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14/12/2015 06:56 CET | Aktualisiert 14/12/2016 06:12 CET

Paris markiert einen Wendepunkt: Konkrete Maßnahmen zum Klimawandel

FRANCOIS GUILLOT via Getty Images

Vergangenes Wochenende ging es in die Endphase der internationalen Klimakonferenz in Paris. Erst vor einem Monat erlebte die Stadt eine Reihe entsetzlicher Anschläge. Aber mit einem globalen Klimaabkommen in Reichweite könnte Paris der Welt jetzt Hoffnung geben: eine Verpflichtung der Politiker und Staaten von heute gegenüber der Generation von morgen.

Noch sind wir nicht so weit. Noch konzentrieren wir uns so sehr auf die vor uns liegenden Herausforderungen, dass wir leicht vergessen, welche Hürden wir schon genommen haben. Aber ich denke, es lohnt sich, einmal innezuhalten und gemeinsam Bilanz zu ziehen, was wir schon erreicht haben. Denn Paris hat bereits jetzt konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz auf den Weg gebracht.

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158 Länder haben erklärt: "Klimaschutz ist wichtig, und das ist unser Beitrag dazu"

158 Länder haben Klimaschutz-Zusagen oder, wie es im Jargon heißt, Intended Nationally Determined Contributions (INDCs), eingereicht. 158 Länder haben also erklärt: "Klimaschutz ist wichtig, und das ist unser Beitrag dazu". Dabei handelt es sich keineswegs nur um Länder wie Großbritannien und Deutschland oder die kleinen Inselstaaten, die durch den Klimawandel am stärksten gefährdet sind.

China, der größte Emittent von Treibhausgasen, braucht ein globales Abkommen. Bevor ich Botschafter in Deutschland wurde, habe ich vier Jahre als britischer Botschafter in Peking gearbeitet. Es ist eine aufregende, dynamische Stadt.

Aber die Luftverschmutzung ist fürchterlich, manchmal auch gefährlich, und diese Woche hat die Regierung erstmals die Smog-Alarmstufe "Rot" für die Stadt ausgerufen, so dass Schulen und öffentliche Gebäude geschlossen werden mussten. Und in Großbritannien hat Sturm Desmond vor einigen Tagen Todesopfer gefordert und große Überflutungen verursacht. Der Klimawandel betrifft uns alle.

China und andere Schwellenländer können das Wirtschaftswachstum des 21. Jahrhunderts nicht mit fossilen Brennstofftechnologien des 19. Jahrhunderts antreiben. Die "Mission Innovation" soll helfen, dies zu verhindern. Sie wurde in Paris von 20 Staats- und Regierungschefs, unter anderem von China, Großbritannien, Indien und Deutschland, ins Leben gerufen, und sieht eine Verdoppelung des Engagements für Forschung in klimafreundliche Energie vor: Saubere Energie soll für jeden zu einem erschwinglichen Preis zur Verfügung stehen.

Die Energiewende wird global

Auf meinen Reisen durch Deutschland habe ich überall Solaranlagen gesehen, auf Privathäusern, auf öffentlichen Gebäuden, auf Feldern. Die International Solar Alliance, die in Paris von 120 Ländern einschließlich Großbritanniens lanciert wurde, wird 100 Milliarden US-Dollar für den Ausbau erschwinglicher Solarenergie mobilisieren. Die Energiewende wird global.

Und nicht nur die Regierungen haben Maßnahmen und Gelder in Aussicht gestellt. Auch Konzerne und Investoren wie Unilever, M&S, Google und Facebook versprechen Investitionen in Milliardenhöhe. Die Crédit Agricole Gruppe will ein neues 60 Milliarden-Programm über drei Jahre für den Klimaschutz bereitstellen, und Allianz will nicht mehr in Versorgungsbetriebe investieren, die ihr Geld mit Kohle verdienen. Die Kohle birgt zu große Risiken, für die Gewinne wie für die Erde. Deshalb geht Großbritannien mit gutem Beispiel voran und plant den Ausstieg aus der Kohle bis 2025.

Die in Paris beschlossenen Maßnahmen werden vor Ort - in Ländern, Städten und Gemeinden - wirklich etwas bewirken. Paris markiert einen Wendepunkt in unseren Bemühungen, die Emissionen zu reduzieren und den Klimawandel zu bekämpfen. Jetzt kommt der Endspurt für ein ambitioniertes, verbindliches globales Abkommen. Courage mes braves: Paris - unser Weg in die Zukunft.

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