprache, denn wir Deutsche sprechen kaum alle Sprachen der Flüchtlinge und diese sprechen oft kaum oder gar nicht Deutsch.

Wie ich auch in den USA bemerkte ist Sprache ein vereinendes Element. Daher habe ich mich bemüht die Sprache des Landes wie eine Einheimische zu gebrauchen, sowohl grammatikalisch korrekt, als auch in der emotionalen Bindung an die Sprache, wie man sie eigentlich nur zur Muttersprache hat. Daher finde ich dass eine Grundvoraussetzung, die man als Gastgeber anbieten sollte Deutschkurse sind, die so gestaltet sind, dass sie gerne und eifrig von zukünftigen Deutschen Staatsbürgern, die sich hier ein neuen Leben für sich und ihren Kinder aufbauen wollen, angenommen werden. Das beherrschen der Sprache ist eine Grundvoraussetzung für eine positive Perspektive in der neuen Heimat.

Vanessa Eichholz mit Michael Pinteric bei den Werbeaufnahmen für die Save Society Aktion des Body Form Fitness Studios in Stuttgart, das 1€ pro verlorenem Kilo seiner Kunden spendet.

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