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07/01/2016 09:09 CET | Aktualisiert 07/01/2017 06:12 CET

Börse 2016 - Rohöl, Gold und DAX, quo Vadis?

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Rohöl in 2016 - Investment-Faktoren

Global werden die Volkswirtschaften in einem angenehmen Tempo wachsen, zumal die Notenbanken die Geldpolitik weiterhin expansiv gestalten. Eine Erholung, insbesondere in China, würde dem asiatischen Wirtschaftsraum zugutekommen, wobei hier die Betonung auf der Benutzung des Konjunktivs liegt. Soweit der ökonomische Standpunkt, der eine Rolle spielen würde, wenn die Marktteilnehmer vollkommen rational wären.

Da der Ölpreis zu einem Politikum geworden ist, muss man sich die Ölpreisentwicklung differenzierter anschauen. Auch die US-Investmentbank Goldman Sachs geht bei WTI von einem Barrel-Preis in Höhe von circa 20 US-Dollar aus. Da Goldman eben Goldman ist und sich kaum irrt, dürfte die Ölpreisfrage insbesondere die Hochzinsanleihen aus dem Rohöl-Sektor hart treffen.

Stichwort Notenbanken: Diese benötigen dringend Spielräume und was ist da vorteilhafter als die Minderung des Inflationsdrucks über die traumhaft niedrigen Energiepreise, über die sich sowohl Russland als auch Venezuela kaum freuen werden.

Ausblick Ölpreis-Politikum

Da jeder Markt irgendwann seinen Boden findet, dürfte selbst der geringste Anstieg der Rohölnachfrage für steigende Preise sorgen. Die von den Ölproduzenten in 2015 heruntergefahrenen Kapazitäten könnten für echte Überraschungen in puncto Vola im Börsenjahr 2016 sorgen.

Der Durchschnittspreis wird vermutlich im neuen Börsenjahr dennoch höher ausfallen als im vergangenen. Dies bleibt bei einem Investment zu berücksichtigen: Auch ein Politikum kann nicht ewig auf dem globalen Macht-Pokertisch als Trumpf ausgespielt werden.

Gold im Börsenjahr 2016 - Sicherer Hafen?

Gold als vermeintlich sicherer Hafen hat sich insbesondere für unbesonnene Bullen bei Preisen oberhalb 1600 US-Dollar in der Vergangenheit als fatal erwiesen. Eines ist sicher: Sollte die Börse irgendwann total crashen, hat Gold einen intrinsischen Wert, während man mit dem Papiergeld den Keller tapezieren kann.

Die anhaltende gegenwärtige US-Dollar-Stärke, zudem verstärkt durch die Erwartung der Marktteilnehmer auf weiter steigende US-Zinsen dürfte dem Goldpreis auch in 2016 weiter zusetzen. Leichte Goldbullen-Tendenzen wird es auch in kommenden Börsenjahr geben, doch dies nur als eine Ausnahmeerscheinung. Long-Investitionen lohnen sich, wenn an den Equitymärkten die Ernüchterung überwiegt.

DAX 2016 - Notenbanken als bestimmender Faktor

Die Zinsen bleiben weiterhin niedrig und schaffen die Grundlage für steigende Indizes. Der fair ermittelte Wert von DAX-Unternehmen resultiert aus den summierten abdiskontierten Gewinne in den kommenden Perioden. Das niedrige Zinsumfeld ermöglicht ergo höhere Bewertungen der DAX-30-Werte, selbst wenn die Unternehmensgewinne stagnieren.

Im ersten und bis Mitte des zweiten Quartals des Börsenjahres 2016 ist mit der Fortsetzung der Rally zu rechnen. Spätestens Ende April dürften sich die institutionellen Marktteilnehmer über die EZB-Geldflut Gedanken machen und die Frage nach der Nachhaltigkeit der Maßnahme stellen. Dies gilt übrigens auch für die anderen Notenbanken.

Investments im DAX - Prognose für Deutschen Aktienindex

Der tatsächliche Status Quo der Weltwirtschaft wird dann in das mediale Rampenlicht gerückt werden. Im Laufe des Jahres 2016 sind dennoch DAX-Notierungen um 12.600 Zähler durchaus möglich, denn die Vergangenheit lehrt uns immer wieder, dass Übertreibungen zu der Tagesordnung dazugehören.

Eine medial gut inszenierte Erholung der asiatischen Märkte dürfte als Katalysator wirken und insbesondere die Foreign Exchange befeuern. Die Investment-Volumina könnten sich daher ausgesprochen gut entwickeln.

BRIC-Konjunkturmotor - Auch in 2016 lauffähig?

Die Weltbevölkerung befindet sich in einem Zustand des Wachsens. Gerade in den Emerging Markets wie China, Brasilien, Russland und Indien existiert ein hoher Aufholbedarf bei Konsumgütern ohne wirklichen Investitionscharakter. Warum ist dies so?

Die Löhne und Gehälter in diesen Ökonomien sind trotz der vergangenen Aufholjagd im internationalen und insbesondere dem westeuropäischen Vergleich relativ überschaubar. Russland leidet dazu an internationalen Sanktionen. Insbesondere ist Smartest Finance bei statistischen Studien, die sie nicht selbst erstellt hat, relativ zurückhaltend.

Selbstverständlich gibt es in diesen Volkswirtschaften auch echte Investitionen. Dennoch überwiegt die Tendenz, dass ein relativ teures Gut wie beispielsweise ein neues Auto für einen Großteil der dortigen Bevölkerung nicht erschwinglich ist. Da die Menschen jedoch gerne konsumieren, werden als Ersatz im Zuge gut gemachter Marketing-Kampagnen die Güter konsumiert, die erschwinglich sind. Nach einigen Studien soll die Mittelschicht Indiens auf knapp 580 Millionen anwachsen, und dies bis zum Jahr 2025. Diese wiederum soll dann neben den Chinesen als globaler Konjunkturmotor wirken.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Smartest Finance Börsenportal. Den Ausblick auf die Volatilität kann der interessierte Leser im unabhängigen Forex-Blog sichten.

Und jetzt vom ganzen Herzen: Alles Gute im neuen Jahr und viel Erfolg!

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